LASK vor Celtic-Duell: Hoffnung auf das Wunder von Linz
Celtic-Coach Martin O’Neill warnt, für den Champions-League-Einzug des LASK muss aber schon ein Fußball-Wunder her. Die Linzer gehen am Dienstagabend (21.00 Uhr – live auf Sky Sport Austria – streame mit Sky X)) mit einer 0:3-Hypothek ins Play-off-Rückspiel gegen Schottlands Meister. „Aufgeben werden wir definitiv nicht. Wenn wir einen guten Spielverlauf haben und ein Tor machen, kann das vieles bewirken“, gab Trainer Dietmar Kühbauer den Zweckoptimisten.
Der Realist in ihm ließ Kühbauer aber auch sagen: „Wir brauchen eine außergewöhnliche Leistung.“ Hierfür werden die Stadionzuseher – bis Montagnachmittag waren 16.500 Tickets weg – einen auf Angriff gepolten österreichischen Meister sehen. „Wir müssen mit mehr Risiko ins Spiel gehen. Das bedeutet kein offenes Scheunentor, aber wir können nicht abwarten. Unser Ziel ist, dass wir gut ins Spiel kommen und ihnen unser Spiel aufzwingen“, betonte Kühbauer.
Erneut attestierte der Trainer seiner Mannschaft beim 0:3 eine gute Leistung. „Es hört sich komisch an, wenn ich das sage: Aber vom Auftritt her konnte ich der Mannschaft nichts vorwerfen. Wenn wir einen ähnlichen Auftritt mit der nötigen Treffsicherheit machen, dann schauen wir, was passiert.“ Solange der Traum von der Königsklasse lebt, wird auch der passionierte Trainingsanzug-Träger Kühbauer im feinen Zwirn an der Seitenlinie stehen. „Mit Anzug bin ich nicht besser oder schlechter. Aber auch morgen werde ich im Anzug daherrennen. Wenn es hilft, ziehe ich ihn mein Leben lang an“, meinte Kühbauer.
Das CL-Playoff-Rückspiel LASK vs. Celtic live & exklusiv bei Sky Sport Austria
Unwahrscheinliche Aufholjagd
Der Statistik nach ist die Ausgangslage schier aussichtslos. Einen Drei-Tore-Rückstand (oder mehr) konnten österreichische Vertreter im Europacup erst zweimal – in fußballerischen Urzeiten – wettmachen. Rapid spielte dabei zweimal den Heimvorteil aus. 1957 holte Grün-Weiß in der ersten Runde des Meistercups gegen AC Milan ein 1:4 mit einem 5:2-Heimsieg auf, verlor aber das folgende Entscheidungsspiel 2:4. Tatsächlich weiter kam Rapid 1985 im Viertelfinale des Cups der Cupsieger. Auf ein 0:3 bei Dynamo Dresden folgte ein 5:0.
Eine erfolgreiche Aufholjagd würde mit dem garantierten Startgeld von 18,62 Mio. Euro vergoldet. Bleibt sie aus, steigt der LASK mit 4,29 Mio. Euro Schmerzensgeld in die Ligaphase der Europa League um. Zusätzlich gibt es 4,31 Mio. Euro Startgeld für den zweitwichtigsten Europacup-Bewerb. Die CL-Auslosung findet am Donnerstag, jene für die EL am Freitag statt. „Es ist Fußball, alles ist möglich. Wir haben 90 Minuten Zeit, es zu drehen. Es wird hoffentlich möglich sein, drei Tore zu erzielen“, meinte LASK-Stürmer Samuel Adeniran.
Celtic übt sich in Zurückhaltung
Am Wochenende waren beide Teams zugunsten einer besseren Europacup-Vorbereitung spielfrei. O’Neill stieg bereits nach dem perfekten Verlauf im Hinspiel pflichtschuldig auf die Euphoriebremse. „Das Duell ist absolut noch offen“, warnte Celtics Manager. Auch seine Spieler seien sich dessen bewusst. „Ich musste es den Spielern in der Kabine nicht einmal sagen, sie wissen es ganz genau.“ Entscheidend im Hinspiel war die größere Qualität im Abschluss. O’Neill sah „fantastische“ Tore seiner Elf, die gezeigt habe, was sie drauf habe. „Wir sind in der Lage, Tore zu schießen – was wir wahrscheinlich auch tun müssen“, sagte die 75-jährige Trainer-Ikone mit Blick auf das Rückspiel.
