Klinsmann: „Jeder im DFB ist Teil dieses Desasters“
Der frühere DFB-Bundestrainer Jürgen Klinsmann ist nach dem blamablen WM-Aus hart mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ins Gericht gegangen. „Es ist ein sehr trauriger Tag für uns alle in Deutschland, das haben wir nicht erwartet“, sagte Klinsmann beim US-Sender ESPN und betonte: „Die Art und Weise, wie wir ausgeschieden sind, ist niederschmetternd, eine Peinlichkeit. Es ist genau so schrecklich wie in Katar vor vier und Russland vor acht Jahren.“
Für Klinsmann, der die Deutschen 2006 bei der Heim-WM zum dritten Platz führte, steht fest: Die neuerliche Katastrophe „stürzt Deutschland in ein tiefes, tiefes Loch“ und müsse Konsequenzen haben, „was auch immer diese Konsequenzen sein mögen“. Konkret angesprochen auf Bundestrainer Julian Nagelsmann sagte er: „Die Verantwortung liegt bei allen – vom Trainerstab über den Verband bis hin zu jedem einzelnen Spieler. Jeder hat seinen Teil zu diesem Desaster beigetragen.“ Die einst ruhmreiche DFB-Elf habe „ihr Gesicht verloren“.
Nach dem Scheitern nahm Jürgen Klinsmann auch die Spieler in die Pflicht: „Sie hatten nicht die Energie, die Entscheidungsfreude und Aggressivität, um diese Schlacht zu gewinnen. Am Ende schien es, als wären sie nicht einmal auf das Elfmeterschießen vorbereitet, was irrwitzig ist. Wir lieben Elfmeterschießen normalerweise!“
Alles müsse nun auf den Prüfstand gestellt werden, forderte der 61-Jährige. „Alles, von oben bis unten, muss hinterfragt und diskutiert werden.“
