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Heute vor 26 Jahren: Salzburg im UEFA Cup-Finale gegen Inter

von Nikolaus Reitz

Das erste Spiel des UEFA-Cup-Finales 1994 war zu diesem Zeitpunkt bereits das fünfte Endspiel im Europacup, das im Prater stattfand. 1995 sollte noch ein Champions-League-Finale (Ajax-AC Milan) dazukommen. An diesem Abend spielten die Salzburger „Helden für Österreich“ gegen Inter Mailand.

Salzburg setzte sich in den ersten zwei Runden souverän mit vier Siegen gegen Dunajska Streda und Royal Antwerpen durch. In der dritten Runde verlor man auswärts bei Sporting Lissabon 0:2 und so gut wie jeder rechnete mit dem Ausscheiden. In Unterzahl gelang den Salzburgern in der 91. Minuteg durch einen Gewaltschuss von Hütter (und mit gütiger Hilfe des portugiesischen Tormannes) das 2:0 und die Verlängerung. Dort wurde Martin Amerhauser mit seinem entscheidenden Treffer zum Held der Stunde.

Legendäre Spiele von “Salzburg für Österreich”

Endlich überwinterte wieder eine österreichische Mannschaft im Europacup. Das war zuletzt dem FC Tirol 1986/87 gelungen. Eintracht Frankfurt, nach packendem Elferschießen mit Schütze Otto Konrad, und Karlsruhe wurden auf dem Weg ins Finale bezwungen. Es waren die ersten Erfolge gegen bundesdeutsche Mannschaften. Zuvor stand es in dieser Bilanz 0:17. Beide Spiele fanden in Wien statt, beide Matches waren mit jeweils 48.000 Zuschauern ausverkauft. Aus ganz Österreich strömten die Leute herbei um die Salzburger Helden zu bewundern. Die Truppe hatte einen wahren Teenie-Kult ausgelöst, den es in dieser Form in Österreich noch nicht gegeben hatte.

Nur der UEFA-Cup-Sieg konnte Inter retten

Inter hatte eine miserable Saison hinter sich und konnte diese nur mehr mit dem Gewinn des UEFA-Cups halbwegs retten. Vor der Saison hatten die Norditaliener um 250 Millionen Schilling (18,17 Millionen Euro) Dennis Bergkamp und Wim Jonk geholt. Zum Vergleich: Das Salzburger Jahresbudget betrug damals ca. 30 Millionen Schilling (2,18 Mio Euro), das Finalspiel lukrierte Rekordeinnahmen von 25 Millionen Schilling (1,82 Mio Euro). Die Transfers brachten in der Liga nicht den gewünschten Erfolg, Trainer Osvaldo Bagnoli musste den Hut nehmen und Jugendtrainer Giampiero Marini hatte übernommen.

Inter hatte bisher seine Auswärtsspiele in Österreich immer verloren, ein gutes Omen. 1973 in der Südstadt gegen Admira/Wacker 0:1, 1983 in Wien gegen Austria 1:2, 1985 in Linz gegen den LASK 0:1 und 1990 in Hütteldorf gegen Rapid 1:2. Otto Baric nahm erneut auf der Tribüne Platz, nachdem er gegen Eintracht Frankfurt für fünf Spiele gesperrt worden war.

Selbstbewusste Salzburger im ersten Finalspiel

Salzburg fand sich im Spiel sehr schnell zurecht. Über die linke Seite und Aigner kam der Ball zu Amerhauser, der die erste gute Chance vorfand (10´). Vier Minuten später konnte ein Italiener in letzter Sekunde vor Amerhauser zum Corner retten. Ein weiterer guter Kopfball von Pfeifenberger sorgte für Aufregung bei den Mailändern. Nach 25 Minuten erstmals Gefahr durch Ruben Sosa, er verzog leicht. Die vielleicht beste Chance auf einen Treffer hatte Pfeifenberger nach brillantem Zuspiel von Marquinho, Zenga warf sich entschlossen dazwischen.

Salzburg war den Italienern mehr als ebenbürtig, der Führungstreffer lag in der Luft. Etwas mehr als eine halbe Stunde war vorbei als Inter einen Freistoß bekam. Sosa spielte sofort ab, Salzburg war noch nicht formiert, Berti setzte sich gegen Aigner durch und erzielte aus spitzem Winkel das 0:1 (35´). Hier sah man den kleinen Unterschied zwischen einer europäischen Spitzenmannschaft und einer guten österreichischen. Konzentration und gedankenschnelle Reaktion waren bei den Italienern etwas ausgeprägter. Kurz vor der Pause knallte Sosa den Ball an die Latte.

Kein Tor gegen 10 Italiener

Gleich nach Wiederbeginn holte sich Bianchi seine zweite Gelbe Karte ab und wurde daraufhin ausgeschlossen. Salzburg hatte genug Zeit, um dem Spiel eine Wende geben zu können. Die Italiener waren aber zu abgebrüht und verstanden es meisterhaft, zwei Abwehrreihen vor dem eigenen Strafraum zu platzieren. Nur Sosa ging vorne brav abkassieren. So erspielte sich Salzburg keine zwingende Möglichkeit mehr und musste die Mailänder mit einem Vorsprung im Gepäck die Rückreise nach Italien antreten lassen. Die Gelb-Gesperrten Feiersinger, Hütter und Jurcevic fehlten über 90 Minuten betrachtet doch merklich. Die Gesamtleistung der „heimlichen österreichischen Nationalmannschaft“ ließ die Besucher allerdings wieder stolz nach Hause gehen.

Austria Salzburg vs Inter Mailand 0:1
26.04.1994, UEFA-Cup Finale 1. Spiel

Happel-Stadion, 47.770 Zuschauer; Schiedsrichter Kim Milton Nielsen (Dänemark)

Tore: 0:1          Nicola Berti 35´

Mannschaftsaufstellungen:

Austria Salzburg: Konrad, Weber, Fürstaller, Lainer, Winklhofer (62´ Steiner), Artner, Pfeifenberger, Marquinho, Aigner, Stadler, Amerhauser (46´ Muzek);
Coach Otto Baric

Inter Mailand: Zenga, Battistini, Bergomi, Paganin, Bianchi, Manicone, Jonk, Berti, Orlando, Bergkamp (89´ Dell´Anno), Ruben Sosa (75´ Ferri);
Coach Giampiero Marini