INNSBRUCK,AUSTRIA,25.NOV.16 - SOCCER - Sky Go Erste Liga, FC Wacker Innsbruck vs Floridsdorfer AC. Image shows head coach Juergen Halper (FAC). Photo: GEPA pictures/ Hans Osterauer

Jürgen Halper: “Mannschaft wird unter mir den Turnaround schaffen”

via Sky Sport Austria

19 Runden sind in der Ersten Liga absolviert. Der FAC ist nach zuletzt neun sieglosen Spielen wieder mitten drin im Abstiegskampf – und das, obwohl die Situation beim FAC vor einigen Wochen besser denn je war: nach 12 gespielten Runden lagen die Floridsdorfer auf Rang Fünf mit sieben Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Vier Siege standen zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto der Wiener (erstmals so viele in der Sky Go Ersten Liga). Knapp zwei Monate später ist davon nur noch wenig zu erkennen: öffentliche Kritik, Trainerdiskussion und nur noch einen Punkt vor einem Abstiegsplatz.

 

 

Holpriger Start – dennoch gutes erstes Saisonviertel

Nach der “Horror-Saison 2014/15” (17 Punkte – vier Siege – 27 (!) Niederlagen) wollte man beim FAC einen Neuanfang wagen. Pero Brnic übernahm die Aufgaben des sportlichen Leiters. Gemeinsam mit Trainer Jürgen Halper arbeitete man an einem radikalen Kader-Umbruch. Insgesamt 17 Neuzugänge haben die Floridsdorfer im Laufe der Transferperiode vorgestellt. Das Trainerteam bekam zusätzlich neue Gesichter. Nur wenige trauten der neuformierten Mannschaft etwas zu. Und zu Beginn behielten die Kritiker recht. Nur ein Punkt nach vier Runden. Gemeinsam mit Aufsteiger Blau Weiß Linz standen die Wiener auf einem Abstiegsplatz. Die Leistung stimmte, doch belohnt hat man sich nicht. Obmann-Stellvertreter Peter Eigl sprach schon damals von der “Woche der Entscheidung”, traf man doch innerhalb von zehn Tagen auf drei direkte Kontrahenten.

 

Woche der Entscheidung? “Ich dachte nach fünf Runden sei die Saison vorbei!”

 

Doch es gelang der “Turnaround” und man schrieb dabei sogar Klubgeschichte: Gegen SV Horn, Blau Weiß Linz und Wiener Neustadt gelangen drei Siege in Folge in der Sky Go Ersten Liga. Der 3:0-Auswärtserfolg in Wiener Neustadt war zugleich der höchste Sieg des FAC in der Ersten Liga seit dem 21. November 2014 (damals 3:0 bei Austria Lustenau). Höher gewann der FAC in der Ersten Liga nie. Plötzlich lief alles rund. Man spielte frei auf und konnte konstant gute Leistungen zeigen.

 

“Wollten uns nach oben orientieren” 

 

“2. Quartal”: Länderspielpause brachte Leistungseinbruch

Auch ins zweite Saisonviertel startete man gut. Gegen Wacker Innsbruck konnte man einen 3:1-Heimsieg einfahren (letztes Spiel unter Innsbruck-Trainer Jacobacci und zugleich der letzte volle Erfolg des FAC). Im Cup schaffte man den Aufstieg ins Achtelfinale und gegen Wattens und Lustenau holte man jeweils ein Remis. Als 5. der Tabelle ging es in die Länderspiel-bedingte-Pause – zu diesem Zeitpunkt dachte wohl niemand, dass man noch vor Weihnachten in eine solch “heikle Situation” kommen könnte.

 

“Mir war klar, dass ein Einbruch passieren wird”

 

Tabelle nach 12 gespielten Runden:

Sky Go Erste Liga Tabelle 12. Runde

1:5 gegen Liefering, 1:2 gegen SV Horn, 0:0 gegen Blau Weiss Linz, Cup-Aus gegen Red Bull Salzburg, 1:1 gegen Wiener Neustadt, 0:1 gegen LASK und 0:1 gegen KSV 1919. Zusammengefasst: Kein Sieg – Zwei Punkte aus sechs Spielen. Für Trainer Jürgen Halper waren einige Verletzungen der Grund, warum man nach der Länderspiel-bedingten-Pause nicht mehr an die Leistungen anschließen konnte: “In der Phase waren leider wichtige Spieler verletzt. Dadurch konnten sie nicht den Fortschritt im körperlichen Bereich machen. Zu dieser Zeit waren wir sehr abhängig von Marco Sahanek, der die ersten zehn bis zwölf Spiele überragend gespielt hat und sehr wichtig fürs Team war und noch immer ist. Seinen Ausfall (Anm. Mittelhandbruch und muskuläre Probleme) konnten wir nicht kompensieren.”.

 

Heikle Situation – öffentliche Kritik

Die fehlenden Punkte brachte Unruhe rund um das Team von Jürgen Halper. Oft waren es nicht einmal kritische Medienberichte, die für Aufsehen gesorgt haben, sondern eher Aussagen von Vereinsmitglieder, die den Druck auf das Trainerteam und die Spieler erhöhten.

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Obmann-Stellvertreter Eigl meinte zwar im Sky Sport Austria-Interview, dass seine Aussagen oft aus dem Zusammenhang gerissen worden seien, dennoch merkte man ihm an, dass ihm der Leistungseinbruch der Spieler ganz und gar nicht gefallen hat.

 

Halper zur öffentlichen Kritik:

 

Klar ist auch, dass bei ausbleibender Punkteausbeute die Trainerfrage gestellt wird. Ein klares Bekenntnis zu Jürgen Halper blieb sowohl vom Obmann-Stellvertreter, als auch vom sportlichen Leiter Pero Brnic aus. Nach der unglücklichen 0:1 Niederlage gegen KSV 1919 kündigte man von Vereinsseite “ernste Gespräche” mit dem Trainer an. Diese dürften aber bis heute nicht geführt worden sein: “Es gab keine ernsten Gespräche. Man muss mit mir auch nicht ernst reden. Ich weiß was zu tun ist. Ich kann die Punkte aber nicht selber machen. Wir analysieren die Fehler, aber auch unsere Stärken.”, so Halper.

 

Zukunft

Wie es beim FAC weiter geht ist noch ungewiss. Klar ist, dass man auf der Suche nach einem erfahrenen Stürmer ist. Mit Sahanek und Flavio Dos Santos (beide erzielten jeweils fünf Treffer) stehen zwei Mittelfeldakteure ganz oben auf der FAC-Schützenliste. Grbic (meist auch im Mittelfeld aufgestellt) hält bei drei Treffern. Selbst Linksverteidiger Kröpfl hat bereits mehr Tore erzielt, als die nominellen Stürmer Hirschhofer (1) und Preradovic (0) zusammen. Halper: “Natürlich bin ich in der Kaderplanung noch aktiv beteiligt. Wir suchen einen gestandenen Stürmer, der vorne die Bälle halten kann. In unserer Situation hilft uns kein junger Stürmer, weil wir nun einen Spieler brauchen, der auch unter größer werdenden Druck Leistung bringen kann.“.

Jürgen Halper selbst sieht die Situation sehr sachlich. Er weiß, dass er mit seiner Mannschaft punkten muss. Der Trainer glaubt aber fest daran, dass er mit seiner Mannschaft den Turnaround (ein weiteres mal) schaffen wird.

 

“Turnaround werden wir unter mir sicher schaffen!”

 

Passend zur Weihnachtszeit hat Trainer Halper auch einige Wünsche für Veränderungen: “Ein Trainingsplatz steht an erster Stelle. Den brauche aber nicht ich persönlich, sondern den braucht jeder Trainer, egal wie der heißt. Natürlich ist auch der Faktor “Ruhe” entscheidend. Wenn man mit jungen Spielern arbeitet, ist Ruhe zum Arbeiten ganz wichtig. Und wenn ich im Jänner oder Februar da sitzen sollte, wird es diese Veränderungen von meiner Seite auch geben. Ob der Verein dann einsteigt oder nicht, das müssen wir dann besprechen.” (Anm. das Trainingsgelände des FAC besteht aus dem Rasenplatz (Hauptplatz) und einem Kunstrasenplatz. Bei schlechter Witterung müssen viele Trainingseinheiten auf dem “kleinen” Kunstrasenfeld absolviert werden.)

 

Man darf also gespannt sein, ob das Christkind die Wünsche von Trainer Halper erfüllt und ob ein neuer Stürmer unter dem Christbaum liegt, oder die Floridsdorfer im Frühjahr mit einem neuen Trainer die Mission Klassenerhalt in Angriff nehmen.