Kraft fliegt zu drittem Gesamtweltcup-Triumph bei ÖSV-Doppelsieg

Stefan Kraft hat am Sonntag im ersten von zwei Skiflug-Weltcupbewerben seine dritte große Weltcup-Kugel fixiert.

Der 30-jährige Salzburger, der in dieser Saison auch schon Skiflug-Weltmeister geworden ist, segelte in Vikersund auf 244,5 m hinunter und feierte damit auch gleich seinen 13. Saisonsieg. Hinter ihm landete mit Daniel Huber, der gar auf 247,5 m flog, ein weiterer Österreicher auf Platz zwei. Dritter wurde Domen Prevc (SLO).

Für Kraft ist es die dritte große Kugel nach 2016/17, 2019/20. Er ist damit wie Andreas Goldberger dreifacher Gesamtsieger, nur Matti Nykänen (FIN) und Adam Malysz (POL) haben mit je vier Siegen öfter gewonnen.

Kraft: „Ein Traumtag bis jetzt“

„Ja, kitschig. Ein Traumtag bis jetzt und es ist erst die Hälfte vorbei. Die Bedingungen sind genial und ich bin endlich auch gerade rausgekommen, sicher mein bester Sprung jetzt da“, sagte Kraft. Zudem freute er sich, dass „Hubsi, einer meiner besten Freunde neben mir Zweiter ist“. Der Skiflug-Weltmeister resümierte auch die Saison kurz: „Ein perfekter Start mit vier Siegen in Folge. Es war lange ein Dreikampf, sehr nervenaufreibend. Ich habe doch ein paar Mal weniger geschlafen, weil Ryoyu in meinen Träumen war“, gestand er und lachte. „Das ist bis jetzt meine beste Saison.“

Kraft bewies am Sonntag Nerven aus Stahl. Er ging als Letzter vom Bakken, auf dem er vor sieben Jahren den immer noch gültigen Skiflug-Weltrekord geflogen war, und unmittelbar vor ihm wurde noch einmal auf Luke 10 verkürzt. Dabei waren die Athleten vor ihm schon nach einer Verkürzung nach dem Riesensatz von Huber bei weitem nicht mehr ganz nach unten geflogen.

Kraft noch zehn Siege hinter Schlierenzauer

Kraft, der zur Fixierung des Gesamt-Weltcups im ersten Sonntag-Bewerb einfach nur vor seinem letzten verbliebenen Verfolger, Ryoyu Kobayashi (JPN), bleiben musste, ließ sich nicht irritieren und segelte zum 13. Saisonsieg. Er liegt nun in der Ewigen-Besten-Wertung nur noch zehn Siege hinter Gregor Schlierenzauer bzw. drei hinter dem zweitplatzierten Finnen Matti Nykänen.

Auch Huber durfte sich nach vielen Rückschlägen nicht nur über eine neue persönliche Bestleistung freuen, sondern auch seinen ersten Podestplatz in dieser Saison (sein insgesamt fünfter). „Hinterm Krafti da Zweiter werden ist megacool, ein richtig geiles Ergebnis. Wir kennen uns schon seit 20 Jahren und jetzt haben wir das Doppelstockerl geschafft“, sagte Huber und ergänzte zu seinem Flug: „Ich war voll auf der Welle, dann habe ich mich nicht mehr gewehrt. Es war ein sensationell geiler Flug.“

Kvandal-Premierensieg & Opseth-Weltrekord in Vikersund

Eirin Maria Kvandal hat den ersten Skiflug-Weltcup der Frauen überhaupt gewonnen. Die Norwegerin siegte am Sonntag in Vikersund mit 202 und 212 Metern, vor allem dank einer Verkürzung um drei Luken im Finale, vor ihrer Landsfrau Silje Opseth. Da nützte Opseth auch der Weltrekord-Flug für Frauen auf 230,5 m nichts, Kvandal blieb sechs Punkte voran und holte damit auch den Sieg in der „Raw Air“. Dritte wurde Ema Klinec (SLO).

Allein mit dem ersten Durchgangssprung in die Wertung hatte sich zuvor Nika Prevc (Tages-Elfte) den Sieg im Gesamt-Weltcup noch vor dem Finale in ihrer Heimat in Planica gesichert. Von den drei Österreicherinnen im Feld von 17 Athletinnen knackte keine die 200-m-Marke: Beste ÖSV-Springerin wurde Jacqueline Seifriedsberger, die mit 191,5 und 180,5 m Siebente wurde. Eva Pinkelnig (194/180) landete auf Rang neun, Lisa Eder (174/173) wurde Zwölfte.

Pinkelnig in Trondheim erneut auf dem Podest

„Es war traumhaft zum Fliegen. Die magische Marke 200, glaube ich, war bei uns ein bisserl zu viel im Kopf drinnen“, stellte Seifriedsberger fest. „Letztes Jahr wäre von meinem Kopf her Skifliegen unmöglich gewesen, ich habe eine volle Freude, dass ich dabei sein habe können.“ Und Eva Pinkelnig konnte sich auch über den Weltrekord von Opseth freuen: „Total cool, das Damen-Skispringen entwickelt sich rasant weiter. Da gilt es jetzt dranzubleiben.“

Für einige Diskussionen hatte davor gesorgt, dass im Gegensatz zu den Männern der am Samstag ebenso ausgefallene Bewerb am Sonntag nicht nachgetragen wurde, was technisch durchaus möglich gewesen wäre und kurzfristig von der FIS auch so kommuniziert worden war. So fielen die Frauen um einen zweiten Bewerb um.

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(APA).

Beitragsbild: GEPA.