Insignia will Austria-Anteile kaufen – Krisch überrascht: „Das höre ich zum ersten Mal“

via Sky Sport Austria

Das öffentliche Hick­hack zwischen der Wiener Austria und der Insignia Group geht in die nächste Runde. Austria-Vorstand Gerhard Krisch bezog am Sonntag zu den Aussagen von Insignia-Boss Michael Surguladze Stellung. Der georgische Unternehmer teilte im Interview mit Sky-Reporter Johannes Brandl gegen das Austria-Management kräftig aus.

„Auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit“: Insignia-Boss teilt gegen Austria-Management aus

Surguladze habe bei der Zusammenarbeit mit einem Sportverein noch nie ein „derartiges Chaos und eine derart intransparente Vorgehensweise“ erlebt. Außerdem habe er das Gefühl, dass den „führenden Personen des Vereins die echte Gewinnermentalität fehlt“. Krisch respektiere zwar die Aussagen, sieht die Sachlage jedoch anders: „Es ist ein ewiges Ping-Pong. Der Herr Surguladze hat seine Sichtweise zu manchen Dingen, das haben wir seit dem ersten Tag gesehen. Wir verfolgen hier eine ganz klare Linie, wir haben eine Strategie und rechtliche Rahmenbedingungen, darum gibt es nicht viel zu diskutieren. Uns geht es darum den Verein wirtschaftlich zu stabilisieren und nicht darüber zu diskutieren.“

Krisch zeigte sich überrascht über die Aussage, dass Insignia 49,9 % der Austria-Anteile kaufen möchte und somit als Investor einsteigen will. Bedingung sei jedoch die „Neuwahl des Vorstands und die Entbindung des derzeitigen Managements von seinen Aufgaben“. „Ich habe keine Offerte von Insignia am Tisch liegen“, sagte Krisch und fügt an: „Wenn dem so ist, dann soll Insignia so wie alle anderen Investoren ein Angebot auf den Tisch legen, das wir sehr detailliert prüfen (…) und ich werde als Vorstand der Aktiengesellschaft unseren Gremien eine Empfehlung aussprechen, mit wem eine professionelle und sinnvolle Zusammenarbeit für die nächsten Jahre vorstellbar ist.“

Er führe derzeit mit „vielen anderen Investoren sehr, sehr detaillierte Verhandlungen, wo wir in eine entscheidende Phase kommen“, so Krisch. „Die führen wir mit viel Sorgfalt im Sinne der Wiener Austria. Wir werden in den nächsten ein, zwei, drei Wochen diese Entscheidung an die Gremien weitergeben.“ Drei Investoren sollen laut Krisch derzeit noch im Rennen sein.

Ein Prozent der Anteile an der FK Austria Wien AG waren im Frühjahr laut einem Optionsschein 250.000 Euro wert. Da die Austria bis zu 49,9 Prozent der AG an einen Investor verkaufen will, wären dies etwas mehr als 12 Millionen Euro.