Lorenzo O’Neal: “Wir können ins Halbfinale oder noch weiter kommen”

via Sky Sport Austria
  • Davor Lamesic: “Das hat heute Spaß gemacht”
  • Stjepan Stazic: “Heute waren wir als Kollektiv unter unserem Niveau”
  • Markus Pargfrieder: “Das Momentum liegt bei Wels”

Der WBC Wels gewinnt mit 81:66 gegen den BC Vienna und erzwingt ein entscheidendes Spiel 3 am kommenden Sonntag. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria HD.

…über das Spiel: „Wir haben heute eine gute Leistung geliefert, alle haben gekämpft und so eine Leistung brauchen wir auch am Sonntag. In Wien zu gewinnen ist sehr schwierig, sie kommen sicher noch härter ins Spiel und wir müssen bereit sein.“
…über das Duo Payton & O’Neal: „Sie haben die Verantwortung übernommen. Das haben wir auch erwartet und sie haben gezeigt, dass sie es können. Wir brauchen das noch einmal, aber von jedem. Jeder soll die Verantwortung für seine Aufgaben übernehmen und dann schauen wir was passiert.“
…über die Taktik gegen Wien: „Sie sind sehr schwer zu schlagen. Man muss einen guten Tag haben, den hatten wir, und man muss so einen Kampfgeist haben, dass man auf jeden Rebound geht und die Jungs haben das gemacht.“
…über das Spiel: „Wir haben als Mannschaft wirklich sehr gut agiert und Lorenzo O’Neal und Kevin Payton haben heute ein Riesenspiel gemacht.“
…über die Leistung von O’Neal und Payton: „Sie haben mir heute viel Last abgenommen. Man hat eh gesehen, dass ich mich heute viel wohler gefühlt habe auf dem Spielfeld und dann schaut es auch viel mehr nach Teamplay aus. Heute hat es wirklich Spaß gemacht, vor allem vor dem Heimpublikum.“
…unter die Leistungen des Teams unter Druck: „Wir brauchen schon einen gewissen Druck, damit wir wirklich performen können, das hat man heute gesehen. Ich freue mich schon auf Sonntag.“
…über seine Leistung: „Ich habe heute meine Würfe getroffen. Ich habe genauso viele dumme Turnover gehabt wie sonst, der Unterschied war, dass ich meine Würfe getroffen habe. Es gehört ein bisschen Glück dazu. Ich bin froh, dass wir die Saison noch einmal verlängern konnten, wir können ins Halbfinale kommen oder sogar noch weiter, deswegen bin ich froh, dass ich heute meine Leistung gebracht habe.“
…über die Kritik in den letzten Monaten: „Ich bin selber mein größter Kritiker, deswegen kann keiner etwas sagen, was ich nicht schon selber gesagt habe.“
…über Spiel 3 am Sonntag: „Wir müssen einfach fokussiert auftreten, von der ersten bis zur letzten Minute. Sie sind eine gefährliche Mannschaft, wenn sie ins laufen kommen und von außen treffen. Wir dürfen uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und müssen den Ball nach innen bringen. Wenn wir das machen, dann haben wir gute Chancen.“
…über die Rückkehr von Wright: „Er ist ein extrem wichtiger Faktor, das hat man heute gesehen. Er ist reingekommen, war nicht einmal annähernd bei 100%, und macht trotzdem seine Punkte. Er ist einfach ein wichtiger Spieler für uns.“
…über das Spiel: „Die Welser haben im dritten Viertel gut verteidigt und wir haben den Ball nicht gut bewegt. Dann müssen wir schneller spielen und uns mehr bewegen in der Offensive. Wir müssen konsequenter spielen und mehr Gas geben, wir sind nur stehen geblieben und haben uns gegen die Zone nicht mehr bewegt. Heute war ein Tag, an dem nichts geht.“
…über Wels unter Druck: „Wels hat letztes Jahr schon als Team zusammengespielt, bei uns gab es viele Wechsel. Wir haben erfahrene Spieler, aber wir haben nicht zusammengespielt und sie haben mehr Erfahrung als Team.“
…über den Heimvorteil in Spiel 3: „Wenn du denkst, dass du nur wegen dem Heimvorteil gewinnen wirst, dann hast du verloren. Der Heimvorteil hilft, aber du musst auch auf dem Spielfeld alles dafür geben zu gewinnen.“
…über das Spiel: „Das größte Problem war heute unsere Intensität, die war einfach nicht vorhanden, warum auch immer. Aber wir müssen das jetzt einfach vergessen und nach vorne schauen. Wir sind körperlich so schwach gestartet und haben das ganze Spiel ohne die Energie gespielt, die uns normalerweise auszeichnet. Aber Wels ist auch eine starke Mannschaft, die finden schon ihren Rhythmus. Heute waren wir als Kollektiv unter unserem Niveau, körperlich und mental.“
…über die Vorbereitung auf das Spiel: „Das hat nichts mit der Substanz zu tun, wir haben ein bisschen sogar das Gas rausgenommen in den letzten zwei Tagen, ich glaube das war kontraproduktiv. Wenn alte Maschinen am Laufen sind, darf man sie eigentlich nicht ausschalten. Deswegen glaube ich, dass wir in den nächsten Tagen wieder anziehen im Training und dann am Sonntag bereit zum Spiel kommen.“
…über die Saison: „Das Ziel war junge Spieler auszubilden, da heuer niemand absteigt. Von der Bilanz her waren wir wirklich schlecht, aber die jungen Spieler haben sich weiterentwickelt. Ich persönlich habe mich auch weiterentwickelt, das hat schon geholfen.“
…über seine persönliche Saisonbilanz: „Ich musste sehr viel Verantwortung übernehmen in vielen Belangen, wofür ich vielleicht noch nicht bereit war. Ich wusste, dass ich jedes Spiel gedoppelt und vielleicht sogar getrippelt werde und hatte wenig Hilfe. Ich muss an meiner Übersicht und an meinem Ballhandling arbeiten, aber ich bin eine Klasse besser geworden.“
…über seine Zukunft: „Ich konzentriere mich jetzt aufs Nationalteam, ich habe wirklich noch nicht so viel darüber nachgedacht und schaue mir das alles mal an. Natürlich versuche ich ins Ausland zu gehen, das ist das Ziel, aber mal schauen. Ich werde mit Klosterneuburg als allererstes reden und dann werde ich schauen wie es weitergeht.“
…über eine mögliche Zukunft mit Lamesic: „Wir haben ab und zu im Sommer ein paar Späße gemacht, aber noch nichts Konkretes. Er ist noch in den Playoffs, ich schaue, dass ich den Kopf freikriege und dann wird alles folgen.“
(Sky Experte):
…über die Zukunft von Lamesic: „Ich kann mir neben Wels einige Vereine in Österreich vorstellen, die sich ihn gern schnappen würden und um ihn herum eine Mannschaft aufbauen wollen. Die Sicht von Davor ist interessanter, er kann frei entscheiden und ich glaube das ist sehr direkt an den aktuellen sportlichen Erfolg geknüpft. Generell kann ein Tapetenwechsel nach einiger Zeit sehr gut beflügeln, das hat er, als er nach Wels gekommen ist, selber auch gespürt.“
…über das Spiel: „Es ist etwas Witziges passiert im dritten Viertel: bei Wien war ein bisschen eine Korbsperre und bei Wels sind ein paar tolle Würfe reingefallen und das hat ein totales Momentum reingebracht für Wels. Sie haben aggressiver verteidigt, die Körpersprache wurde langsam auf Playoff-Niveau angehoben. Dann ging es in der Tonart weiter und man konnte sich irrsinnig schnell absetzen. Wien hat dann mit Einzelaktionen versucht wieder reinzukommen, das hat aber nicht gefruchtet. Dann entstand im vierten Viertel nie wieder groß das Gefühl, dass das Spiel kippen würde.“
…über das Duo Payton & O’Neal: „Alle haben zuhause einen Spiegel und möglicherweise sind sie heute Morgen im Bad gestanden und haben sich gedacht, ob das wirklich heute der letzte Tag der Saison sein soll, wollen wir so in den Sommer gehen. So zumindest haben beide gewirkt, vor allem Kevin Payton ist in der ersten Halbzeit extrem aggressiv rausgekommen. Er hat heute 19 Würfe gekommen, das zeigt schon wie aggressiv er war. Und heute war das auch O’Neal. Die österreichischen Big Three Payton, O‘Neal und Lamesic haben 57 Punkte und 24 Rebounds geholt bei hervorragenden Quoten aus dem Feld. So einen österreichischen Kern hat nur Wels, die haben alle All Star Kaliber und wenn die alle ihre Leistungen abrufen, dann kann man sich auch Ausfälle leisten.“
…über das Momentum in der Serie: „Das Momentum liegt bei Wels. Es gibt zwar Playoff-Phrasen, jeder hat zuhause gewonnen, nichts ist passiert. Dementsprechend müsste sich die Mannschaft mit dem Heimvorteil durchsetzen, aber schauen wir mal. Ich habe heute ein paar Dinge von Wels gesehen, die ich wochenlang nicht gesehen habe: eine sehr positive, auch kollektiv überzeugende Körpersprache, das habe ich seit dem Cup Final 4 vermisst. Deswegen würde ich das Momentum Wels zusprechen, aber Wien schmeißt jetzt nicht gleich die Nerven weg, weil sie heute einen schlechten Tag hatten.“
…über die Leistung von Wels unter Druck: „Für mich gibt es schon einen Zusammenhang, dass sie immer gegen Wien verlieren, außer es geht um ein Ausscheiden. Wels ist eine Truppe, die die Extramotivation mit dem Rücken zur Wand zu stehen gut verträgt und vielleicht sogar braucht. Dann spielen sie ein bisschen besser, weil sie mehr Energie liefern und entschlossener spielen.“
…über Player of the Game O’Neal: „Er war vor allem ein bisschen ein unerwarteter spark für Wels. Das Spiel wurde im dritten Viertel entschieden und da war es Lorenzo, der dem Spiel seinen Stempel aufgedrückt hat.“