DORTMUND, GERMANY - DECEMBER 12: Head coach Lucien Favre of Dortmund is seen during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and VfB Stuttgart at Signal Iduna Park on December 12, 2020 in Dortmund, Germany. (Photo by Lars Baron/Getty Images)

“Katastrophe”: Dortmund nach Demütigung im Schockzustand

via Sky Sport Austria

Borussia Dortmund befindet sich nach der Demütigung durch den VfB Stuttgart im Schockzustand. Für Trainer Lucien Favre wird es ungemütlich.

Der sichtlich mitgenommene Lucien Favre sprach von einer “Katastrophe”, der fassungslose Hans-Joachim Watzke wirkte nach dem “schwarzen Tag” ratlos. Die historische 1:5-Demütigung durch Aufsteiger VfB Stuttgart hat Borussia Dortmund in einen Schockzustand versetzt. Für Trainer Favre wird es nach der dritten Bundesliga-Heimniederlage in Serie ungemütlich.

“Es fühlt sich nicht gut an. Wir müssen es analysieren”, sagte Geschäftsführer Watzke und hielt sich zu möglichen Konsequenzen für Favre bedeckt. Erst zweieinhalb Stunden nach dem Abpfiff verließ der Klub-Boss das Stadion. Zuvor hatte er mit Sportdirektor Michael Zorc und weiteren engen Mitarbeitern in einer Loge zusammengesessen und versucht, das eigentlich Unerklärliche zu erklären.

Ansätze für den kompletten Systemabsturz fanden die Führungsspieler, die sich im Gegensatz zur Pleite gegen den 1. FC Köln vor zwei Wochen diesmal nicht wegduckten. “Das ging gnadenlos schief. Wir haben uns im Minutentakt ins eigene Fleisch geschnitten”, haderte Abwehrchef Mats Hummels, der gegen die flinken Schwaben ebenso schlecht aussah wie seine Nebenleute.

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Hummels kritisierte besonders die zahlreichen Ballverluste, die immer wieder für große Gefahr vor dem eigenen Tor sorgten. Man spiele viel zu riskant in Situationen, in denen man kaum etwas gewinnen, aber umso mehr verlieren könne, so der Weltmeister von 2014 bei Sky: “Es war einfach zu viel Geschnicke.”

Reus: “Wir sind eine Mannschaft, die nicht gut verteidigen kann”

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Klartext redete auch Marco Reus. Dabei hatte er stärkere Szenen als zuvor auf dem Platz. “Wir sind eine Mannschaft, die nicht gut verteidigen kann. Das muss man ganz klar sagen”, erklärte der Kapitän. Man habe alles vermissen lassen, “was wir brauchen”.

Das Zweikampfverhalten war beim BVB einfach nicht vorhanden, immer wieder drangen die Stuttgarter mühelos in den Dortmunder Strafraum ein und kamen zu Abschlüssen. “Es ist bitter, es zu sagen, aber wir hätten noch mehr Tore kassieren können”, gestand Reus im ZDF ein.

Die Gegentreffer von Silas Wamangituka (26., Foulelfmeter und 53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas Gonzalez (90.+1) reichten aber völlig aus, um dem Vizemeister eine alles andere als besinnliche Vorweihnachtszeit zu bescheren. Daran änderte auch der durchaus sehenswerte zwischenzeitliche Ausgleich durch Giovanni Reyna (39.) nichts.

“Das geht nicht. Es war zu einfach für Stuttgart. Wir haben zu viel Risiko genommen. Wir haben zu ungeduldig gespielt”, schimpfte Favre, der immer wieder auf das schwache Defensivverhalten bei “Balleroberung” verwies.

Die Strapazen der vergangenen Wochen und das Fehlen von Torjäger Erling Haaland wollte Favre als Entschuldigung nicht gelten lassen, angesichts des desaströsen Auftritts wäre dies auch deplatziert gewesen.

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Favre: “Wir müssen im nächsten Spiel ein Zeichen setzen”

Fünf Gegentore hatten die Dortmunder zuletzt 2009 gegen den FC Bayern zu Hause kassiert, noch nie gab es mehr in einem Liga-Heimspiel. Auf die Titelrivalen München und RB Leipzig beträgt der Rückstand nach der vierten Saisonniederlage im elften Spiel schon fünf Zähler. Es sei jetzt aber nicht der Moment, über Bayern zu sprechen, betonte Favre: “Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir korrigieren müssen.”

Und das ist vor den Auswärtsspielen bei Werder Bremen (Dienstag) und Union Berlin (Freitag) einiges. “Wir müssen im nächsten Spiel ein Zeichen setzen”, forderte Favre.

Reus kündigte Gespräche im Mannschaftskreis an. “Wir müssen das intern regeln, das werden wir machen”, sagte der Nationalspieler und schob mahnend hinterher: “Wenn wir die letzten Spiele so bestreiten, holen wir nix mehr.”

(SID)

Bild: Getty