Kleines Finale zum Deschamps-Abschied: Zidane als Top-Kandidat für Nachfolge

Die Freude auf das Spiel um Platz drei ist bei Frankreichs Stars um Kylian Mbappé sehr begrenzt. Unterdessen wird das Thema Zinedine Zidane als wahrscheinlicher Nachfolger von Didier Deschamps heißer.

„Finale der Verlierer“ statt des großen WM-Endspiels – Didier Deschamps hatte sich einen viel pompöseren Abschied ausgemalt. „Unsere Pflicht ist es, am Samstag alles zu geben“, sagte der 57-Jährige tapfer, der nach 14 Jahren im Amt und dem schwer enttäuschenden Halbfinal-Aus mit Kylian Mbappé und Co. nur noch ein Spiel als Frankreichs Nationaltrainer vor sich hat – schon jetzt wird munter über seinen Nachfolger diskutiert.

 

 

Der Name Zinedine Zidane ist längst in aller Munde, auch wenn ihn nicht jeder Experte ausspricht. „Didier war hervorragend als französischer Nationaltrainer. Wir wissen alle, wer nun kommen soll…“, sagte Stürmerikone Thierry Henry bei Fox Sports: „Und wir wünschen ihm viel Glück.“

Perfekt ist die Verpflichtung der Spielmacher-Legende Zidane laut der ausführlichen Medienberichte aus Frankreich noch nicht, doch es deutet alles darauf hin, dass er nach der WM das Zepter bei der Équipe Tricolore übernimmt. Längst soll sich der 54-Jährige mündlich mit dem französischen Verband FFF einig sein. Nach dem Spiel um Platz drei am Samstagabend (23.00 Uhr MESZ) könnte schnell eine Entscheidung verkündet werden.

Trostpreis soll her

Zidane hat seit seinem Abschied von Real Madrid im Jahr 2021 keinen Job mehr angenommen – dem Vernehmen nach ist es seit einiger Zeit sein klares Ziel, die Auswahl des Landes anzuführen, das er fußballerisch so geprägt hat. Zwölf Jahre spielte der begnadete Techniker für Les Bleus, der dreimalige Weltfußballer führte sein Team 1998 zum WM-Titel. Unrühmlich war Zidanes Abschied als Spieler im Finale der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland mit dem legendären Kopfstoß.

Danach folgte eine ebenso illustre Trainerkarriere mit drei Champions-League-Siegen für Madrid. Zidane hat ohne Frage das Format, das Starensemble mit Mbappé, Michael Olise und dem Weltfußballer Ousmane Dembélé anzuführen, das in Nordamerika sein Ziel dritter WM-Titel verpasste.

Jetzt visieren die Franzosen den Trostpreis Platz drei an. Am Tag vor dem Abflug nach Miami hatten Desiré Doué, Adrien Rabiot und weitere Profis der französischen Mannschaft während der Massage noch recht wehmütig auf den Fernseher geschaut, auf dem das zweite Halbfinale lief.

Deschamps, der als Spieler und Trainer Weltmeister wurde, hat noch einmal viel Arbeit, für einen erfolgreichen Abschluss die Köpfe seiner Spieler zumindest etwas aufzurichten.

„Bei dem Anspruch, den wir hatten, ist die Enttäuschung entsprechend groß“, sagte er: „Aber es geht um den dritten Platz, und dafür werden wir alles geben.“

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