„Kann kein Pech sein“: Alonso nach Aus wütend auf das eigene Team
Fernando Alonso lässt nach dem Defekt beim Mexiko-GP seinem Zorn freien Lauf und kritisiert Alpine.
Beim Mexiko-GP demonstrierte ein Großteil der Formel 1-Boliden seine Zuverlässigkeit. Nur zwei von 20 Fahrzeugen kamen im Autodromo Hermanos Rodiguez nicht ins Ziel.
Yuki Tsunoda schied nach einer Kollision mit Daniel Ricciardo aus, Fernando Alonso musste seinen Alpine-Boliden sechs Runden vor Schluss mit einem Motorschaden abstellen. Auf Platz sieben liegend war der zweifache Weltmeister auf dem Weg zu einem weiteren Punkterfolg.
Dass ihn ein technischer Defekt um diesen Erfolg brachte, verärgerte den Spanier nach dem Rennen sehr. Bereits nach dem Aussteigen aus dem Fahrzeug fluchte Alonso mit erhobener Faust, im Gespräch mit den Journalisten ließ der 41-Jährige seiner Wut auf das eigene Team dann freien Lauf.
„Es ist erstaunlich, dass in jedem Rennen nur ein oder zwei Autos ausfallen – und immer ist es Auto 14“, sagte Alonso zornig.
Alonso sieht sich um 66 Punkte gebracht
„Austin und hier waren meine besten Rennen. Mein Niveau ist in dieser Saison sehr hoch, aber die Gesamtwertung wird am Ende des Jahres eine der schlechtesten sein“, ärgerte sich Alonso und machte seine ganz persönliche WM-Rechnung auf.
„Ich hatte fünf Motorschäden in diesem Jahr, glaube ich. Dann gab es das Problem im Qualifying in Australien, und in Österreich (im Sprintrennen, Anm. d. Red.) konnte ich aufgrund eines kompletten Blackouts überhaupt nicht einmal starten. Bei 19 Rennen haben wir mehr oder weniger in 50 Prozent der Fälle nicht die Punkte geholt, die wir verdient haben“, analysierte Alonso.
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„Ich habe 60 Punkte in diesem Jahr verloren, denke ich. Wenn wir jetzt noch sechs addieren, dann sind wir bei 66. Und die anderen profitieren natürlich noch und holen mehr Punkte als sie holen sollten“, rechnete er vor.
Zwei Rennen vor Schluss liegt Alonso mit 71 Punkten auf Rang neun der Fahrerwertung. Ohne technische Probleme wäre er seiner Meinung nach mit 139 Punkten Siebter, also „Best oft he Rest“ nach den Fahrern der drei Top-Teams Red Bull, Ferrari und Mercedes.
Nicht immer ein Defekt schuld
Dass er sein Team für die häufigen Ausfälle verantwortlich macht, betonte der Routinier deutlich: „Es kann kein Pech sein, wenn du sechs oder sieben Motoren wechseln musst und trotzdem keine Rennen beendest.“
Die offizielle Statistik weist bei Alonso fünf Mal einen Austausch von Motoren oder Motorenteilen aus, dreimal erhielt der Alpine A522 ein neues Getriebe.
Aber nicht immer war ein Defekt für das vorzeitige Ausscheiden Alonsos verantwortlich. In Imola beispielsweise rutschte Mick Schumacher in Alonsos Boliden und beendete damit das Rennen des Spaniers.
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Team entschuldigt sich
Angesprochen auf Alonsos Kritik verwies Teamchef Otmar Szafnauer auf die Strategie des Teams, das auf Performance statt auf Zuverlässigkeit setzt. Eine Taktik, die vor dem Hintergrund des aktuellen Motorenreglements auch andere Teams verfolgen.
„Aber natürlich machen wir das nicht mit Absicht, dass wir nicht zuverlässig sind“, sagte Szafnauer. Das Team habe sich bei Alonso entschuldigt.
Alonso gibt auf diese Entschuldigung nicht mehr viel, innerlich scheint er schon die kommende Saison herbeizusehnen, in der als Nachfolger von Sebastian Vettel bei Aston Martin ins Cockpit steigt.
„Ich werde einfach zum letzten Rennen nach Abu Dhabi kommen, mit dem Team feiern und dann nach Hause fliegen“, sagte er zu seinem bevorstehenden Abschied.
(skysport.de)
Bild: Imago
