Make your Move #18: Der Shutdown und die Folgen

via Sky Sport Austria

Over and out! Der rot-weiße Ball fliegt in dieser Saison nicht mehr. Das vorzeitige Ende der Meisterschaft in der BSL ist jetzt offiziell, der Shutdown war unvermeidlich. Welche Folgen hat diese in der Geschichte der Bundesliga einmalige Entscheidung? Rein sportlich gesehen gibt es vor allem keinen österreichischen Basketball-Meister. Das ist derzeit allerdings das geringste Problem der Vereine – die haben andere Sorgen. Dabei geht es weniger um die Einbußen bei den Einnahmen, sondern mehr darum, die Spieler entsprechend zu versorgen. Die bundesweite Regelung der Kurzarbeit ist dabei sehr hilfreich. Für die Legionäre ist es derzeit besonders schwierig, wieder in ihre Heimat zu kommen. Beschränkungen wie der Einreisestopp in die USA haben die Logistik zusätzlich erschwert.

Bei den Kapfenberg Bulls etwa sind am Sonntag die letzten beiden US-Legionäre nach Hause geflogen. Bei den Gmunden Swans sind Jordan Loveridge, Charles Barton und Anton Mirolybov noch im Lande. Der Headcoach möchte auch gar nicht nach Finnland fliegen, hat dort kaum noch Familie und will sich im Salzkammergut ansiedeln. „Ich hab grad Ogunyemi und Koskinnen zum Flughafen nach Schwechat gebracht“, erzählt Swans-Geschäftsführer Richard Poiger von seiner täglichen Arbeit. „Auf dem Heimweg ist mir erstmals so richtig bewusst geworden, dass wir nicht mehr Meister werden können. Das ist zwar bitter, es gibt derzeit aber wirklich Wichtigeres.“

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise werden auch vor der BSL nicht Halt machen. Darüber sind sich die Klub-Manager im Klaren. „Ich befürchte, dass einige potenzielle Sponsoren im Sommer andere Sorgen haben werden, als einen Basketball-Klub zu unterstützen“, redet Gmunden-Boss Harald Stelzer Klartext. Oberwart-Präsident Thomas Linzer sieht das ähnlich. „Es wird wohl kaum zu vermeiden sein, die Budgets für die kommende Saison zurückzuschrauben.“ Ein Hoffnungsschimmer ist allerdings die öffentliche Hand. Linzer hofft auf Hilfe durch das Land Burgenland, Kapfenberg-Geschäftsführer Oliver Freund setzt vor allem auf Sportminister Werner Kogler. „Aus dem vom Vizekanzler angekündigten Fonds sollte auch für den Basketball-Sport Geld bereitstehen.“

Wie geht die BSL im Herbst weiter? Sollten alle zehn Klubs die Lizenz-Auflagen für die neue Saison erfüllen, wird sich an der Zusammensetzung nichts ändern. Ziehen sich allerdings tatsächlich viele Sponsoren zurück, könnte das wirtschaftlich instabile Klubs wie die Timberwolves oder Traiskirchen besonders hart treffen. Im schlimmsten Fall bleibt der Abstieg in die Zweite Bundesliga. Im Gegenzug könnten dann die Fürstenfeld Panthers ein Comeback in der BSL feiern. Das alles ist freilich noch Spekulation und in weiter Ferne. Trotzdem ist Oliver Freund von den Bulls schon wieder voll motiviert: „Wir haben in dieser Saison beide möglichen Titel gewonnen. Und wir werden auch 20/21 wieder voll angreifen!“ So geht man am Besten mit der Corona-Krise um. Getreu dem Motto: Make your move and keep the fire burning.

Mehr zum Autor Gerfried Pröll

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