In alle Himmelsrichtungen: Die Regionalligen starten nach großer Reform durch

Mit heute starten teilweise wieder die dritthöchsten Wettbewerbsklassen des österreichischen Fußballs ihren Ligabetrieb. Einige Drittligisten waren schon am vergangenen Wochenende im ÖFB Cup im Einsatz, doch nun wartet wieder der Ligaalltag. Dieser ist für viele Vereine ab heuer komplett anders als davor.

Viele weite Anreisen, Vereinbarkeit mit Beruf und gleichzeitig hohes sportliches Niveau. All das zeichnete die Regionalligen in der Vergangenheit aus. Der ÖFB setzte vor zwei Jahren eine Reform um, die mit der anstehenden Spielzeit auch in Kraft tritt.

Aus drei wurden vier

Eine ÖFB-Arbeitsgruppe beschloss unter Einbezug der Vereine eine größere Reform, was die regionale Einteilung betrifft. So gibt es aber heuer die neu erschaffenen Regionalliga Nord und Regionalliga Süd. Die Regionalliga Mitte ist hiermit Geschichte. Oberösterreich und Salzburg bilden die neue „Nord“, während sich Klubs aus der Steiermark und Kärnten in der „Regionalliga Süd“ matchen.

Salzburg wandert hiermit von der bisherigen Regionalliga West – die nun aus Vorarlberg und Tirol besteht – zur gemeinsamen Liga mit Oberösterreich. Die Regionalliga Ost bleibt hingegen wie gehabt bestehen.

So läuft der Modus

Etwas komplexer wird es dann beim wesentlichen Teil: Dem Sportlichen. So treten in der „Süd“ im Herbst acht Vereine in zwei getrennten Gruppen bundeslandintern jeweils einmal daheim und auswärts gegeneinander an. In der zweiten Saisonhälfte im Frühjahr kommen dann die vier besten Teams aus beiden Bundesländern in eine Play-off-Gruppe und spielen sich den Meistertitel mit jeweils zwei Spielen gegeneinander aus.

Die Plätze fünf bis acht aus dem Herbstdurchgang spielen im sogenannten „Qualifikations-Play-off“, von wo der Schlechteste aus dem jeweiligen Bundesland absteigt. So kann es also vorkommen, dass beispielsweise ein steirischer Klub am Saisonende Sechster wird, aber kein anderer Verein aus der grünen Mark dahinter ist und somit runter muss.

Beide Verbände waren sich über die Erneuerung einig und heben vor allem die kürzeren Reisewege hervor. „Mit der Einführung der Regionalliga Süd konnten wir dem Wunsch zahlreicher Kärntner und Osttiroler Amateurvereine auf eine Attraktivierung der 3. Leistungsstufe Folge leisten. In guter Zusammenarbeit mit dem Steirischen Fußballverband gelang es, eine Struktur auszuarbeiten, die Regionalität und sportliche Attraktivität kombinieren und den Fußball österreichweit nachhaltig stärken wird“, betont der Präsident des Kärntner Fußballverbandes (KFV), Martin Mutz, auf der ÖFB-Website.

Auch sein steirischer Präsidentenkollege, Wolfgang Bartosch, sieht in der Neuausrichtung eine Bereicherung für den Fußball: „Mit diesem gemeinsam mit dem Kärntner Fußballverband ausgearbeiteten Format für unsere neue Regionalliga Süd konnten wir den Wünschen und Anliegen unserer Vereine unter den Vorgaben des ÖFB bestmöglich entgegenkommen.“

Diese Play-offs gibt es in der Regionalliga Nord und Regionalliga West hingegen nicht. Hier wird die Meisterschaft mit Hin- und Rückrunde ausgetragen. Wer nach 30 Spieltagen Erster ist, ist Meister. Die neue Liga umfasst acht oberösterreichische Vereine und acht aus Salzburg. Die neue West startet auch mit acht Vertretern aus Vorarlberg und Tirol und läuft im gleichen Szenario ab.

Keine Aufstiegsgarantie für Meister

Ein weiteres Novum ist, dass die Erstplatzierten aus allen Regionalligen nicht automatisch in die 2. Liga aufsteigen. Die Meister aus den vier Regionalligen treten in einer Relegation gegeneinander an.

So trifft der Meister aus Süd auf den Ersten der Ost und die besten Teams aus der Nord auf den Meister der Regionalliga West, jeweils mit Hin- und Rückspiel. Zuvor muss allerdings die Lizenz für einen Aufstieg in die 2. Liga erteilt worden sein. Wer gegen wen in der Relegation spielt, wird jährlich vor Saisonstart ausgelost.