„Kirche im Dorf lassen“: LASK nach Fehlstart auf der Überholspur
Der Herbst bot den LASK-Fans eine emotionale Achterbahnfahrt der Sonderklasse. Auch Sportdirektor Dino Buric stellte sich alles ganz anders vor, er hat Lehren aus den vergangenen Monaten gezogen. „Die Bundesliga ist sehr speziell von der Spielweise her“, lautet ein Fazit des Deutschen, der mit der Verpflichtung von Trainer Joao Sacramento ein Risiko eingegangen war, das sich letztlich als nicht beherrschbar erwies und die Bühne freimachte für „Retter“ Dietmar Kühbauer.
„Man wollte mutig sein, man wollte etwas Neues machen und man wollte auf dem Sektor (des Trainers, Anm.) auch einmal einen Schritt setzen“, begründete Buric das Engagement von Sacramento. Der 37-jährige Portugiese hat im Fußball schon vieles gesehen, assistierte u.a. Startrainer Jose Mourinho bei der AS Roma und Tottenham. Auf der Gugl konnte Sacramento sein Wissen aber nie gewinnbringend einsetzen, nach neun Spielen und am vorletzten Platz liegend kam Ende September das schnelle Aus.
„Nach hinten losgegangen“
Der Mut blieb unbelohnt. „Man muss ganz ehrlich sagen, dass der Plan nach hinten losgegangen ist“, gestand Buric. Sacramentos Schicksal erinnerte an jenes von Pep Lijnders, der im Jahr davor mit ähnlichen Empfehlungen bei Salzburg gescheitert war. „Eine Lehre ist sicherlich, dass die österreichische Bundesliga schon auch speziell von der Spielweise her, wie die Mannschaften auftreten, ist“, meinte Buric. „Und es hilft natürlich, wenn man die Liga kennt und man weiß, welche Dinge von einer Mannschaft eingefordert werden müssen, damit man erfolgreich ist.“
Der gute Eindruck, den Sacramento nach außen hinterließ, spiegelte sich offenbar nicht nach innen wider. „Das eine ist die Kommunikation mit den Medien, das andere ist dann wiederum, wie ist das Kommunizieren zur Mannschaft, was kommt bei der Mannschaft an?“, betonte Buric.
LASK-Coach Kühbauer: „Kirche im Dorf lassen“
Dass der Club die Entscheidung in denkbar bester Weise korrigieren konnte, sei umso schöner. Kühbauer, der alte Bundesliga-Hase, sei in dieser Situation, in der man am vorletzten Platz der Tabelle rangierte, genau der richtige gewesen. „Er weiß, wie man in der Liga erfolgreich sein muss. Er weiß, was man tun muss, um Siege einzufahren. Er hat die perfekte Mischung aus Zwischenmenschlichem, aus Spaß haben, aber auch eine gewisse Konzentration am Platz einfordern.“
Vier Monate nach Kühbauers Inthronisierung könnte das Bild besser kaum sein. Bei einem Remis feierte man neun Siege in zehn Pflichtspielen, sowohl in der Meisterschaft als auch im Cup bestehen reelle Titelchancen. Voreilige Schlüsse dürfe man aber nicht ziehen, betonte Buric. „Man muss die Kirche im Dorf lassen. Wir haben jetzt einen sensationellen Lauf hinter uns, aber wir wissen, wie eng die Liga ist. Wir liegen nur vier Punkte vor Platz sieben. Wir haben noch fünf Runden, wo es zur Sache geht und wo wir wahrscheinlich in jedem Spiel am Limit sein müssen, damit wir dann in den Top sechs stehen.“
(APA)/Bild: GEPA
