Kindls Dank gilt Teamkollegen: „Haben mich gepusht“

Wolfgang Kindl ist alleine zur Silbermedaille bei den Winterspielen gerodelt, vergaß bei seinem „speziellen Olympia-Moment“ in Yanqing aber nicht auf die Teamkollegen. „Sie haben mich so gepusht und mich nochmals so an mein Leistungslevel raufgebracht, ich muss danke sagen“, sagte der 33-Jährige. Wer weiß, erklärte er, hätte er dieses Edelmetall schon vor vier Jahren geholt, wo ihn viele auf der Rechnung hatten, wäre er vielleicht jetzt schon im Ruhestand gewesen.

Teamgeist und Mannschaftgefüge waren auch, was Cheftrainer Rene Friedl in den Minuten des Erfolges besonders hervorstrich. „Das ist eine unsere Stärken, das wir wirklich einen Zusammenhalt haben. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt, wir feiern gemeinsam Siege, aber trösten uns auch gegenseitig bei Niederlagen. Es ist ein Team, das sich da in den letzten Jahren auf dieses Niveau hochgearbeitet hat.“

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Es sei ein echtes olympisches Rennen gewesen, in dem sich Johannes Ludwig und Kindl deutlich vom Feld abgesetzt hätten. „Wolfgang hat in dieser Saison wieder zur Form zurückgefunden und zur Weltspitze aufgeschlossen“, sagte Friedl. Drei weitere Bewerbe mit Medaillenchancen warten. Zwei hat sich der Verband, der seit 1992 bei Olympia immer Medaillen holte, zum Ziel gesetzt. „Träumen kann man von mehr, aber man muss realistisch bleiben bei Olympischen Spielen. Das ist kein Wunschkonzert. Aber wir wollen überall bei der Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden.“

Für die Teamstaffel zum Abschluss ist freilich Kindl auch wieder bereit. „Auf alle Fälle, wenn ich aufgestellt werde. Aber jetzt habe ich erst einmal Lust, selbst Rodeln zuzuschauen, das wird spannend. Wir haben ein so starkes Team, wir haben als kleines Österreich so viel aufgebaut, da steckt so viel Arbeit dahinter, die man von außen nicht sieht.“

Weil das persönliche Kapitel trotz Titeln und Medaillen bei Weltmeisterschaften, Europameisterschaften und Weltcupgewinnen noch nicht zu Ende geschrieben war, hatte sich Kindl durch schwierige Jahre bin nach China gekämpft. „Die olympische Medaille ist ganz was Besonderes. Das haben nicht viele geschafft, das ist unglaublich.“

Es wäre sogar auch noch mehr drinnen gewesen als Silber, das wusste Kindl. „Im zweiten Lauf bin ich Bestzeit gefahren, aber im Endeffekt ist das der Lauf, wo ich am meisten verloren habe, weil auch der Hansi Fehler gemacht hat.“ Kindl kämpfte mit dem Wind und war trotz der schnellsten Zeit nicht zufrieden damit gewesen. „Aber ich kann mir nichts vorwerfen, ich habe beim Material sehr viel probiert und riskiert.“

Der siegreiche Ludwig habe ganz andere Voraussetzungen, aber er habe richtig gut mitgefightet. Kindl hat mit seinen 1,66 m Körpergröße „eigentlich eher negative Voraussetzungen“ für den Sport, wie es Cheftrainer Rene Friedl beschrieb, aber dafür ein „exzellentes Rodelgefühl“.

(APA)

Artikelbild: GEPA