Make Your Move #11: Herausgerissen

via Sky Sport Austria

Stjepan Stazic betritt einen Raum nicht, er erscheint. Stjepan lächelt nicht, er strahlt mit der Sonne um die Wette. Stjepan schüttelt seinen Freunden nicht die Hand, er küsst sie. Stjepan Stazic spielt nicht einfach nur Basketball, er lebt diesen Sport. Mit jeder Faser seines Körpers. Aber dieser Körper will nicht mehr. Zwei Monate nach seinem gelungenen, zuletzt auch glanzvollen Comeback ist Stazic am vergangenen Sonntag brutal aus seiner Karriere herausgerissen worden. Achillessehnenriss im Spiel gegen die Dukes. Ein Riesenschock für Stjepan, für seine Familie, für den BC Vienna und letzten Endes für die gesamte Liga.

Stjepan ist 41 Jahre alt, wollte nach überstandener Knie-Operation noch ein paar Jahre in der Superliga anhängen. „Wenn er gesund bleibt, spielt er bis 50!“, hatte Bruder Petar zuletzt noch mehrmals betont. Das Schicksal wollte es anders. Die BSL verliert damit nicht nur ihre schillerndste Figur, sie verliert den talentiertesten österreichischen Basketballspieler der Geschichte. Und einen Typen, der polarisiert. Stazic war und ist immer beides zugleich: Enfant terrible und harter Arbeiter, Reibebaum und Basketball-Freak, Egozocker und King of Vienna.

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Die zahlreichen Erfolge und Stationen seiner langen Karriere sind in dieser Woche schon in vielen Medien aufgelistet worden. Stellvertretend dafür nur ein paar Zahlen aus der Sky-Datenbank: In 391 Bundesligaspielen hat er 6.655 Punkte erzielt. Das ist ein Schnitt von 17 Punkten pro Spiel. Sein Career High erzielte er vor 13 Jahren im Dress der Traiskirchen Lions: 55 Punkte gegen die Basket Clubs. Und obwohl er die komplette vergangene Saison auslassen musste, hat er mit 41 Jahren noch einmal an diese Leistungen anschließen können: Triple-Double gegen die Timberwolves, 44 Punkte im ersten Duell mit den Dukes.

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Stjepans Mitspieler waren nicht zu beneiden. Zum einen hat er ihnen meist die Show gestohlen, zum anderen hat er Spiele mit riskanten Würfen oft vergeigt. Noch öfter aber auch gewonnen. Seine Laufbahn war immer geprägt von Siegeswillen und einer Riesenportion Selbstvertrauen. Wer Stazic kennt, der weiß, dass er zurückkehren wird. In welcher Form auch immer: Vielleicht als Motivationscoach? Oder wieder als Boxer im Ring? Als Leiter einer Basketball-Schule? Oder vielleicht doch noch einmal als Basketballer auf dem Parkett? Sag niemals nie. Wir von Sky wünschen Stjepan Stazic jedenfalls gute und rasche Genesung. Keep the fire burning!

(Gerfried Pröll)

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