Heute vor 15 Jahren: Mila sichert Austria Heimremis gegen Parma

von Nikolaus Reitz

Über die Qualifikationsrunde (Mariupol, UKR) und die erste Runde (Legia Warschau, POL) erreichte die Wiener Austria die Gruppenphase C des UEFA-Cups. Dort besiegten sie in Wien Real Saragossa vor 18.800 Zuschauern durch Gilewicz, verloren am zweiten Spieltag auswärts gegen Dnjepropetrovsk 0:1. Dann folgte im Prater ein 1:1 gegen FC Brügge, wobei der Ausgleich für die Belgier erst in der 90. Minute gefallen war. Zum Abschluss der Gruppenphase gelang durch Sionko und Rushfeldt ein 2:1-Auswärtssieg bei Utrecht und der Aufstieg.

Im Sechzehntel-Finale begannen die spanischen Festspiele mit den Begegnungen gegen Athletic Bilbao. 0:0 lautete das Resultat in Wien. Das Rückspiel fand vor 42.000 Zuschauern im legendären San Mames statt. Libor Sionko erlegte die Basken mit zwei Toren im Alleingang.

Im Achtelfinale traf man erneut auf Gruppengegner Real Saragossa. 21.000 sahen ein 1:1 in Wien. In Spanien führte die Austria bereits nach 12 Minuten sensationell mit 2:0. Ein Doppelschlag innerhalb von 5 Minuten kurz nach der Pause ließ die Violetten noch einmal zittern. Trotzdem schaffte man letztendlich den Einzug ins Viertelfinale, wo man auf FC Parma traf.

Austria startet engagiert ins Spiel

Vor knapp 42.000 Besuchern (mehr Zuschauer kamen davor das letzte Mal 1986 gegen Bayern München – 45.000) startete die Austria entschlossen und engagiert. Vachousek hatte in der zweiten Spielminute mit einem Kopfball die erste Möglichkeit des Spiels. Sebastian Mila, der Libor Sionko ersetzte, kam nach einer knappen Viertelstunde zur nächsten Chance. Danach brachen die Italiener mit vielen kleinen Fouls den Spielfluss der Wiener und kamen selbst besser ins Spiel.

Etwas mehr als eine halbe Stunde war gespielt, als Vignaroli halbrechts nicht attackiert wurde und zum Schuss kam. Der Ball traf seinen Mitspieler Gibbs, der spitzelte gedankenschnell vor Afolabi zu Pisanu weiter und der Italiener traf zum 0:1 (34´). Etwa 700 mitgereiste Parma-Fans jubelten über das wichtige Auswärtstor. Bis zur Pause gelang der Austria nicht mehr viel. Ein Schuss von Papac war die magere Ausbeute.

Mila gleicht aus

Typisch italienischer Catenaccio wurde auch in der zweiten Halbzeit von einer jungen Parma-Truppe zelebriert, die auf ihren Star Alberto Gilardino verzichtet hatte. Die Austria kam trotzdem besser ins Spiel, einmal scheiterte Vastic bei einem Stanglpass von Rushfeldt, dann Papac mit einem Schuss (51´). Nach einer Stunde konnte der Abwehr-Beton doch noch geknackt werden. Vachousek setzte sich auf der linken Seite durch, zog in den Strafraum und passte scharf in die Mitte. Der Ball wurde von Rushfeldt weitergeleitet und Mila stand goldrichtig, 1:1 (61´). Riesenjubel im Prateroval, die Austria wollte nun den Sieg.

Die VIDEO-Highlights der Partie

Parma tat den Veilchen allerdings nicht den Gefallen, von der ultra-defensiven Spielweise abzurücken. Bei einer weiteren guten Möglichkeit von Mila hatten sie großes Glück und verschafften sich mit dem Unentschieden eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, das bereits in einer Woche auf dem Programm stand.
Die Austria war aber nicht unzufrieden, weil sie erstens eine großartige moralische Leistung speziell in der zweiten Hälfte vollbracht hatte und in dieser Europacupsaison auf ihre Auswärtsstärke hoffen durfte.

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Austria Wien vs FC Parma 1:1

07.04.2005, Viertelfinal-Hinspiel UEFA Cup
Happel-Stadion, 41.600 Zuschauer; Schiedsrichter Eric Poulat (Frankreich)

Tore:
0:1        Andrea Pisanu 34´
1:1         Sebastian Mila 61´

Mannschaftsaufstellungen:

Austria Wien: Safar, Dospel, Afolabi, Antonsson, Papac, Vachousek (90´ Kitzbichler), Kiesenebner (59´ Dosunmu), Blanchard, Mila, Vastic (76´ Wagner), Rushfeldt;
Coach Kronsteiner/Söndergaard

FC Parma: Bucci, P. Cannavaro, Bonera, Bovo, Pisanu (56´ Breschiano), Dessena (56´ Morfeo), Bolano, Simplicio, Camara, Vignaroli (65´ Cardone), Gibbs;
Coach Carmignani

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Bilder: GEPA