„Klarer Elfmeter“: Pacult versteht VAR-Eingriff bei GAK vs. Austria nicht

Eine strittige Handspiel-Szene in der Partie zwischen dem GAK und Austria Wien (Endstand 2:2) sorgte am vergangenen Wochenende für Diskussionsstoff in der ADMIRAL Bundesliga. Nach VAR-Eingriff nahm Schiedsrichter Stefan Ebner beim Stand von 1:1 seine ursprüngliche Elfmeter-Entscheidung pro Austria Wien zurück und sorgte damit für Unverständnis auf Seiten der Veilchen. Auch Sky-Experte Peter Pacult kann den zurückgenommenen Strafstoß nicht nachvollziehen.

„Für mich ein klarer Elfmeter“, sagte Pacult in der neuen Folge von DAB | Der Audiobeweis. „Sie müssen irgendwann einmal bei einer Regel bleiben. Dem Spieler (GAK-Profi Jacob Italiano, Anm. d. Red.) gebe ich keine Schuld, das ist eine natürliche Bewegung. Es ist auch keine Absicht, aber er verbreitert sich in dem Moment. Wir hatten schon andere Szenen, wo bei so etwas Elfmeter gegeben wird. Ich verstehe Herrn Ebner nicht, dass er sich beeinflussen lässt und nicht bei seiner Wahrnehmung bleibt“, echauffierte sich Pacult.

HIGHLIGHTS | GAK – Austria Wien 2:2

Handl: „Es ist schon mühsam“

DAB-Gast Johannes Handl von der Wiener Austria erlebte die Situation aus nächster Nähe mit. Die aktuellen Regeln und Auslegungen von Handspielen im Strafraum kann der Verteidiger trotz intensiver Schiedsrichterschulung vor der Saison nicht mehr nachvollziehen.

„Natürlich ist es für den Verteidiger nicht leicht, die Hand aus anderthalb Metern Entfernung noch wegzubringen. Das ist sicher ein Argument, das man vertreten kann, aber ich glaube trotzdem, dass das keine klare Fehlentscheidung ist. Deswegen war es für uns Spieler unverständlich, dass der Schiedsrichter zum nochmaligen Überprüfen rausgeschickt wurde. Da wird jedes Jahr eine neue Regel erfunden – Absicht oder keine Absicht, dann Verbreiterung oder keine Verbreiterung. Jetzt war das Argument, dass die Hand nicht ausgestreckt, sondern angewinkelt war. Es ist schon mühsam“, sagte Handl.

Der Austria-Abwehrmann hofft nun zumindest, dass in Zukunft ähnliche Handspiel-Situationen im Strafraum immer so ausgelegt werden wie am vergangenen Sonntag: „Wenn es ab jetzt in jedem Spiel so entschieden wird, ist es für uns auch vertretbar. Wenn so ein Elfmeter dann aber in einem anderen Spiel wieder gegeben wird, ist es wieder schwer.“

VAR verteidigt Entscheidung

Bereits am Montag bezog der VAR Österreich in seiner allwöchentlichen Rückschau auf das Bundesliga-Wochenende Stellung zur strittigen Szene und gab Schiedsrichter Ebner und VAR Schüttengruber Recht.

Die Stellungnahme im Wortlaut: „Der FAK-Spieler #5 (Anm. Barry) schießt den Ball aus kurzer Distanz an den Arm des GAK-Spielers #14, der sich innerhalb des Strafraums befindet. Der Arm befindet sich in einer natürlichen Position nahe des Körpers und der Spieler versucht, den Kontakt zu vermeiden, indem er seinen Arm hinter den Körper bewegt. Dieses Handspiel ist nicht strafbar. Der Schiedsrichter hat richtigerweise den Strafstoß zurückgenommen, nachdem ihm der VAR einen „On-Field-Review“ empfohlen hat.“

„Muss aufpassen, was ich sage“ – Dragovic nach dem Spiel über die Handspiel-Szene

Video-Podcast: DAB | Der Audiobeweis #261 mit Johannes Handl

Bild: GEPA