Wasserspringer Anton Knoll kostet seine ersten Spiele so richtig aus

Knoll will bei erstem Olympia-Auftritt ins Finale

Wasserspringer Anton Knoll kostet seine ersten Spiele so richtig aus. Angereist nach Paris ist er am Tag vor der Eröffnung, sportlich wird er womöglich am Tag vor der Schlussfeier noch im Einsatz sein.

Denn am Samstag stehen im Aquatics Centre beim Turmbewerb der Männer das Semifinale der Top 18 (10.00 Uhr) sowie das Finale der Top 12 (15.00) auf dem Programm. Um die Nacht davor im Wettkampffieber zu verbringen, gilt es den Vorkampf der 26 am Freitag (10.00) zu überstehen.

„Für mich ist es ein bisschen die Stadt, die niemals schläft“, schwärmte Knoll vom Leben im Olympischen Dorf. Das sei ein Grund für die frühe Anreise. „Ich wollte die Zeit genießen. Man muss sich bei den ersten Olympischen Spielen die Zeit nehmen, das kennenlernen.“ Außerdem habe es in Wien im Juli keine vernünftige Trainingsstätte gegeben, zur Überbrückung hat er mit Coach Aristide Brun ohnehin schon ein paar Tage im Stadionbad im Freien trainiert. „Nachteil hat das keinen, wenn man von draußen nach drinnen in die Halle kommt. Vorteil ist, dass wir braun geworden sind.“

Top-Sprünge in Top-Atmosphäre gewünscht

Weniger mit einem Augenzwinkern, vielmehr mit freudiger Miene erzählte der Wiener von der schönen Halle nahe dem Stade de France. „Eine Holzkonstruktion, super Stimmung, eine tolle Atmosphäre. Wenn ich Top-Sprünge zeigen kann, wäre das genial.“ Er möchte sich gut präsentieren, die Halle zum Beben bringen. „Dafür bin ich bereit. Die Höhe, die Ästhetik, die Drehung – das alles soll toll ausschauen.“ Gelingt das, sei das Finale drinnen. „Dafür muss ich zwei (Vorkampf, Semifinale) wirklich gute Wettkämpfe zeigen. Es ist nicht leicht, aber ich kann es. Nur muss es passieren.“

Knolls sechs Sprünge seien in der Schwierigkeit gut im Schnitt, wie Brun erklärte. „Die absoluten Topleute haben aber schon schwierigere Sprünge. Da und dort eine Schraube dazu ginge noch.“ Der erst 19-Jährige habe jedoch noch viel Entwicklungspotenzial. „Da sind die Spiele in Los Angeles noch interessanter oder noch mehr die darauf in Brisbane, wenn er dann 27 Jahre alt ist.“ Dass ist es der Qualifikation im Februar schon diesmal geklappt hat, ist ein Gütemerkmal. Der Weltverband hat Knoll aber lange warten lassen, erst am 27. Juni wurde der Quotenplatz bestätigt.

Knoll entspanne: „Sprünge bleiben dieselben“

Gefreut auf seinen ersten Paris-Trip hat sich Knoll dann sehr, verrückt machen lassen will er sich wegen Olympia aber nicht. „Meine Sprünge bleiben ja dieselben, es ist für mich keine neue Aufgabe. Das macht es leichter. Es ist viel Wirbel drumherum. Aber ich glaube, wenn man sich darauf fokussiert, kann man das auch bei seinen ersten Spielen managen. Es ist wichtig, sich auf die eigentliche Aufgabe zu konzentrieren.“ Zum „Kopf frei bekommen“ wollte er ein, zwei Tage vor dem Wettkampf „geografisch noch einmal ein bisschen weg. Eine Sache, die nichts mit Olympia zu tun hat“.

In der Stadt sei er ein paarmal gewesen, alle übrigen Wassersprung-Bewerbe habe er sich angesehen. „Das ist für mich ein super Erlebnis, das kann man in den Wettkampf mitnehmen. Da weiß man schon, worauf man sich einlassen wird.“ Einen Olympia-Wettkampftest an sich habe er aber nicht absolviert, den gebe es so auch nicht, meinte der Synchro-Europameister vom Juni in Belgrad. „Das ist ein Event, das anders ist als die anderen. Ich habe Erfahrung aus drei WMs und vier EMs. Die Olympischen Spiele aber machen genau das aus, dass sie anders sind.“

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(APA) / Bild: GEPA