Klammer zur Verletzung von Marco Schwarz: „Ist immer tragisch“
Österreichs Gesamtweltcup-Hoffnung Marco Schwarz muss seine Ski-Saison nach einem Sturz beenden. Der 28-Jährige zog sich bei seinem Sturz während der Abfahrt in Bormio einen Kreuzbandriss zu und muss somit lange pausieren.
Ski-Legende Franz Klammer fühlt mit Schwarz: „So eine Verletzung ist immer tragisch. Weil er sehr positiv und aktiv unterwegs war ist es sehr verwunderlich, dass so etwas passiert ist. Aber er hat halt den Schlag bekommen und bei extremer Belastung geht dann leider das Band drauf“, sagt der 70-Jährige im Sky-Interview.
Die Schuld sieht Klammer nicht bei der Piste in Bormio: „Das kann überall passieren, wenn man so einen Druck oder einen Schlag aufs Knie kriegt. Das ist ein unglücklicher Zufall. Das kann auf jeder Abfahrt passieren, wenn du so in einer Kurve drin bist. Das ist nicht unbedingt die Schuld von Bormio.“
Die Piste in Bormio glänzte bei der Abfahrt nicht mit den besten Bedingungen. Auf der Piste lagen Steine, die unter anderem die Fahrten von Vincent Kriechmayr und Aleksander Aamodt Kilde stark beeinträchtigten. „Das sollte natürlich nicht passieren, es ist aber immer möglich. Früher wo es keinen Kunstschnee gegeben hat war das natürlich viel häufiger der Fall. Es kann passieren, dass beim Aufarbeiten von Kunstschnee ein Stein herauskommt und dann ist die Kante kaputt“, so Klammer. „Das ist dann Pech, da muss man eine andere Linie nehmen. Die anderen sind ja auch am Stein vorbei gefahren“, meint der 70-Jährige etwas scherzhaft. „Das war halt genau die Linie, wo ein Stein drin war, der nicht da sein sollte. Mit solchen Umständen muss man leider kämpfen.“
Klammer glaubt an starkes Schwarz-Comeback
Dass Schwarz nach seinem Comeback noch einmal zu alter Stärke findet, sieht Klammer als durchaus realistisch an: „Er hat es schon einmal geschafft. Er hat ja jetzt wirklich lange Zeit und er ist ja noch relativ jung. Also noch nicht in dem hohen Alter, wo viele Rennfahrer sind, wo es extrem schwierig wird, von so einer Verletzung zurückzukommen.“
In der laufenden Saison hätte Schwarz sicherlich lange mit dem Schweizer Marco Odermatt um den Gesamtweltcup gekämpft, lag vor dem Rennen in Bormio sogar in Führung. Sich auf Dauer gegen Odermatt durchzusetzen, hält Klammer zwar für „schwierig“, aber nicht unmöglich. In der laufenden Saison wäre es laut dem 70-Jährigen wohl ein Duell bis zum Ende gewesen: „Wenn er den Slalom so realisiert hätte, wie er angefangen hat, dann hätte er das Rennen offen halten können. Aber Odermatt ist verdammt stark. Der fährt in drei Disziplinen, die er gewinnen kann, das ist extrem schwierig, ihn zu biegen. Aber am Anfang der Saison hat er das Rennen offen gehalten.“
(Red.) / Bilder: GEPA
