Herzog warnt Rapid: Kühbauer bringt LASK das „Unberechenbare“ zurück
Mit Dietmar Kühbauer kommt am Sonntag ein bekanntes Gesicht ins Wiener Allianz Stadion (ab 16:30 Uhr live auf Sky – mit Sky Stream live dabei sein!). Die Rapid-Ikone startet ausgerechnet gegen seine alte Liebe in seine zweite Amtszeit beim LASK. Sky-Experte Andreas Herzog hatte den Wechsel des 54-Jährigen in die oberösterreichische Landeshauptstadt nicht erwartet.
„Es war für mich eine Riesen-Überraschung. Aber es wird gute Gründe geben, warum der Didi es macht. Letzte Saison hat er beim WAC die Saison des Jahrhunderts gehabt, heuer waren sie wieder auf einem guten Weg. Das wieder zu bestätigen, ist sehr schwer, aber sie stehen dank ihm wieder fantastisch da“, so Herzog über den Burgenländer.
„Ich glaube, wer den Ehrgeiz vom Didi kennt, der weiß auch ganz genau, dass er das Kapitel LASK nicht so beenden wollte. Er will mit dem LASK wieder erfolgreicher werden und das wird nicht einfach“, so Herzog weiter. Die erste Amtszeit von Kühbauer in Linz endete im Juni 2023. Der Verein begründete die Trennung damals mit Auffassungsunterschieden bezüglich der Kaderplanung. Der Burgenländer hatte den LASK in der Saison 2022/23 der ADMIRAL Bundesliga auf Rang drei geführt.
Herzog von Kühbauer-Erfolg überzeugt
Nun übernimmt der 54-Jährige die Aufgabe, den Verein vom vorletzten Tabellenplatz wieder ins Rennen um den Europacup zu bringen. „Das ist ihm zuzutrauen“, ist Herzog überzeugt. „Aber da muss er natürlich mit Pauken und Trompeten in die Mannschaft hineinfahren. Schlussendlich haben die Linzer in den letzten zwei Jahren zu viele Trainer verbraucht.“
Seit dem Abschied von Kühbauer im Sommer 2023 standen mit Thomas Sageder, Thomas Darazs, Markus Schopp, Maximilian Ritscher und Joao Sacramento fünf verschiedene Trainer an der Seitenlinie der Linzer.
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Rapid hadert mit letzten Wochen
Während man sich beim LASK nach dem Trainerwechsel den sportlichen Umschwung erhofft, bereiten die letzten Wochen aus sportlicher Sicht auch beim kommenden Gegner Kopfzerbrechen.
Der SK Rapid hat die letzten drei Pflichtspiele allesamt verloren, der letzte Sieg gelang Mitte September bei einem wenig überzeugenden Cup-Erfolg in Oberwart. Von einer Krise will Ex-Rapidler Herzog allerdings noch nicht sprechen: „Nein, das wäre zu früh. Sie haben jetzt einmal eine schöne Delle gekriegt, weil der Start war total euphorisch und richtig gut. Aber Peter Stöger hat ja immer ein bisschen darauf hingewiesen.“

„Am Anfang der Saison haben sie das Quäntchen Glück gehabt und das auch erzwingen können. Das haben sie in den letzten drei, vier Spielen nicht geschafft. Und das muss sich auch wieder ändern“, so der 57-Jährige weiter.
Herzog warnt vor zu schneller Euphorie
„Ich glaube schon, dass alle, die mit Rapid sympathisieren, aufgrund der Misserfolge der letzten Jahre, vielleicht ein bisschen zu schnell euphorisch werden. Jetzt hat es halt zwei-, dreimal nicht geklappt. Wobei: Das Spiel gegen Salzburg hätten sie gewinnen müssen. Das war ein Selbstfaller. Aber da haben sie richtig gut gespielt.“
Laut Herzog wird für Rapid das Duell gegen den LASK nun um ein gutes Stück schwerer.“Zuletzt hat man gewusst, für was der LASK unter Sacramento ungefähr steht und wie sie spielen – was sie gut machen und was sie schlecht machen. Der Didi wird schon mal einen Hebel ansetzen, um das zu verbessern. Das verändert natürlich etwas und das ist dann das Unberechenbare für Rapid.“
Wurmbrand überzeugt bei ÖFB-Debüt
Immerhin ein Rapidler konnte in der Länderspielpause aufzeigen. Nikolaus Wurmbrand durfte beim 10:0-Rekordsieg des ÖFB-Teams gegen San Marino sein Debüt in Rot-Weiß-Rot feiern und konnte gleich mit Tor und Assist glänzen.
„Es ist trotzdem schwer, dass er zu einem absoluten Stammspieler bei Rapid wird, weil die Konkurrenz ist groß. Ich glaube aber, dass er es schafft. Er hat sehr gute Anlagen, super Tempodribbling, super Dynamik im Strafraum. Er ist einer der wenigen Österreicher, der im Angriffsdrittel wirklich das Eins-gegen-eins sucht und darum ist jetzt auch im Nationalteam dabei gewesen“, lobt Herzog die Entwicklung des 19-Jährigen.

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Trotz der zuletzt schwachen Phase ist Herzog sowohl national als auch international von der Konkurrenzfähigkeit der Hütteldorfer überzeugt.
„Sie haben einen guten Kader und haben trotzdem Titelchancen. Der große Favorit in der Liga bleibt für mich aber Sturm Graz. Die ersten zwölf, 13 Spieler sehe ich immer noch eine Spur besser als die von Rapid“, so der 57-Jährige. „Aber das kann sich ja alles ändern, sobald Sperren und Verletzungen hineinspielen.“
Fehlstart nicht überbewerten: „Man muss mit Rapid rechnen“
Auch den Fehlstart in der Conference League will Herzog nicht überbewerten: „Lech Posen war letztes Jahr polnischer Meister. Rapid war Fünfter bei uns in Österreich. Im Sommer wäre Posen für mich klarer Favorit gewesen.“ Trotzdem sei Vorsicht geboten: „Es war halt ein ganz, ganz schlechtes Spiel und sie müssen schauen, dass sie wieder an ihre Topleistungen herankommen. Sonst kann das Pendel gleich wieder in die andere Richtung ausschlagen.“
„Rapid ist sicher eine Mannschaft, mit der man heuer rechnen muss. Das ist klar, das haben sie schon gezeigt. Alles andere wäre eine Enttäuschung, nach dem Saisonstart“, ist Herzog überzeugt. „Man weiß, wie schnell das geht bei einem Verein, wo so viel Emotionalität herrscht wie bei Rapid“, so der 57-Jährige weiter. „Darum bin ich glücklich, dass Stöger Trainer ist, weil der weiß, mit solchen Situationen richtig umzugehen.“
Bilder: GEPA
