Lukas Spendlhofer: „Am Papier hat die Austria gewonnen, aber eigentlich haben wir das Spiel für sie gewonnen“

via Sky Sport Austria
  • Nestor El Maestro: „Meine Einwechslungen waren sicher suboptimal“
  • Alexander Grünwald: „In den Spielen, in denen ich hinten gespielt habe, sind wir meistens sehr kompakt gestanden“
  • Christoph Monschein: „Wenn jeder an sein Limit geht, dann sieht man auch, dass wir zurecht bei der Austria spielen“
  • Josef Pröll: „Man muss sich jetzt in der Länderspielpause ganz genau ansehen, wer, was, wie, wo noch beitragen kann und will“
  • Austria-Legende Ernst Baumeister: „Aus einem Ackergaul kann man kein Rennpferd machen“
  • Anton Pfeffer: „Die Austria hat wieder Anschluss gefunden“

FK Austria Wien gewinnt gegen SK Puntigamer Sturm Graz mit 1:0. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria HD.

1:0 (0:0)

Schiedsrichter: Markus Hameter

(Trainer ):
…über das Spiel: „Für uns war das Hauptziel hier zu gewinnen, einen Schritt nach vorne in der Tabelle zu machen. In der ersten Halbzeit war viel Taktik und viel Verunsicherung dabei. Da war Sturm das klar bessere Team. In der zweiten Hälfte waren wir dann die bessere Mannschaft, sind dann viel gefährlicher nach vorne gekommen. Je länger das Spiel gedauert hat, umso mutiger sind auch unsere Spieler geworden. Und ich denke, es war dann am Ende auch verdient, dass wir dieses 1:0 gemacht haben.“

…über die Wichtigkeit von Christoph Monschein: „Ich denke, im Fußball gehört immer mehr als ein Spieler dazu. Er macht unsere Tore, aber heute war ebenso wichtig, dass wir hinten die Null gehalten haben, dass wir gemeinsam verteidigt haben, dass wir sehr kompakt gestanden sind, dass wir wenig zugelassen haben und nach vorne hin können wir uns auf Monschein verlassen.“

…über die schwache erste Hälfte: „Klar wollen wir mehr. Wir sind schwer ins Spiel gekommen. Es war wichtig kompakt zu stehen und wenig zuzulassen. In der Pause haben wir ein paar Dinge besprochen und mussten vor allem die Außenverteidiger viel, viel offensiver ins Spiel bringen. Wir hatten viel zu viele Spieler hinter der Mittellinie. Und das war zweite Hälfte schon viel besser.“

…über die aktuell defensive Spielweise der Austria: „Der Sieg ist jetzt einmal wichtig. Aber eines ist klar, es gibt hier noch sehr, sehr viel zu tun. Es war jetzt ein nötiger Schritt, um der Mannschaft Stabilität zu geben. Deswegen war heute auch ein Sieg, der in den letzten zehn Minuten fixiert wurde, auf unserem Weg ein ganz ein wichtiger. Natürlich werden wir in Zukunft wieder versuchen offensiver zu spielen, aber jetzt geht es nicht um mich, oder was ich will, sondern um das, was für die Mannschaft und den Verein am besten ist.“

…über die anstehende Analyse in der Länderspielpause: „Dass eine Länderspielpause immer dazu da ist, um Dinge zu analysieren, um Dinge zu besprechen, um weitere Schritte dann durchzuplanen, ist ganz normal und das werden wir so machen. (…) Ich denke, es ist sehr, sehr wichtig, dass wir gemeinsam nach außen auftreten und uns intern einig sind. Aber es gibt viele Dinge, über die wir diskutieren müssen und die wir besprechen müssen.“

…vor dem Spiel über die Rolle von Grünwald: „Er hat vielleicht diese klassische Rolle eines Liberos. Das kann er ganz gut spielen und das spielt er auch mit großer Überzeugung. Er ist ein Spieler, der am Ball sehr, sehr sicher ist, der aber auch Führungsqualitäten hat mit denen er diese beiden jungen Innenverteidiger sehr gut coachen kann.“

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…über den Sieg: „Sicher ist es eine große Erleichterung. Ich meine, wir mussten sehr viel einstecken und die letzten Wochen waren nicht leicht. Und wir haben uns die Kritik auch verdient, weil wir auch nicht so aufgetreten sind, wie wir wollten und wie wir uns das vorgestellt haben. Heute denke ich war das auch ein Sieg für die Moral. Erste Halbzeit war es nicht berauschend, aber zweite Hälfte waren wir doch den Tick besser als Sturm und deswegen geht das 1:0 auch in Ordnung.“

…über seine Rolle in der Verteidigung: „Ich habe bewiesen, dass ich sehr viele Positionen spielen kann. Wenn ich ehrlich bin, macht mir das auch Spaß. Wir haben teilweise eine sehr unerfahrene Mannschaft, die wenig kommuniziert und deswegen ist der Schritt so, dass der Trainer entschieden hat, dass er mich hinten reinstellt aufgrund der Ausfälle. In den Spielen, in denen ich hinten gespielt habe, sind wir meistens eigentlich sehr kompakt gestanden und haben gute Ergebnisse gebracht. Für das, dass wir uns sehr viel Kritik gefallen lassen mussen, dafür funktioniert es doch nicht so schlecht.“

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…über das Spiel: „In erster Linie bin ich froh, dass wir endlich wieder gewinnen konnten. Und das ist das, was wir uns vorgenommen haben. Egal wie, ob es ein dreckiger Sieg wird oder ob wir spielerisch überzeugen, wir wollten unbedingt gewinnen und das haben wir erfüllt. (…) Das Spiel war nicht schön. Bei uns läuft es in der Saison nicht gut, daher darf man sich nicht zu viel erwarten. Aber wir haben alles reingehaut.“

…auf die Frage, warum man in der zweiten Hälfte ambitionierter aufgetreten ist: „Ganz einfach, weil wir erste Hälfte geschaut haben, dass wir hinten kompakt stehen und kein Tor bekommen. Und dann haben wir in der Halbzeit gesagt, jetzt wollen wir Gas geben, jetzt wollen wir gewinnen, jetzt greifen wir an – und das haben wir gemacht.“

…über die Diskussionen, dass die Mannschaft zu wenig Qualität habe: „Das ist natürlich nicht so schön. Es taugt keinem Einzelnen, dass so hingehaut wird auf uns. Aber im Endeffekt sind wir alle für uns selbst verantwortlich. Wir stehen am Patz und können zeigen, was wir draufhaben. Wir haben 90 Minuten Zeit alles reinzuhauen. Und wenn wir das machen und wenn jeder an sein Limit geht, dann sieht man auch, dass wir zurecht bei der Austria spielen.“

(Vizepräsident ) im Videobeitrag vor dem Spiel:
…über die aktuelle Lage der Wiener Austria: „Man muss sich jetzt in der Länderspielpause ganz genau ansehen, wer, was, wie, wo noch beitragen kann und will, um den Weg, den steinigen, aus der tiefen Krise der Austria zu gehen. Klar ist, und deswegen ist ja auch Peter Stöger jetzt an Bord, dass die Kader-Aufstellung, die Struktur des Kaders, die Zusammenstellung, zu überdenken ist.“

…über die angespannte Stimmung bei den Fans: „Das muss man zulassen. Ich denke, es ist wichtig, dass sich Fans, Abo-Besitzer und andere, zurecht aufregen über die gebotenen Leistungen. Dass im VIP-Sektor Unruhe einkehrt über die Frage der zukünftigen Entwicklung, dass Sponsoren-Gespräche schwieriger sind als vor ein paar Jahren. All das zusammen ist aber nicht unauflösbar, sondern wir müssen jetzt die richtigen Entscheidungen treffen. Ich sage auch, ich halte nichts davon, solche Probleme immer an Einzelpersonen festzumachen. Das ist ein kapitaler Fehler, den man oft in der Politik und auch in der Wirtschaft macht.“

…über eine mögliche Trainerdiskussion: „Es gibt keine Debatte. Ich habe noch kein einzig kritisches Wort über die Situation mit unserem neuen Trainer vernommen. Ja, wir werden diesen Weg weitergehen.“

…über die angespannte finanzielle Lage: „Es ist eine Situation, die zu meistern ist, die uns fordert, aber das ist so. Aber ich würde da nicht von extrem und gefährlich reden. Sparen in der Infrastruktur oder im Back-Office, dafür mehr Geld für den Kader – dieses Schwerpunktsetzen, das ist eine Frage, die wir in den Gremien zu diskutieren haben.“

…über eine aufkommende Kritik an einzelnen Personen wie etwa Markus Kraetschmer: „Ich kenne das auch aus meiner politischen Erfahrung. Wenn man schwer unter Druck steht in der Öffentlichkeit, dann ist das unangenehm. Und trotzdem gibt es einen Weg heraus, nämlich erfolgreich zu arbeiten, weiterzuarbeiten, zu erkennen, wo Fehler passiert sind. Jedem von uns passieren Fehler. Wir müssen gemeinsam diese Fehler offen ansprechen und da stehen wir alle miteinander in der Verantwortung. Und daran messen sich auch wirklich gute Manager: In Krisensituationen Antworten zu finden, die sie bis dato nicht geben mussten.“

(Austria-Legende) in der Halbzeitpause:
…über die erste Halbzeit der Austria: „Sie machen keinen guten Eindruck und das machen sie nicht erst seit heute, sondern leider Gottes schon seit längerer Zeit. Sie haben halt zurzeit zu wenig Qualität in der Mannschaft.“

…über Grünwalds Rolle als Libero: „Das ist wahrscheinlich das einzige Mittel, das Austria derzeit hat. Damit sie wenigstens hinten gut stehen und nicht viel zulassen. Mit der Zeit wird das zu wenig sein, dass man schaut, das man hinten dicht hält. Nach vorne muss man auch ein bisschen was machen.“

…über Austria-Trainer Christian Ilzer: „Der Trainer ist glaube ich der Ärmste derzeit. Denn der Kader ist halt leider nicht der Austria entsprechend. (…) Und der Trainer kann am wenigsten machen, denn aus einem Ackergaul kann man kein Rennpferd machen. Das ist ja das Problem. Er probiert eh sein bestes. Auch die Spieler probieren ihr bestes, aber es ist einfach zu wenig Qualität in der Mannschaft.“

…auf die Frage, ob er die Rückendeckung für Ilzer verstehe: „Ja, das verstehe ich vollkommen. Denn ich glaube, Peter Stöger sieht das auch. Er war lange genug auch selbst Trainer und hat genug Fußballverstand, dass er das sieht und auch sieht, dass der Trainer wahrscheinlich das ärmste Glied in der Kette ist. Und es ist auch sehr gut, dass er ihm den Rücken stärkt.“

…auf die Frage, wie es nun bei der Austria weitergehen soll: „Man muss schauen, dass es einen Stamm gibt und dass über längere Zeit eine Mannschaft zusammenspielt, damit es wenigstens über diese Basis geht. Dass man sagt, man hat 13, 14 mit denen man durchkommen will ohne Verletzungen. Damit sich die ein bisschen finden und damit da ein bisschen eine Harmonie kommt. Das Problem ist auch, sie haben immer wieder Ausfälle und es wird zu viel getauscht.“

…über seine persönliche Zukunft als Trainer: „Es ist alles ruhig. Aber es ist gar nicht so schlecht ein bisschen nur von draußen zuzuschauen.“

(Trainer ):
…über das Spiel: „Es war allgemein zu wenig heute und ich glaube auch in der ganzen Saison bis jetzt. Ich habe viel Arbeit vor mir. Ich habe genau die Spieler bekommen, die ich haben wollte. Ich war der Meinung, dass wir eine mehr als konkurrenzfähige Truppe haben. Das war heute zu wenig und der Punktestand ist auch zu wenig. Heute ist enttäuschend, weil wir eine große Chance verpasst haben. Auch in der ersten Hälfte, in der wir sicher die bessere Mannschaft waren, war es zu wenig. Man muss spüren, wie verunsichert der Gegner ist, wie einfach es ist, den Ball zirkulieren zu lassen und man muss viel entschlossener und viel häufiger Akzente in der Offensive setzen. Zweite Hälfte war Austria verbessert, ich will nicht sagen, dass sie besser waren, aber sie haben sich verbessert. Die zweite Hälfte ist ja häufig weniger Trainerarbeit, es geht vielmehr um Charakter, Laufstärke und Durchsetzungsvermögen – und das haben wir heute vermissen lassen.“

…über die schwache zweite Hälfte: „Als Hauptverantwortlicher bin ich schuld. Aber lassen sie mir ein bisschen Zeit. Ich mag sie, aber ich hab sie jetzt nicht zu verantworten. Ich werde schon meine Analysen machen. Meine Einwechslungen waren sicher suboptimal. Es stand ja 0:0 bevor ich angefangen habe zu wechseln. Das ist nun die erste Frage, die ich an mich selber richten muss. Das ist heute wirklich extrem enttäuschend. Wie gesagt, ich bin der Hauptverantwortliche, ich stehe in der ersten Linie. Das Gefühl nach 30 Minuten war: Okay wir sind besser, aber es ist zu wenig Jungs. Dass wir heute ohne Punkte nach Hause fahren ist extrem bitter.“

…vor dem Spiel auf die Frage, ob es ein besonderes Spiel gegen seinen Ex-Klub sei: „Nicht wirklich. Ich bin jetzt zum ersten Mal hier im Stadion. Es ist sehr schön geworden. Ich habe viele Freunde hier, ich kenne viele Leute, aber das ist jetzt bei anderen Begegnungen ähnlich. Wir sind alle Profis und heute wollen beide unbedingt gewinnen, das ist ja klar.“

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…auf die Frage, was man sich vorwerfen müsse: „Alles! Meiner Meinung nach alles. Das Spiel muss man gewinnen. Das muss man in der ersten Hälfte gewinnen. Da muss es 2:0, 3:0 stehen. Und zweite Hälfte war im Endeffekt eine Katastrophe, wie wir uns da präsentiert haben. Am Papier hat die Austria gewonnen, aber eigentlich haben wir das Spiel für sie gewonnen. Denn wir haben sie leben lassen und dann sogar auch noch stark gemacht.“

…über die zweite Spielhälfte: „Das war für mich kein Auftreten. Es war nicht so schlecht, wir waren trotzdem ausgeglichen, aber so kannst du in Favoriten kein Spiel gewinnen. Mit so einem Auftreten brauchen wir vorher intern nicht reden was wir wollen, wenn man dann so in der zweiten Hälfte das Spiel herschenkt. (…) Es ist sehr enttäuschend, weil wir die drei Punkte unbedingt wollten. Jetzt steht man mit 16 Punkten nach zehn Spielen da und das ist nicht zufriedenstellend, weil einfach mehr drinnen war.“

(Sky Experte):
…in der Halbzeit über die Austria: „Es sind sehr, sehr wenig Spieler drinnen, die Kreativität haben, die in der Lage sind, sich auch mal in der gegnerischen Hälfte festzusetzen, den Ball laufen zu lassen. Da passt Offensive und Defensive nicht zusammen, da ist ein Ungleichverhältnis. Es sind zu viele defensivorientierte Spieler gegenüber offensiven am Feld.“

(Sky Experte):
…über die Lage der Austria nach dem Sieg: „Die Austria hat wieder Anschluss gefunden zu den ersten Sechs. Das ist natürlich wichtig. Und wenn man sich die nächsten Partien ansieht, da geht es gegen St. Pölten und WSG Tirol, das sind auch schlagbare Gegner. Ich denke, dass das ein wichtiger Schritt war.“

…in der Halbzeitpause über die Austria: „Es kommt keine Kontinuität rein und auch keine eingefahrenen Muster, sodass man sagt, das ist jetzt genau der Spielstil. Die Austria sucht seit langem ihre Identität. Man weiß nicht genau, wo man sie einordnen kann.“