HARTBERG,AUSTRIA,03.OCT.21 - SOCCER - ADMIRAL Bundesliga, TSV Hartberg vs SK Sturm Graz. Image shows head coach Christian Ilzer (Sturm). Photo: GEPA pictures/ Hans Oberlaender

Ilzer wischt Sturms Doppelbelastung beiseite: “Kein Alibi”

via Sky Sport Austria

Ilzer-Predigt statt Beleg der Branchenführung in der Steiermark: Sturm Graz hat sich mit zwei Nackenschlägen binnen kurzer Zeit in die Länderspielpause verabschiedet. War das 1:4 in der Europa League noch der größeren Klasse von PSV Eindhoven geschuldet, so ordneten die Grazer das 2:3 von Hartberg am Sonntag (Spielbericht + VIDEO-Highlights) als klassischen Selbstfaller ein. Christian Ilzer machte danach unmissverständlich klar, warum sogenannte englischen Wochen für ihn kein Freibrief für Ausreden sind.

Als in der ersten Ursachenforschung das Thema Müdigkeit aufgeworfen wurde, grätschte der Sturm-Trainer an seiner alten Wirkungsstätte verbal dazwischen. “Ich werde hier nicht sitzen und den Donnerstag als Alibi anführen. Weil dann geht nichts weiter”, sagte Ilzer bei der Pressekonferenz. “Es ist eine Herausforderung für uns Coaches und die Spieler, aber eine Sache, mit der man sich konfrontieren muss.”

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Seine Mannschaft hatte im siebenten Spiel binnen 22 Tagen gerade 2:3 nach 0:2-Rückstand verloren. Und dabei vor allem in der ersten Hälfte “alles vermissen lassen”, wie Ilzer monierte. Dabei hatte er zuvor eifrig gewarnt, in puncto Zweikampfführung und Präsenz nicht nachzulassen, wie Kapitän Stefan Hierländer stellvertretend einräumte.

Ilzer sieht seine Profis in Sachen Berufsauffassung gefordert. “Wir müssen einen schnelleren Zyklus im Kopf entwickeln.” Heißt übersetzt: Sich noch schneller auf den knapp getakteten Spielrhythmus einzustellen, wie es Alltag für internationale Topteams ist. Alles andere sei an diesem Spieltag, der die dritte Sturm-Niederlage im erst fünften Hartberg-Gastspiel kennzeichnete, “kein Thema”, so Ilzer. “Kein Thema, dass wir heute schlecht waren, dass wir nicht präsent waren, dass wir hinten die falschen Entscheidungen treffen, dass wir vorne zu langsam im Kopf sind, um unsere Möglichkeiten zu verwerten. Unser Thema ist: Wie können wir es besser machen?” Ilzer ist der Meinung: “Auch mit dem kleinen Rucksack, den wir da mitkriegen, ist es absolut bewältigbar.”

Ilzer über Niederlage: “Hätte jeden Einzelnen austauschen können”

Gelegenheiten, um das herauszufinden, bieten sich den “Blackys” im Herbst zuhauf. Nach der zweiwöchigen Ligapause werden erneut sieben Matches im engen Drei/Viertages-Rhythmus gespielt werden. In Otar Kiteishvili wird wie schon in Hartberg der große Kreativ-Anker fehlen. Ilzer: “Bei jeder Mannschaft passiert es im Saisonverlauf einmal, dass Schlüsselspieler ausfallen. Es gilt, ihn im Kollektiv aufzufangen.”

Wie das am besten geht, kann Ilzer in den kommenden Tagen austüfteln. Hartberg kommt die Pause indes “gar nicht so gelegen”, wie Kurt Russ nach dem Befreiungsschlag zuhause (erster Saison-Heimsieg) anmerkte. “Aber wir werden versuchen, die heutige Euphorie mitzunehmen.” Sein Team hatte auch ohne Toptorschütze Dario Tadic, der mit einer Muskelverletzung wohl drei Wochen ausfallen wird, durch Mitja Horvat (19.) und Noel Niemann (21.) vorgelegt und mit Philipp Sturm (81.) den “Dreier” fixiert. Für Sturm waren Tore von Jakob Jantscher (48./Elfmeter) und Anderson Niangbo (87.) zu wenig.

Erstaunlich wenig Thema war danach, dass Schiedsrichter Manuel Schüttengruber dem vermeintlichen früheren Anschlusstreffer von Sturm-Verteidiger Gregory Wüthrich ohne zunächst ersichtlichen Grund die Anerkennung verwehrte. Der Referee hatte ein Foul von David Affengruber gepfiffen – noch ehe der Ball über der Linie war – und so dem Video Assistent Referee jede Möglichkeit genommen, eventuell korrigierend einzugreifen.

VIDEO-Highlights: Hartberg bezwingt Sturm

(APA)

Bild: GEPA