Make your Move #21: Gute Pässe, gute Laune

von Gerfried Pröll

Was haben Renato Poljak von den Oberwart Gunners, Paul Radakovics vom BC Vienna und Christoph Jakubowski von den Dukes Klosterneuburg gemeinsam? Sie alle tragen Maßanzüge aus dem Hause Valentin Bauer. Was?? Hat ihr Kolumnist in der Corona-Isolation durchgedreht? Noch nicht. Der 25-jährige Spielmacher der Dukes besticht nicht nur durch gute Pässe und seine stets gute Laune. Valentin Bauer hat auch mehrere berufliche Standbeine – drei an der Zahl. Er ist Point Guard bei Klosterneuburg, er arbeitet im Marketing von Hauptsponsor IMMOunited – und er ist Inhaber einer Bekleidungsfirma, die Männer maßgeschneidert ausstattet. Aber wer schneidert die Anzüge und Hemden? „Das verrate ich dir erst, wenn du bei mir was bestellst!“ Typisch Valentin Bauer. Kaum ein Spieler aus der BSL ist schlagfertiger.

Und kaum einer hat eine umfangreichere Ausbildung hinter sich. Als Valentin im zarten Alter von 19 Jahren seine Heimatgemeinde Klosterneuburg verließ, war er bereits im Profikader der Dukes (Meistertitel 2012). Er übersiedelte für vier Jahre in die USA, studierte Wirtschaft an der Mars Hill University und spielte natürlich fürs dortige College Team. 2017 ist Bauer aus North Carolina zurückgekehrt – als „Bachelor of Economics“ (mit Auszeichnung „Magna cum laude“) und mit 15kg mehr Muskelmasse. Eine Folge der extrem athletischen Spielweise in der NCAA. Mittlerweile hat Valentin sein Studium in Wien mit dem „Master“ abgeschlossen, auf den nächsten Meistertitel mit Klosterneuburg muss er aber noch warten. „Kapfenberg, Gmunden, Oberwart und wir hätten heuer gute Titelchancen gehabt. Diese Playoffs wären ein Hammer gewesen!“, trauert Bauer dem Saisonfinale nach.

Valentin Bauer gibt die Richtung bei den Klosterneuburg Dukes vor. Bild: GEPA

“Wir sind nicht nur Kollegen, wir sind Hawara”

Trotzdem war den Dukes zumindest ein schöner Schlusspunkt vergönnt. Das 500. Spiel von Werner Sallomon als Bundesliga-Headcoach war ein Highlight. „Wir haben uns gegen Gmunden in einen Rausch gespielt und die Fans verzückt. Das war ein würdiger Abschluss“, schwärmt Bauer. Damit hat Klosterneuburg diese (abgebrochene) Meisterschaft auch als Erster beendet. Was die Dukes auszeichnet, wird in nahezu jedem Spiel deutlich: Klare Rollenverteilung, starker Zusammenhalt. „Wir sind nicht nur Kollegen, wir sind Hawara. Nach dem Training tratschen wir manchmal so lange in der Kabine bis unsere Frauen anrufen und fragen, ob eh alles in Ordnung ist“, lacht Bauer. Und die Rollenverteilung? „Für den Spaß bin ich zuständig, fürs Mahnen und Aufwecken Momo Lanegger.“

Und seit Beginn der Saison 19/20 gibt’s bei den Dukes auch einen, der durch fachliche Analysen besticht. „Benni Danek hat wegen seiner Finger-Verletzung nicht viel gespielt, aber ich habe trotzdem extrem von seiner Erfahrung profitiert“ lobt Bauer den Nationalteamspieler. „Er ist mit seinen 33 Jahren schon eine echte Persönlichkeit und für uns alle sehr wertvoll.“ Womit wir bei einer weiteren Stärke der Dukes angelangt wären: Der langen Bank. Kaum ein BSL-Team kann so hoch(wertig) rotieren. Kein Wunder, dass Valentin Bauer prophezeit: „Wenn der Kader zusammenbleibt und sich die Verletzungen in Grenzen halten, können wir auch in der kommenden Saison um den Titel mitspielen.“

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