PLANICA,SLOVENIA,30.DEC.17 - NORDIC SKIING, NORDIC COMBINED, SKI JUMPING - OESV, training. Image shows Bernhard Gruber (AUT). Photo: GEPA pictures/ Daniel Goetzhaber

Kombination: Gruber muss für Olympia noch an “Achillesferse” arbeiten

via Sky Sport Austria

Seefeld (APA) – Bernhard Gruber weiß, wie man Medaillen gewinnt. Zwei Wochen vor den Olympischen Spielen in Südkorea kämpft der erst Mitte Jänner ins Weltcupgeschehen eingestiegene Ex-Weltmeister in der Nordischen Kombination aber noch mit Problemen auf der Schanze. Der Olympia-Bronzemedaillengewinner von 2010 ist optimistisch, dass er seine Sprungleistungen bis zum Saisonhöhepunkt stabilisieren kann.

“Das Springen hat am Anfang gut funktioniert, jetzt ist es aber ein bisschen meine Achillesferse, da weiß ich nicht ganz, was ich tun soll”, gestand Gruber beim Heimweltcup in Seefeld im Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur. Läuferisch sei er trotz der Zwangspause wegen einer Blinddarm-Operation schon wieder auf einem guten Niveau. “Es war eine positive Überraschung, weil ich in Predazzo sechstbeste Zeit gelaufen bin, im Teamsprint mit Lukas (Klapfer) sogar Bestzeit. Ich präsentiere mich eigentlich schon in einer recht guten Laufform.”

Im Springen müsse er sich jedoch steigern, um in Pyeongchang konkurrenzfähig zu sein. “Wenn ich auf der Schanze zulege, dann ist bei Olympia schon einiges möglich. Ich hoffe, dass ich mich stabilisieren kann, das geht meistens schneller als im Laufbereich. Dann kommt auch die Selbstverständlichkeit zurück, dann kommt der Killer.”

Obwohl noch Aufholbedarf besteht, würde der 35-Jährige die Wettkämpfe in Seefeld nicht gegen einen möglicherweise hilfreichen Sprung-Trainingsblock tauschen wollen. “Es ist schon lässig hier, die Atmosphäre möchte ich nicht missen”, betonte Gruber. Schließlich bleibe vor Olympia noch Zeit zum Feilen an der Sprungschwäche. “Wir haben noch einen Kurs in Oberstdorf, wo wir uns in Ruhe vorbereiten können. Da werde ich noch ein paar Sachen probieren und tüfteln. Das Setup vielleicht noch ein bisschen verändern, sodass ich mich wieder wohler fühle.”

Wie Gruber kämpfen derzeit auch einige andere mit Problemen auf der Schanze, auch die Deutschen. “Läuferisch sind sie alle gut, springerisch haben sie ein bisschen Probleme. Jede Nation hat nachgelegt, man sieht, dass es sich relativiert hat. Der Anlauf ist am unteren Limit, da plagen sich auch die Deutschen.” Trotzdem müsse man mit Eric Frenzel und Co. freilich auch bei Olympia rechnen.

Aufgrund seines Trainingsrückstandes sei für ihn in Seefeld mit drei Wettkämpfen an drei Tagen vor allem der Schlussbewerb mit dem 15 km Langlauf eine Unbekannte. “Es ist schon eine Ungewissheit. Beim Comeback in Predazzo habe ich den dritten Wettkampf ausgelassen. Jetzt sind aber zwei Wochen vergangen. Ich denke schon, dass ich drei Wettkämpfe gut durchhalte”, meinte der mehrfache WM- und Olympiamedaillengewinner.

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