In der Provinz um EL-Ticket: Salzburg will Mjällby "auf keinen Fall unterschätzen"

In der Provinz um EL-Ticket: Salzburg will Mjällby „auf keinen Fall unterschätzen“

Im südschwedischen Hällevik baut sich für Salzburg die letzte Hürde vor dem Einzug in die Ligaphase der Europa League auf.

Auf der Halbinsel Listerlandet werden die „Bullen“ am Donnerstag (18.00 Uhr) von Mjällby AIF, dem schwedischen Sensationsmeister, zum Playoff-Hinspiel empfangen. „Das ist eine gut organisierte Mannschaft, die gewillt ist, Fußball zu spielen. Da brauchst du zwei gute Spiele“, sagte Salzburg-Trainer Danny Röhl vor dem Abflug am Mittwoch.

Setzen sich die Salzburger durch, stehen sie zum 13. Mal im Hauptbewerb der seit 2009/10 existierenden Europa League. Im zweithöchsten UEFA-Bewerb erreichte Österreichs einstiger Serienmeister 2018 sogar das Halbfinale, 2019 immerhin das Viertelfinale. Hochoffiziell war von „unserem Bewerb“ die Rede. Bei einem Ausscheiden erfolgt der Umstieg in die Conference League, in der Salzburg noch nie vertreten war. Daran will man aber keine Gedanken verschwenden. „Wir sind alle angetreten, Europa League zu spielen. Wenn man sieht, welche Topteams da warten, würden wir uns alle sehr freuen, die tollen Heimspiele und Auswärtsfahrten zu haben. Deswegen versuchen wir morgen alles, den ersten Schritt zu gehen“, erklärte Röhl.

Ein Fischerdorf auf Europacup-Abenteuer

Finanziell liegen Welten zwischen den beiden Teams – und auch der Erfahrungsschatz auf Europacup-Ebene ist ganz ein anderer. Die kommende Partie ist für das Team aus dem rund eineinhalb Autostunden von Malmö entfernten Fischerdorf erst der fünfte internationale Auftritt der Vereinsgeschichte. Zwar gelang gegen Lincoln FC aus Gibraltar in der Champions-League-Qualifikation der Aufstieg (3:0), doch in der 3. Runde war gegen den slowakischen Abo-Meister Slovan Bratislava Endstation (1:4).

National hat die deutlich finanzkräftigere Konkurrenz aus den Metropolen mittlerweile zurückgeschlagen. Zur Meisterschaftshalbzeit steckt Mjällby, ohne potente Großinvestoren im Rücken, im Abstiegskampf. Allerdings wurde am Wochenende der bis dahin ungeschlagene Tabellenführer IK Sirius nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 besiegt. „Das war noch einmal eine Warnung für uns“, meinte Röhl.

Beim schwedischen Doublesieger gab es inzwischen einige Veränderungen. Meistertrainer Anders Torstensson zieht nun als Technischer Direktor die Fäden, als Chefcoach wurde der junge Norweger Karl Marius Aksum (36) installiert. Benannt ist der Verein nach dem 1.400-Seelen-Ort Mjällby, seine Heimspiele trägt er aber in der Nachbargemeinde Hällevik aus. Um den UEFA-Richtlinien gerecht zu werden, musste das Stadion erst mit mobilen Containern und anderen Zusatzbauten ergänzt werden.

Keine Favoritenrolle – Krätzig fehlt

Auf die Favoritenrolle wollten sich Röhl und Co. nicht festlegen lassen, auch wenn sie zuvor den Gegner nicht kannten. „Sie sind auf keinen Fall zu unterschätzen, sondern sicher ein unangenehmer Gegner. Da müssen wir dagegenhalten“, warnte Kapitän Nikolas Veratschnig. Die Salzburger performten seit Röhls Amtsantritt vor zwei Monaten bisher sehr solide, feierten in sechs Pflichtspielen bei zwei Remis vier Siege. In der EL-Quali hatte man mit Pafos aus Zypern aber durchaus seine Mühe. Der Aufstieg war nicht zuletzt Neuverpflichtung Haris Tabakovic zu verdanken, der alle vier Treffer gegen Pafos erzielte.

Aus diesen Erfahrungen wolle man lernen. „Morgen ist erst einmal wieder nur die erste Halbzeit von zwei Spielen. Das haben wir schon gemerkt, ein Hinspielsieg bedeutet nicht automatisch, dass alles geregelt ist“, sagte Röhl. Personell ist man im Vergleich zum 3:0 bei der WSG Tirol am vergangenen Sonntag leicht dezimiert, Außenverteidiger Frans Krätzig fällt mit einer Oberschenkelverletzung nach Clubangaben „für einige Zeit aus“, Röhl hofft auf maximal zehn Tage. Fragezeichen gab es noch bei Leandro Morgalla, der gegen die WSG einen Schlag aufs Knie bekommen hatte.

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