Historische Saison: Als Salzburg 2018 die Europa League aufmischte

Historischer Lauf: Als Salzburg 2018 die Europa League aufmischte

Für Red Bull Salzburg startet am Donnerstag bei Levski Sofia die Reise in der neuen Europa League. Ein Bewerb, in dem die Mozartstädter auf magische Europacup-Nächte zurückblicken können. In besonderer Erinnerung bleibt dabei die Saison 2017/2018, als die Salzburger als absolute Außenseiter unter Trainer Marco Rose einen unvergessenen Lauf in der Europa League hinlegten.

Schon in der Gruppenphase deutete sich an, dass die Mannschaft bestehend aus hungrigen Talenten wie Xaver Schlager und Routiniers wie Andreas Ulmer das Potenzial für die eine oder andere Überraschung in sich hat. Salzburg startete mit einem 1:1 bei Vitoria Guimaraes verhältnismäßig unspektakulär in die Europa-League-Kampagne, ehe zuhause gegen Olympique Marseille mit einem 1:0-Sieg das erste Ausrufezeichen gesetzt wurde – es sollte nicht das letzte Aufeinandertreffen mit dem französischen Spitzenklub bleiben.

Beim türkischen Vertreter Konyaspor setzte sich Salzburg anschließend mit 2:0 durch, im Rückspiel trennte man sich 0:0. Danach folgte ein überzeugender 3:0-Heimsieg gegen Vitoria Guimaraes, bevor Salzburg die Gruppenphase mit einem 0:0 bei Olympique Marseille ungeschlagen abschloss. Mit drei Siegen, drei Unentschieden und nur einem einzigen Gegentor sicherte sich Salzburg souverän den Gruppensieg. Bester Salzburger Torschütze der Gruppenphase war Stürmer Munas Dabbur mit drei Treffern.

Die Salzburger Truppe konnte bereits in der Gruppenphase der Europa League überzeugen – hier beim Teamfoto vor dem 1:0-Heimsieg gegen Marseille. © GEPA

Legendärer Lauf in der K.o-Phase

In der Europa-League-Zwischenrunde wartete mit Real Sociedad ein erster namhafter Gegner auf die „Roten Bullen“. Im Hinspiel in San Sebastian erkämpfte sich Salzburg ein 2:2.

Im Rückspiel in der Red Bull Arena setzte sich die Rose-Elf durch Treffer von Dabbur und Valon Berisha mit 2:1 durch und machte das Achtelfinale perfekt – wo mit Borussia Dortmund bereits der nächste große Gegner warten sollte.

Video-Highlights: Salzburg bezwingt Real Sociedad im Rückspiel

Sensation gegen BVB und Stöger

Im Dortmunder Signal Iduna Park folgte einer der bislang wohl größten Auswärtssiege der Salzburger Vereinsgeschichte. Valon Berisha traf im Hinspiel zweimal und führte den Underdog aus Salzburg zum sensationellen 2:1-Erfolg.

Im Rückspiel hielt die Mannschaft dem Druck stand, erkämpfte sich ein 0:0 und schaltete den haushohen Favoriten Dortmund um den damaligen Trainer Peter Stöger aus.

Der damalige BVB-Trainer Peter Stöger scheiterte mit Dortmund im Europa-League-Achtelfinale am FC Salzburg. © Imago

Magische Europacup-Nacht gegen Lazio

Das Viertelfinale bei Lazio Rom startete für die Salzburger jedoch denkbar schlecht. Die 2:4-Pleite beim italienischen Topteam bremste nicht nur die Europacup-Euphorie, sondern beendete zugleich die beeindruckende Salzburger Serie von 19 ungeschlagenen Europacup-Spielen in Folge.

Eine Woche später beim Rückspiel in Salzburg erlebten Fans und Fernsehzuschauer jedoch eine der wohl denkwürdigsten Aufholjagden in der jüngeren österreichischen Europacup-Historie. Lazio ging in der Red Bull Arena zwar mit 1:0 in Führung, doch selbst von diesem Dämpfer ließen sich die Salzburger nicht stoppen.

Innerhalb von 20 Minuten drehte Salzburg in der zweiten Hälfte das Spiel komplett. Dabbur, Haidara, Hwang und Lainer sorgten für vier Tore – aus einem 0:1 wurde ein 4:1. Salzburg gewann im Gesamtscore mit 6:5 und stieg somit sensationell ins Halbfinale auf.

Video-Highlights: Salzburg-Sensation gegen Lazio

Finaltraum platzt dramatisch

Im Halbfinale wartete mit Olympique Marseille nun ein alter Bekannter aus der Gruppenphase. Das Hinspiel in Frankreich ging mit 0:2 verloren und wieder schien Salzburg vor einer fast unmöglichen Aufgabe im Rückspiel zu stehen.

Doch die Mannschaft von Trainer Rose wuchs ein weiteres Mal über sich hinaus und kämpfte sich vor eigenem Publikum zurück. Haidara sowie ein Eigentor von Sarr machten in der regulären Spielzeit die Hinspielpleite wett und zwangen den großen Favoriten aus Marseille in die Verlängerung – Salzburg trennten nur noch 30 Minuten vom Finaleinzug.

Doch dann kam es kurz vor Ende der Verlängerung zum bitteren Moment: Marseilles Rolando traf nach einem Eckball zum 1:2 und machte den Salzburger Traum vom EL-Finale zunichte.

Video-Highlights: Salzburg scheitert dramatisch im Halbfinale

Trotz der schlussendlichen Enttäuschung stellte dieser Abend den Schlusspunkt einer bis dahin außergewöhnlichen Reise dar. Ein junge Salzburger Mannschaft hatte Europas Fußballbühne aufgemischt und sich mit Siegen gegen große Teams selbst einen Namen in Europa verschafft.

Zeit für einen neuen Lauf?

Seit dem Coup von 2018 lief es für die Salzburger in der Europa League aber eher bescheiden. Bis auf den Achtelfinaleinzug 2019 scheiterte man immer spätestens in der Zwischenrunde. In der vergangenen Saison ereilte den Klub unter Trainer Thomas Letsch sogar bereits das Aus in der Ligaphase.

Neo-Trainer Danny Röhl hat nun die Chance, mit Salzburg einen ähnlichen Lauf wie 2028 zu starten und brennt bereits auf den Startschuss am Donnerstag: „Wir freuen uns auf den Auftakt in der Ligaphase, für die wir hart gearbeitet und uns über zwei Qualifikationsrunden durchgesetzt haben. Jetzt geht es zu Levski, die bisher eine sehr gute Saison spielen und acht ihrer neun Meisterschaftsmatches gewonnen haben. Darauf werden wir uns gut vorbereiten, weil wir dort punkten wollen. Generell freuen wir uns sehr auf Europa, weil wir uns dabei in einem hervorragenden Wettbewerb mit tollen Teams aus Europa messen können.“

Levski Sofia gegen Red Bull Salzburg am Donnerstag ab 18 Uhr live auf Sky Sport Austria – streame mit Sky X!

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