Jubiläumsrennen auf Hungaroring beschließt erste WM-Hälfte
Mit dem Rennen auf dem Hungaroring hat die Formel 1 im August 1986 Neuland betreten.
200.000 Zuschauer waren vor 40 Jahren zum ersten F1-Rennen auf einem Kurs im einstigen Ostblock gekommen, seither ist der GP von Ungarn in Mogyorod bei Budapest fixer Bestandteil im WM-Kalender. Am Sonntag (15:00 Uhr live bei Sky – streame mit Sky X) will Kimi Antonelli im Jubiläumsrennen an seinen Erfolg vor einer Woche in Belgien anknüpfen und vor der vierwöchigen Sommerpause seinen Vorsprung in der WM ausbauen.
Der Mercedes-Pilot hat mit seinem Erfolg in Spa sein Guthaben auf Lewis Hamilton auf 45 Punkte vergrößert und wird zur Saison-Halbzeit das Feld anführen. Im elften von 22 WM-Rennen erwartet der Italiener aber einen harten Fight zwischen den vier Top-Teams. „Ich glaube, es wird zwischen uns allen sehr eng zugehen, und deshalb wird es wichtig sein, zu versuchen, alles optimal zusammenzubringen“, erklärte der 19-Jährige.
Mercedes dominiert Qualifying
Antonelli und sein Teamkollege George Russell haben im bisherigen Saisonverlauf das Qualifying dominiert, in allen zehn Rennen stand ein Mercedes auf der Pole Position. Gerade auf dem Hungaroring, auf dem Überholen schwierig ist, wäre die schnellste Runde am Samstag (16.00 Uhr) ein Trumpf. „Der Hungaroring stellt eine andere Herausforderung dar als die Rennstrecken, auf denen wir zuletzt gefahren sind“, erklärte Mercedes-Boss Toto Wolff. „Silverstone und Spa bieten begrenzte Möglichkeiten zur Energierückgewinnung, Budapest hingegen besitzt viel Potenzial zur Rekuperation. Das verändert die Anforderungen an das Auto und die Herangehensweise an das Wochenende. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein fehlerfreies und zuverlässiges Wochenende absolvieren und die Punkte holen, zu denen unser Auto fähig ist, bevor wir in die Sommerpause gehen.“
Große Hoffnungen auf dem Kurs, auf dem Motorleistung und Topspeed eine geringere Rolle spielen als bei den Rennen davor, hat auch Ferrari. „Es kommt stark auf das Set-up und das Reifenmanagement an“, sagte Teamchef Fred Vasseur. Budapest dürfte uns wahrscheinlich deutlich besser liegen als Spa. Auf dem Papier mag der Motorrückstand zwar weniger ins Gewicht fallen, aber wir müssen trotzdem unsere Leistung bringen. „Zudem ist der Hungaroring für seinen Star-Piloten eine der Lieblingsstrecken. Hamilton ist in Ungarn mit acht Triumphen Rekordsieger, nur in Silverstone (9) hat er öfter gewonnen.
Zuletzt zwei McLaren-Doppelsiege
In den vergangenen zwei Jahren hat aber McLaren in Ungarn dominiert und sowohl 2024 (Oscar Piastri vor Lando Norris) als auch 2025 (Norris vor Piastri) einen Doppelsieg gefeiert. Das Team von Weltmeister Norris wird einige umfangreiche Upgrades mitbringen, darunter einen neuen Unterboden und aerodynamische Bauteile.
Mit etwas Schwung nach seinem dritten Platz in Belgien hinter Antonelli und Charles Leclerc (Ferrari) reist Max Verstappen an. „Spa war ein positives Rennen für uns: Das gesamte Wochenende verlief sehr geradlinig“, sagte der Red-Bull-Fahrer. Strecke und Layout in Ungarn würden sich aber grundlegend unterscheiden. „Wir müssen abwarten, wie sich alles zusammenfügt, und sicherstellen, dass wir bei der Fahrzeugabstimmung alles richtig machen. Der Start ins Wochenende ist entscheidend, und wir hoffen, von Anfang an voll da zu sein, um so konkurrenzfähig wie möglich zu sein“, meinte der Sieger von 2022 und 2023.
Nach dem Rennen in Ungarn geht die Formel 1 in eine vierwöchige Pause. Die zweite Saisonhälfte beginnt am 23. August mit dem GP der Niederlande in Zandvoort.
