Hirscher über Kreuzbandverletzung: „Nicht so schlimm wie bei Alaba“
Marcel Hirscher fehlt noch eine Kleinigkeit auf sein Comeback auf der Skipiste. „Zehn Prozent fehlen noch. Ich habe ordentlich pausieren müssen, hatte starke Schmerzen um den Jahreswechsel“, erklärte der 37-jährige Salzburger am Sonntag am Rande des Formel-1-Grand-Prix in Spielberg. „So schlimm wie bei Alaba, bei dem es auch ewig gedauert hat, ist es bei mir nicht. Aber es ist ein bissl eine schmerzhafte Angelegenheit“, berichtete der achtmalige Gesamtweltcupsieger.
Er sei seit 2. Februar keinen Schwung mehr gefahren, erzählte Hirscher, der sein Comeback-Projekt noch nicht aufgeben will. „Es wäre für mich wieder schön, das Gefühl zu haben, dass ich wieder ordentlich Gas geben kann“, sagte der jahrelange Dominator im Ski-Zirkus. „Das war letztes Jahr einfach nicht möglich mit den Schmerzen. Das war immer so eine lauwarme Partie.“ Anfang Dezember 2024 hatte er sich – relativ zu Beginn seiner Comebacksaison nach über fünfeinhalbjähriger Pause – einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Probleme machte eine Sehne am betroffenen Knie.
„Minimale Fortschritte sind da“, sagte Hirscher zu seinem Comebackweg. Es gehe noch um Kraft und um Symmetrie. „Ob es dann wirklich wieder so wird, dass ich sage, jetzt ist es wieder so, wie es sein muss, das werden wir sehen.“ Er trainiere jeden Tag und komme auf 20 bis 25 Stunden in der Woche. Das Vorbereitungscamp in Neuseeland mitzumachen, geht sich für den zweifachen Olympiasieger laut eigener Aussage eher nicht aus.
Firmengründer sieht Van Deer trotz Anfangsverlusten auf gutem Weg
Mit der Skimarke Van Deer hat Firmengründer Hirscher zudem noch eine weitere Herausforderung im Alltag. Die Kombination aus beiden Welten sei schon schwer darstellbar, betonte er. Aber: „Der Fokus liegt definitiv auf dem Comeback und dem Gesundwerden.“ Obwohl im letzten einsehbaren Jahresabschluss (2024) ein Bilanzverlust von 18 Millionen für Van Deer steht, bezeichnete Hirscher die wirtschaftliche Lage des Unternehmens als „extrem gut, auch wenn die Anfangsverluste wild ausschauen“.
Man müsse irgendwann wegstarten. „Was wir prinzipiell abgeben an den Markt, da bin ich extrem positiv überrascht. Das Joint Venture mit Red Bull macht natürlich auch vieles möglich“, sagte Hirscher und betonte, dass Marketing bei seinen sportlichen Ambitionen keine Rolle spiele. „Das ist nicht der Grund, warum ich Ski fahre. Marketing können wir auch anders machen.“
Nach dem Abgang von Aushängeschild Henrik Kristoffersen („er hat extrem geliefert“), will der Skihersteller aus Scheffau am Tennengebirge die nächste Generation an Läufern heranführen. „Wir werden nicht mehr so am Fließband die Podien einfahren. Es wird wahrscheinlich ein, zwei Jahre dauern“, sagte Hirscher. Den beiden Leadern, Timon Haugan und neu auch Paula Moltzan, sind aber jederzeit Podien und Siege zuzutrauen.
