DOHA,QATAR,20.JAN.20 - SOCCER - tipico Bundesliga, Red Bull Salzburg, training camp. Image shows Zlatko Junuzovic (RBS). Photo: GEPA pictures/ Jasmin Walter

Junuzovic: “Jeder muss sich erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden”

via Sky Sport Austria

Wien – An ihrem freien Tag haben die Spieler von Red Bull Salzburg von den abgesagten Spielen der kommenden zwei Runden und der damit verbundenen Zwangspause erfahren.

Routinier Zlatko Junuzovic (32) erklärt im Sky-Interview, wie er und die Kollegen mit der noch nicht da gewesenen Situation umgehen.

Waren Sie überrascht oder haben Sie schon damit gerechnet, dass auch in Österreich Spiele wegen dem Corona-Virus abgesagt werden?

„Damit kann man nie rechnen. Vor allem wenn man in die Entscheidung nicht involviert ist. Man hat natürlich mitbekommen, wie medial berichtet wurde und welche Maßnahmen im Ausland ergriffen wurden. Wir akzeptieren alle Maßnahmen und wollen das Beste daraus machen. Es ist für jeden was Neues. Alle, Spieler wie Vereine, sitzen in einem Boot.“

Wie geht man in Salzburg mit der Zwangspause um?

„Angeschlagene Spieler können ihre Wehwehchen hinter sich lassen. Der Zeitdruck fällt weg. Ich persönlich kann in der Reha meine Muskelverletzung im Oberschenkel vollständig und in Ruhe auskurieren. Ansonsten ist es wichtig, dass wir so gut es geht im Rhythmus bleiben und körperlich neue Reize setzen. Jeder muss sich außerdem erst einmal in der neuen Situation zurechtfinden. Wir müssen auf uns und unsere Umgebung aufpassen.“

Es ist nicht klar, wie es weitergeht. Wie stellen Sie sich auf die Ungewissheit ein?

„Wir müssen uns auf alle Umstände einstellen und probieren, unser Leben normal weiterzuleben. Wir sollten nicht in allzu große Panik verfallen. Es gibt einige Infizierte. So schlimm es ist, ist auch ein Stück Normalität wichtig.“

Sportlich sind eine Möglichkeit Geisterspiele. Was halten Sie davon, nachdem Sie es erst 2018 im Playoff zur Champions League in Belgrad erlebt haben?

„Das ist nicht das Beste was passieren kann. Emotion und Leidenschaft bleiben auf der Strecke. Adrenalin und Feuer sind vor allem dann drin, wenn auch Fans im Stadion sind. Das ist es, was den Sport ausmacht. Ich habe volles Vertrauen in die Entscheidungsfindung. Es muss durchdacht und gut für die Menschen sein. Man muss vielleicht von Woche zu Woche entscheiden. Wenn es so kommt, dann kommt es so. Wir werden keine Ausreden suchen.“

Sind Geisterspiele besser als gar keine?

„Das ist situationsabhängig. Es steht immer das Wohlbefinden aller an erster Stelle. Auch bei mir ist die Gesundheit für meine Familie das A und O. Wenn es die beste Lösung ist, muss man sich darauf einstellen.“

Woran sollte sportlich in den kommenden Wochen gearbeitet werden, damit der positive Trend der letzten beiden Spiele (Anm.: 1:0 gegen den LASK, 2:0 gegen Sturm) fortgeführt wird?

„Wir haben in diesen beiden Spielen gesehen, was wir machen müssen. Das war unser wahres Gesicht. Vor allem gegen den LASK, wo wir den Kampf und die Zweikämpfe angenommen haben und einer für den anderen da war. Wenn wir das weiterhin schaffen, dann kommt die fußballerische Qualität zum Tragen und dann werden wir sehr viel gewinnen.“

Läuft das Titelrennen auf ein Duell mit dem LASK (Anm.: drei Punkte Vorsprung) und ein mögliches Finale in Pasching in der letzten Runde hinaus?

„Letztes Jahr hat der LASK von der Punkteteilung profitiert, heuer wir. Auch diese Situation muss man annehmen. Es kann auch sein, dass Rapid und der WAC bis zum Ende mit dabei sind. Der LASK spielt eine starke Saison und wir haben uns schwer getan gegen sie. Aber auch wir haben eine sehr gute Mannschaft und ich bin positiv gestimmt, dass wir Meister werden. Ob früher oder in der letzten Runde ist egal. Wir werden unsere ganze Kraft und unser ganzes Können dafür einsetzen.“

Beitragsbild: GEPA Pictures