Last-Minute-Elfmeter! Sturm rettet Punkt beim WAC
Der WAC muss weiter auf den ersten Sieg unter Manfred Schmid warten. Die Kärntner waren am Sonntag drauf und dran, den letzten Platz der ADMIRAL Bundesliga an Austria Wien abzugeben, kassierten aber in der 95. Minute durch einen Elfmeter den 1:1-Ausgleich gegen Sturm Graz. Oumar Diakite verwertete den Strafstoß für die müde wirkenden Grazer sicher. Der Ex-Grazer Donis Avdijaj hatte den WAC in Front geschossen (45.).
Für den WAC kam nach sechs Pflichtspiel-Niederlagen in Folge der Lieblingsgegner aus Graz gerade recht. Sieben Partien hintereinander sind die „Wölfe“ gegen Sturm nach dem Achtungserfolg bereits unbesiegt. Für Sturm waren es nach dem 2:2 gegen Ried erneut verlorene Punkte und ein nächster Nackenschlag nach dem Cup-Aus in Lustenau. Vor den Duellen mit Celje in der Europa League und Salzburg zeigt die Formkurve der verletzungsgebeutelten Mannschaft von Trainer Fabio Ingolitsch nach unten.
Schmid setzte in seinem dritten Spiel seit seiner Rückkehr zum WAC auf eine Startelf mit vier Umstellungen. Mit Philipp Verhounig und Sankara Karamoko sollte Geschwindigkeit im Angriff Trumpf sein. Auch Sturm stellte während fordernden Wochen dreimal um. Mit Belmin Beganovic für Diakite, Jürgen Heil und Arjan Malic kamen frische Akteure. Ingolitsch erwartete ein „wildes Spiel“ vor einer laut ihm „nicht kuscheligen“ Atmosphäre im Lavanttal. Der Sturm-Trainer warnte vor den Umschaltsituationen des Gegners.
Treffer zählen nicht
Die Gäste kontrollierten dann eine erste Hälfte mit etlichen Ungenauigkeiten und diskutablen Schiedsrichterentscheidungen. Zunächst reklamierte Sturm vergeblich Elfmeter, als Beganovic im Zweikampf mit WAC-Goalie Lior Gliklich zu Fall kam. Nach der vermeintlichen Grazer Führung (28.), bei der Beganovic nach Patzer von Raffael Behounek per Lupfer vollendete, schaltete sich der VAR Walter Altmann ein. Er hatte einen leichten Schubser von Luca Weinhandl gegen Verhounig in der Entstehung ausgemacht.
Auch die Gastgeber jubelten zunächst verfrüht. Jon Gorenc Stankovic ging bei einem WAC-Freistoß leicht zu Boden, wodurch Schiedsrichter Alain Sadikovski einem Kopfballtor von Simon Piesinger die Anerkennung verweigerte (41.). Die Kärntner schlugen aber noch vor der Pause erneut durch einen ruhenden Ball zu – und dieses Tor zählte: Ein Fitz-Eckball kam über Umwege zu Avdijaj, der aus der Drehung ins lange Eck traf. Nach über 400 Minuten der Torflaute schrieb der WAC wieder an.
Sturm ohne Durchschlagskraft
Sturm kam mit Toptorjäger Diakite ambitioniert aus der Kabine und fand die große Ausgleichsmöglichkeit durch Simon Seidl vor, der aus kurzer Distanz an Gliklich scheiterte (55.). Danach fehlte dem Favoriten aber Spielwitz und Durchschlagskraft. Der WAC machte mit einer disziplinierten Vorstellung die Räume eng und fuhr den ein oder anderen gefährlichen Konter. Ammar Helac war bei einem selten Schuss auf sein Tor bei einem Verhounig-Abschluss zur Stelle (65.).
Im Finish scheiterte „Joker“ Axel Kayombo zunächst an Gliklich (87.). Dass Verhounig allein vor Helac das 2:0 ausließ, rächte sich aus Kärntner Sicht tief in der Nachspielzeit. Nach einem harten Elfmeterpfiff gegen Cheikh Diakite wegen eines vermeintlichen Handspiels verwandelte Oumar Diakite sicher.
Die Tore im Video
1:0 Donis Avdijaj (45.)
1:1 Oumar Diakite (90.+5/Elfmeter)
