KTM hofft bei MotoGP-Rennen in Spielberg auf Heimsieg
Beim Grand Prix von Österreich hofft der heimische Motorrad-Hersteller KTM am Wochenende auf den ersehnten ersten Saisonsieg. Am Sonntag (14.00 Uhr) steht auf dem Red Bull Ring in der Steiermark die zehnte Station der MotoGP-Saison auf dem Programm, die KTM-Piloten Brad Binder und Jack Miller wollen sich mit einem Heimsieg belohnen. „Wir wollen in Spielberg angreifen und wir wollen dort um den Sieg fahren. Wir sind echt gut vorbereitet“, kündigte Sportdirektor Pit Beirer an.
Zuletzt holte sich Binder beim Großen Preis von Silverstone mit einem dritten Platz ein bisschen Selbstvertrauen, der Südafrikaner liegt in der WM-Gesamtwertung mit 131 Punkten auf dem vierten Platz. Das Ducati-Trio um Leader Francesco „Pecco“ Bagnaia (214), Jorge Martin (173) und Marco Bezzecchi (167) gewann sieben der bisherigen neun Rennen, Binder ist der erste Jäger. Beirer traut seinem Schützling jedenfalls viel zu. „Er ist außergewöhnlich. Wenn wir das eine Zehntel, das dem Bike fehlt, aus Brad noch im Qualifying rausbekommen, dann fahren wir um den WM-Titel“, erklärte der Deutsche.
Marquez verletzungsbedingt nicht im Titelrennen
Dieses Jahr nicht um den WM-Titel fährt indes Superstar Marc Marquez. Der sechsfache MotoGP-Weltmeister aus Spanien verpasste mehrere Rennen verletzungsbedingt, der Honda-Pilot machte zuletzt eher als Sturzpilot auf sich aufmerksam. Der 30-Jährige, der einen Vertrag bis 2024 hat, sammelte in dieser Saison erst 15 Punkte. Über einen Markenwechsel zu einem schnelleren Gefährt wird derzeit heftig spekuliert, auch Ducati oder KTM sollen als künftige neue Arbeitgeber von Marquez im Raum stehen.
Der Rennstall aus Mattighofen ist mit seinen derzeitigen Fahrern allerdings mehr als zufrieden und baut seine Piloten lieber selbst auf. „Im Moment haben wir fantastische Fahrer“, betonte Beirer, der sich vielmehr auf die Übermacht Ducati mit acht starken Bikes fokussiert. „Der Kampf ist unglaublich, um in die Ducati-Armada reinzufahren. Wir sind momentan alle sehr nahe beieinander, aber es reicht noch nicht.“ Allerdings durften die Hersteller Aprilia und Honda schon über einen Saisonsieg jubeln, die KTM-Piloten standen bisher dreimal am Stockerl.
Studenten helfen bei KTM mit
Die eklatante Qualifying-Schwäche aus dem Vorjahr hat der rot-weiß-rote Rennstall zumindest abgelegt, auf den Coup im Rennen fehlen derzeit Nuancen. Um diese Kleinigkeiten zu finden, helfen auch Studenten an österreichischen Unis in Wien und Graz mit. „Wir bezahlen Universitäten, die die Fernsehbilder in ‚milliseconds per frame‘ zerlegen. Damit können wir sehen, wo wir ganz genau verlieren“, erklärte Beirer. In der detaillierten Datenanalyse habe KTM viel aufgeholt, in Österreich stecke diese im Vergleich zu Italien noch in den Kinderschuhen. Und: „Wir wollen die Burschen und Mädels von der Uni direkt zu uns holen und Lehraufträge schaffen.“
Auf der Rennstrecke könne neben Binder auch der Australier Miller, der zu Saisonbeginn zu KTM gewechselt ist und zuletzt einige Male stürzte, ganz vorne reinfahren. „Wir haben keine Zweifel an Jack, er hat uns besser gemacht und wird dieses Jahr noch einige Male aufs Podium fahren. Da bin ich völlig überzeugt“, sagte Beirer und versicherte: „Die Fahrt nach Spielberg ist kein großer Betriebsausflug.“
(APA) / Bild: Imago