Knights-Coach Müllner: “Der größte Gegner kommt am Mittwoch”

via Sky Sport Austria
  • Reinhard Koch: “Wir warten bis zur letzten Sekunde auf mehr Geld”
  • Karl Sommer: “Fürstenfeld wird es nächstes Jahr auch geben”
  • Bernd Volcic: “Ohne Güssing würde die Liga einiges verlieren”


Die Fürstenfeld Panthers verlieren mit 67:73 gegen die Güssing Knights. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria.

 

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…über das Spiel: „Wir hatten alle Chancen, aber wir haben sie einfach nicht genutzt.“

 

(Trainer ):

…über das Spiel: „Der Hauptgrund für die Niederlage war das wir einen Tag weniger Regeneration hatten als die Knights, dadurch hatten wir weniger Energie. Inside waren wir erfolgreich, Gary Ware hat ein gutes Spiel geliefert, das Problem war eher, dass wir von draußen nichts getroffen haben.“

 

(Präsident ):

…über die finanzielle Situation des Vereins: „Im Basketball ist es natürlich sehr schwierig mit Sponsoren, aber wir haben Sponsorenverträge, die unterschrieben sind und wir werden das Geld bekommen, wir werden auch unterstützt von der Stadt Fürstenfeld und dem Land Steiermark. Gary Ware soll sich auf das Spiel konzentrieren (Ware hatte vor dem Spiel ausstehende Gehälter kritisiert, Anm. d. Red.) und seine Leistung bringen, er wird sein Geld sicher bekommen. Die Spieler wissen ganz genau, dass ich ehrlich zu ihnen bin, wir haben die Verträge und werden das Geld bekommen. Es wird kein Problem geben, das Geld wird sicher Anfang April kommen.“

…über die Situation in der Liga: „Die Liga kann sich glücklich schätzen, dass es Güssing und Fürstenfeld gibt. Wenn es Güssing und Fürstenfeld nicht mehr gibt, dann will ich mir das mal anschauen. Bei der Liga sind viele Baustellen aufzuarbeiten, wir bezahlen an die Liga jedes Jahr zwischen 40.000 und 50.000 €, damit wir mitspielen dürfen, die ABL hat einen bezahlten Präsidenten, bezahlte Funktionäre und das finde ich nicht in Ordnung. Ich arbeite ehrenamtlich für diesen Verein, ohne einen Euro, alle Leute, die für meinen Verein arbeiten, verdienen nichts. Wenn es in der Liga so weitergeht, dann müssen sich auch andere Fragen stellen. Aber ich will keine Negativwerbung machen, ich glaube immer noch, dass die Liga zur Vernunft kommen wird und ich hoffe auch, dass Güssing das schaffen wird, das wäre sonst ein Wahnsinn für die Fans. Fürstenfeld wird es sicher nächstes Jahr auch geben, wir haben voriges Jahr Insolvenz gehabt, das war genug, wir werden das sicher schaffen. Ich muss es mir nur überlegen, ob ich mir das noch antue. Ich habe nichts gegen Karl Schweitzer, er macht einen guten Job, aber er ist ein bezahlter Funktionär und wir als Vereine kämpfen für das Überleben des Basketballsports. Ich mache meine Arbeit gerne umsonst, aber es kann nicht sein, dass gewisse Leute Geld dafür bekommen und die Liga hat in Wirklichkeit kein Geld. Das finde ich nicht in Ordnung.“

 

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…über das Spiel: „Es war ziemlich schwierig. Nachdem wir zur Halbzeit zurückgelegen sind war es eine Kopfsache im dritten Viertel, da hat Lanegger übernommen, uns super geführt, zurück ins Spiel und sogar in Führung gebracht. Im vierten Viertel haben wir einfach gut exekutiert in der Offensive und sehr gut verteidigt. Im zweiten Viertel war ich alleine als Point Guard auf dem Feld und habe viele schlechte Entscheidungen getroffen, deswegen bin ich auch nicht zufrieden mit dem Spiel. Wir haben im zweiten Viertel als Mannschaft schlecht exekutiert und das lag sicher daran, dass Lanegger draußen war und ich als Point Guard den Gameplan nicht gut umgesetzt habe.“

…über die Zukunft des Vereins: „Jetzt kommt erst einmal ein Regenerationstag, wir können zufrieden sein mit dem Sieg, aber wir haben noch einiges an Arbeit vor uns. Falls wir weiterspielen hat jeder Spieler einige Sachen, an denen er arbeiten muss und darauf konzentriere ich mich im Moment.“

 

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…über das Spiel: „Wir haben im dritten Viertel aggressiver gespielt, besser verteidigt und das ist unser Spiel.“

…über seine Rolle nach dem Abgang der Legionäre: „Ich habe eine ganz andere Rolle. Ich glaube nicht, dass der erste Saisonabschnitt schlecht war von mir, aber es war einfach eine ganz andere Rolle. Wir haben anders gespielt und mit dem Umbruch jetzt habe ich eine neue Rolle, in die bin ich schnell reingewachsen und ich weiß eh, dass ich beides kann.“

…über die Zukunft des Vereins: „Ich kann bei der Entscheidung nichts beeinflussen. Ich warte jetzt auf Mittwoch, dann schauen wir was passiert und dann werden wir Entscheidungen treffen, wie es weitergeht. Wir können als Spieler eh nichts machen, also müssen wir abwarten und schauen was passiert.“

 

(Interimstrainer ):

…über das Spiel: „Wir sind nach der Pause sehr aggressiv rausgekommen, im zweiten Viertel hatten wir einen kleinen Hänger, aber dann haben wir auch die Rebounds kontrolliert. Ich muss wieder der ganzen Mannschaft ein großes Lob aussprechen, das war wieder eine sensationelle Energieleistung.“

…über die Stimmung im Team: „Man freut sich natürlich für die Spieler, dass die harte Arbeit belohnt wird, aber die Freude ist sehr getrübt, das merkt man auch wenn man in die Gesichter der Spieler blickt, weil wir eben nicht wissen was jetzt passiert. Der größte Gegner kommt jetzt am Mittwoch, wir werden sehen was dabei herauskommt.“

 

(Obmann ):

…über die drohende Insolvenz: „Wir haben sehr gut gearbeitet, wir haben einige wichtige Unterlagen und warten morgen noch, bis zur letzten Sekunde, auf mehr Geld. Aber ich bin wirklich optimistisch, es ist erst vorbei, wenn der Schiedsrichter abpfeift und so weit sind wir noch nicht, es ist noch knapp. Wir haben gut gearbeitet, die Firma ist grundsätzlich positiv, es liegt an der Liquidität und ich hoffe, dass die Firma nicht bloß wegen der Liquidität ein Sanierungsverfahren braucht. Das nächste Geld ist für Mitte des kommenden Monats eingeplant und es wird kommen, so wie bisher auch.“

…über die Folgen einer Insolvenz: „Falls die Richterin auf ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung entscheidet, dann liegt der Ball bei der Liga, dann gibt es eine Ligasitzung und dann müssen die anderen Vereine entscheiden. Wir haben aber noch keine Gespräche diesbezüglich geführt, weil ich davon ausgehe, dass am Mittwoch alles gut gehen wird.“

 

(Sky Experte):

…über die Konsequenzen einer Güssinger Insolvenz: „Die ABL würde auf jeden Fall ein sportlich sehr attraktives Team verlieren, Güssing hat erfrischenden Basketball gespielt, sie haben tolle Fans, die in dieser Liga auch nicht jeder Verein mitbringt, die Liga würde sicher einiges verlieren. Sie würde aber vielleicht auch einiges gewinnen, nämlich das Bewusstsein, dass diese erfrischende Topmannschaft nicht zu finanzieren war. Wenn es den Konkurs gibt, dann war die Mannschaft nicht zu finanzieren und vielleicht lernen dann auch die anderen Vereine davon. Wir haben auch gelernt, dass die Kontrolle der Liga überhaupt nicht funktioniert hat. Das sind alles Faktoren, von denen man lernen kann und muss. Mir tut es besonders leid, wenn hier Trainer und Spieler wirklich tolle Leistungen vollbracht haben und vielleicht niemals ihr Geld sehen. Das liegt mir persönlich am meisten am Herzen, die Spieler geben alles, bringen hervorragende Leistungen und stehen dann am Ende vielleicht mit leeren Händen da.“

…über den Einfluss der finanziellen Situation auf die Spieler: „Respekt an die Spieler, generell ist mein Herz bei ihnen. Späte Zahlungen sind für mich unverständlich und das ist eine Sache, der sich die Liga annehmen muss. So kann es nicht weitergehen, die Spieler haben teilweise Familie, sie kommen hierher, sie sind Profis. Und auch wenn es nur verspätete Zahlungen sind, das kann man langfristig nicht akzeptieren.“

…über die Situation in Fürstenfeld: „Gary Ware wird morgen wahrscheinlich Probleme im Verein bekommen. Aber meine Frage ist, warum man zusätzlich Luka Katura als Legionär verpflichtet, wenn man die Spieler nicht rechtzeitig bezahlen kann. Wenn ich es mir als Verein nicht leisten kann fünf Legionäre hier zu haben, dann muss ich mit den Eigenbauspielern spielen und kann den Kader nicht nachträglich aufblasen. Natürlich kann man sagen, dass man sie in drei Monaten zahlt, aber als Spieler finde ich es schade, wenn man seine Entlohnung erst drei oder vier Monate später bekommt.“

…über das Spiel: „Wenn Güssing intensiv verteidigt hat, dann hat sich Fürstenfeld schwergetan und das war dann auch in der zweiten Halbzeit so. Güssing hat dann auch weniger rotiert als in der ersten Halbzeit, wenn dann mit erfahrenen Spielern und deshalb kam es nicht zu so einem Abfall in der Defensive. Das ist Kopfsache, aber natürlich auch Qualität.“

…über Player of the Game Lanegger: „Er hat das Spiel nicht überragend angefangen, aber er hat im dritten Viertel, als Güssing zurücklag, das Kommando übernommen, ist aggressiv zum Korb gegangen, hat seine Mitspieler gefunden und zusätzlich hat er wie meistens ausgezeichnete Defense gespielt, er war wie ein Bluthund bei Car. Er war wirklich vorne und hinten sehr effektiv, das war eine überragende Leistung. Er kam 15 Minuten vor dem Ende der Partie noch einmal in die Partie und hat das Energielevel nach oben geschraubt. Das war wirklich eine ausgezeichnete Leistung, er macht alles, was nötig ist um zu gewinnen, das zeichnet ihn aus und das macht ihn so wertvoll für Güssing. Er ist der sportliche Sieger in dieser Güssinger Krise, er hat bewiesen, dass er dieses Team führen und auf Platz 1 halten kann und er ist, gemeinsam mit Thomas Klepeisz, der Kopf dieser Mannschaft.“