Jakob Pokorny: Der 17-Jährige, der in der WM-Kabine das Wort hat

„Also lasst uns rausgehen, lasst uns Gas geben – unsere Intensität, unsere Härte auf den Platz bringen!“ Mit seiner Kabinenansprache vor dem U17-WM-Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien hat Jakob Pokorny Eindruck hinterlassen. Der 17-jährige Innenverteidiger führt Österreichs U17-Nationalteam als Kapitän aufs Feld – und das mit Erfolg.

Österreich vs. Tunesien am Samstag ab 16:35 Uhr live auf Sky Sport Austria 1 sowie im frei empfangbaren Livestream auf skysportaustria.at & der Sky Sport Austria App.

Seinen Weg begonnen hat Pokorny in seiner Heimat Klagenfurt, 2014 beim KAC 1909. Über den WAC führte ihn sein Weg 2022 in die Jugend des FC Liefering und kurz darauf in die AKA Red Bull Salzburg U15, wo er dann sämtliche Altersklassen durchlief. Aktuell spielt der Kärntner in der U18 der AKA Red Bull Salzburg und beim FC Liefering.

Jemand, der Verantwortung übernimmt

Bei Liefering wird er von Trainer Daniel Beichler betreut – einem, der genau weiß, was Pokorny auszeichnet. „Ich denke, er ist ein sehr ehrgeiziger Typ“, sagt Beichler im Gespräch über seinen Schützling. Pokorny sei jemand, der gerne Verantwortung übernimmt – und genau dieses Verantwortungsbewusstsein zeichne ihn aus und unterscheide ihn von anderen Spielern in seinem Alter.

Das zeige sich auch in der Kabinenansprache des Verteidigers vor dem Match gegen Saudi-Arabien. „Das ist als 17-Jähriger alles andere als selbstverständlich – wie er da auftritt und die Mannschaft mitreißen kann.“ Auch abseits der WM beim FC Liefering sprechen sie über diese „unglaublichen“ Qualitäten, die er künftig im Verein noch mehr integrieren soll.

Pokorny in rot-weiß-rot

Für Österreich stand Pokorny bereits in der U15 und U16 auf dem Platz. Für die U17 hat er im rot-weiß-roten Trikot zahlreiche Spiele absolviert – darunter zwei bei der aktuellen WM, bei der er das Team als Kapitän anführt. Beichler beschreibt Pokorny als typischen Wettkämpfer, der sich gern mit den Besten misst. „Einer der vorangeht“, sagt der Liefering-Trainer. Auch deswegen sei er für seine jetzige Rolle prädestiniert. „Diese Eigenschaften, die ein Kapitän mitbringen soll, die hat er in sich drinnen“.

Verteidiger durch und durch

„Für Stürmer ist es sehr ekelhaft, gegen ihn zu spielen“, sagt Beichler, wenn es um die sportlichen Qualitäten des 17-Jährigen geht. Pokorny hat Lust aufs Verteidigen – und das sieht man.
Genau diese Qualität sei auch etwas, was ihn von anderen jungen Spielern unterscheide. „Es tendieren mittlerweile sehr viele junge Verteidiger dazu, sich in erster Linie über den Ballbesitz und Spielaufbau in Szene zu setzen“, sagt Beichler. Pokorny wolle sich auch hier verbessern, doch ihm sei klar, was seine Rolle ist: Er ist Verteidiger – und das mit voller Überzeugung. Diese Einstellung werde seltener und die hat er „drinnen“. Auch im Match gegen Saudi-Arabien habe man diese Mentalität laut Beichler sehen können: wie Pokorny Defensivaktionen mit einer ähnlichen Begeisterung feiert, als wäre vorne ein Tor gefallen.

Der nächste Schritt sei nun, die Qualitäten in den Erwachsenenfußball zu übertragen – und dabei mache der Kärntner bereits ordentliche Schritte.

WM wichtig für persönliche Entwicklung

Mit einer weißen Weste hat die österreichische U17-Mannschaft die Gruppenphase der WM überstanden. Nach Siegen gegen Saudi-Arabien, Mali und Neuseeland geht es in der K.o.-Phase jetzt gegen Tunesien.

Für Beichler ist diese WM-Erfahrung extrem wichtig für die Persönlichkeit junger Spieler. Zu lernen, mit dem überwiegend selbst erzeugten Druck umzugehen, sei essenziell.

Pokorny im Interview vor der WM

Trainer, Fan, Patriot

Beichler verfolgt die U17-Weltmeisterschaft. Klar, in erster Linie als Fan und Patriot, wie er erzählt. Interessanter wird das Ganze aber natürlich, weil mit Jakob Pokorny und Johannes Moser gleich zwei seiner Schützlinge im Kader stehen. Vor und nach den Matches schreibt Beichler ihnen – wünscht Glück, gratuliert zum Sieg. Insgesamt neun Spieler der Red Bull Akademie sind bei der WM vertreten.

Mit einem konkreten Tipp hält sich Beichler zurück. Dennoch traut er dem Team einiges zu und ist überzeugt, dass die Jungs eine super Figur abgeben und sich in diesem Jahrgang vor niemanden verstecken müssen.

Die Gruppenphase ist überstanden. Rückblickend kann man durchaus sagen, dass Pokorny in seiner Kabinenansprache vor dem Auftaktspiel schon jetzt recht behalten hat:
„Jetzt sind wir hier, jetzt ist alles angerichtet. Genau für uns, für unseren Moment.“

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Bild: IMAGO