Höglers EM-Challenge – Der Wettkampf vor dem Wettkampf
Sehr interessant“ verspricht der Diskuswurf der Männer bei der Leichtathletik-EM in Rom zu werden. Damit meint Trainer Gregor Högler nicht nur den Umstand, dass das Niveau in dieser Disziplin so hoch ist wie nie zuvor. Sondern auch, dass Qualifikation und Wettkampf an einem Tag stattfinden. Für Lukas Weißhaidinger eine Challenge, die er annimmt. „Mir wird das so oder so gut gelingen, egal wie viele Anläufe es für das Finale brauchen wird“, sagte der Oberösterreicher zur APA.
Die erste Quali-Gruppe im Olympiastadion ist am Freitag für 9.35 Uhr angesetzt und in diese wurde Weißhaidinger gelost. Wie auch u.a. Weltrekordler Mykolas Alekna aus Litauen, die zweite folgt um 10.55. „Das beste Szenario ist, dass man in der ersten Gruppe ist und nur einen Versuch braucht“, sagte Weißhaidinger im Vorfeld der Auslosung. Für den Ernstfall wurden aber drei Würfe am Vormittag und weitere am Abend geprobt. „Es wird eine Herausforderung, denn ein Wettkampf verlangt dir vom Kopf her viel ab. Da brauchst du schon einen Tag, dich wieder zu sammeln. Mit dem muss man mal klarkommen.“
Bei der EM warten gefühlt gleich zwei Wettkämpfe an einem Tag. Högler sieht die Werfer in der zweiten Gruppe im Nachteil, denn bereits gegen 19.00 Uhr werde man wieder zum Stadion aufbrechen müssen. Wo um 21.00 Uhr die Top 12 um die Medaillen kämpfen. „Für einen ausgiebigen Nachmittagsschlaf wird’s in jedem Fall reichen, selbst wenn du erst um 14.00 Uhr im Hotel zurück bist“, hätte Weißhaidinger auch einen guten Plan für Gruppe B gehabt.
Weißhaidingers Rom-Erfahrungen sind mit Rang zwei in der Diamond League 2022 gut, deshalb ist auch die Freude über das Wiedersehen mit dem Stadio Olimpico groß. Hinter sich hat er eine wettkampfintensive Zeit mit sechs Bewerben in exakt vier Wochen. Noch am Sonntag warf er sich beim Elite-Meeting in Stockholm auf Rang fünf. „Die Ausgangssituation wäre ohne die vielen Wettkämpfe leichter, aber ich brauche sie.“ Galt es doch, zum einen die neue Technik unter Stressbedingungen zu automatisieren, zum anderen die Chance auf die Finalteilnahme der Diamantenliga zu wahren.
Saisonplanung auf Olympia ausgerichtet
Die Saisonplanung ist auf die Olympischen Spiele in Paris ausgerichtet, die EM soll Erkenntnisse bringen. Wie weit der Abstand zur absoluten Spitze mit Weltrekordler und EM-Titelverteidiger Alekna, Olympiasieger und regierenden Weltmeister Daniel Ståhl aus Schweden sowie dem Slowenen Kristjan Čeh, Gewinner von WM-Gold 2022, ist. In Europa steht Weißhaidinger aktuell im Jahresranking dank seiner 69,04 m in Eisenstadt auf Platz vier. Platzierungsmäßig gibt er sich für Italien bescheiden, will „besser sein als in München 2022“, als er Neunter wurde.
„Wer am weiteten geworfen hat in der Welt, ist der Gejagte. Interessant wird werden, wie weit ist die Distanz zwischen den Athleten ist, die Position ist noch nicht entscheidend. Die wird in Paris entscheidend sein. Maximale Weite im Verhältnis zu anderen Athleten ist das Ziel für Rom“, präzisierte Högler. Bei der neuen Technik wird der Fokus auf mehr Bewegung aus der Hüfte gelegt, zuletzt wurde viel an der Optimierung der Flugkurve gearbeitet. „Die Geschwindigkeit des Diskus ist höher als im Vorjahr, wir haben schon mal alles richtig gemacht.“
Högler kennt seine Qualitäten
Er wisse um seine Qualitäten, welche Leistungen er drauf habe und dass er sich nicht verstecken müsse, sagte Weißhaidinger. „Ich muss auch nicht zaubern. Ich muss einfach das abrufen, was ich kann, dann ist auf alle Fälle sehr vieles möglich.“ Er habe vor, um Medaillen mitzukämpfen. Und hoffe, dass er sich nach den stressigen Tagen noch genug „Körner aufgespart“ habe. „Körperlich wird es weniger ein Problem sein, aber von der Emotion her, vom Kopf her.“
Am Freitag sind für Österreich mit Verena Mayr und Isabel Posch im Siebenkampf (vier Disziplinen). Sowie jeweils im Vorlauf Lena Millonig über 3.000 m Hindernis, Karin Strametz über 100 m Hürden und Enzo Diessl über 110 m Hürden fünf weitere Aktive im Einsatz. Der Aufstieg ins Finale bzw. die nächste Runde ist jeweils das Ziel.
(APA)/Bild: GEPA
