Heraf: „Was der Verein mit dem neuen Weg genau meint, habe ich immer wieder versucht zu erfragen“

Fußball-Bundesligist SV Ried und Trainer Andreas Heraf haben ihren Vertrag einvernehmlich gelöst. Das teilte der Tabellenfünfte am Montag in einer Aussendung mit.

Der Wiener fehlte bereits seit Ende September wegen gesundheitlicher Probleme, Interimscoach Christian Heinle soll die Mannschaft vorläufig weiterbetreuen. Heraf hatte sein Amt im März 2021 angetreten und die Innviertler sicher zum Klassenerhalt geführt.

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In der 130. Folge unseres Podcasts DAB | Der Audiobeweis war Andreas Heraf zu Gast und plauderte u.a. ausführlich über die einvernehmliche Trennung von der SV Ried, über seine Spielphilosophie und über seinen Gesundheitszustand.

Andreas Heraf (Ex-Trainer SV Ried):
…angesprochen auf die wirkliche Diskrepanz zwischen ihm und den Ried-Verantwortlichen im Hinblick auf die Entwicklung der Mannschaft: „Diese Frage stelle ich mir im Detail auch. Fakt ist, man spricht von Auffassungsunterschieden. Das stimmt. Mein Weg war ganz einfach sehr erfolgs- und resultatsorientiert. Ich habe in den 21 Pflichtspielen 35 Punkte geholt, neunmal gewonnen und nur viermal verloren. Diese Werte sind top. Ich habe die Mannshaft vor dem Abstieg gerettet und habe sie auf dem vierten Tabellenplatz übergeben. Von der Warte kann man fast nicht mehr liefern. Was der Verein mit dem neuen Weg genau meint, habe ich immer wieder versucht zu erfragen. Man spricht immer von Entwicklung. Entwicklung ist ein sehr dehnbarer Begriff. Für mich ist es auch Entwicklung, wenn eine Mannschaft, die davor in zehn Spielen nur drei Punkte macht, dann in 21 Spielen 35 Punkte macht. Dann ist das Entwicklung. Aber jeder darf seine Indikatoren für Entwicklung nennen, wie er möchte. Für mich ist Bundesligafußball aber Leistungsfußball und Ergebnissport. Da geht es um Punkte und die Tabelle. Man macht in einem Vertrag ja auch Punkteprämie aus und man verdient nicht an der Anzahl der gespielten Pässe oder Ähnlichem. Darum werde ich von diesem Weg auch nicht abgehen. Was genau die Parameter für Entwicklung bei der SV Ried sind, muss man die andere Partei fragen.“

…über seine Spielphilosophie: „Ich habe in 21 Pflichtspielen neunmal gewonnen. Ich glaube nicht, dass man neun Spiele gewinnen kann, wenn man nur destruktiv spielt. Ich habe drei Spiele in Erinnerung, als wir ein 0:2 in ein 3:2 verwandelt haben und wir haben gegen den WAC ein 0:3 in ein 3:3 verwandelt. Also wenn du nur destruktiv spielen würdest, dann würde das ja gar nicht funktionieren. Ich bin in kein einziges Spiel reingegangen und habe mich von der ersten Minute an am eigenen Sechzehner mit zwei Autobussen aufgefädelt und versucht, ein 0:0 zu halten. Das war nicht der Fall und daher sind diese Diskussionen für mich immer ein bisschen schwer zu verstehen. Für ich zählt der alte Spruch: Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften. Mir geht es um Meisterschaften oder ähnliches. Wenn die SV Ried nicht absteigt, dann ist es für die SV Ried in meinen Augen eine Meisterschaft. Um diese Ziele zu erreichen, ist eine kompakte Defensive das Allerwichtigste.“

…zu seinem Gesundheitszustand: „Ich bin top fit. Es geht mir sehr, sehr gut und bin ja auch schon seit mehr als zwei Wochen von den Ärzten gesundgeschrieben. Meine Stimmbändergeschichte hat sich Gott sei Dank in Wohlgefallen aufgelöst und genauso entwickelt, wie wir es erhofft haben. Es hat einfach eine Pause gebraucht, um die Stimmbänder zu schonen. Die Sache ist erledigt.“

DAB | Der Audiobeweis Folge #130 mit Andreas Heraf

Bild: GEPA