Make your Move #23: “Flying High”

von Gerfried Pröll

Am Gründonnerstag wäre im Wiener Hallmann Dome der BSL All Star Day 2020 übers Parkett gegangen. Natürlich mit dem Slam Dunk Contest als absoluten Höhepunkt – und mit einem Welser Überflieger im engsten Favoritenkreis: Jarvis Ray.

„Ich bin davon überzeugt, dass er gewonnen hätte. Was Jarvis alles drauf hat, ist einfach sensationell“, kommt Flyers-Headcoach Sebastian Waser ins Schwärmen. „Aber auch Erwin Zulic und Derek Jackson heben ordentlich ab. Allesamt eben echte Flieger!“ Von Abheben und Fliegen ist derzeit aber leider keine Rede. Alle sitzen brav zuhause. Von den drei US-Amerikanern ist nur Cameron Delaney in seine Heimat gereist. Jackson ist bei seiner Lebensgefährtin in Wien, Ray ist mit seiner Familie auf eigenen Wunsch in Wels geblieben. „Jarvis fühlt sich in Österreich während der Corona-Krise besser aufgehoben als in den USA. Wir haben ihm das gerne ermöglicht“, so Waser, der auch Sportlicher Leiter der Flyers ist.

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Ob Jarvis Ray auch in der kommenden Saison für die Flyers spielen wird, ist noch lange nicht sicher. Auch für die Welser gilt: Noch nie war die Zukunft so ungewiss wie jetzt. Auch in der Messestadt Wels befassen sich potenzielle Sponsoren derzeit eher nicht mit Basketball. Abgesehen davon haben die Flyers in den vergangenen Monaten auf diesem Gebiet einen neuen Gegenspieler bekommen. „Den LASK unterstützen auch Welser Unternehmen mit immer größeren Summen. Das macht es für uns nicht einfacher“, muss Sebastian Waser die Fußball-Euphorie in Oberösterreich zur Kenntnis nehmen. Einen fixen Vertrag für die kommende Saison haben derzeit nur Waser selbst, sein Assistent Stephan Frost und Kapitän Davor Lamesic, der im Herbst 37 Jahre alt wird. Center Tilo Klette ist noch knapp sechs Jahre älter und überlegt trotzdem, noch eine Saison anzuhängen.

„Leider war Tilo auch in dieser Saison oft verletzt. Aber ausgerechnet in den letzten Wochen vor dem Abbruch der Meisterschaft hat er gezeigt, wie wertvoll er sein kann“, hofft Waser, dass der Titan seine Karriere fortsetzt. Egal wie sich der älteste Spieler der BSL entscheidet – Athletiktrainer der Welser bleibt Klette auf jeden Fall. Die Flyers gehen im Herbst in ihre vierte Saison nach der Neugründung – und wollen den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung setzen. Sebastian Waser wollte mit seinem Team eigentlich schon in der abgelaufenen Saison zur Spitzengruppe der BSL aufschließen. Das ist nicht gelungen. „Gegen Ende ist die Tendenz aber eindeutig nach oben gegangen. Im Viertelfinale wären wir sicher nicht chancenlos gewesen“, ist Waser überzeugt. Was noch gefehlt hat, ist die Konstanz. Und genau dieser Schritt soll 2020/21 gesetzt werden.

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Beitragsbild: GEPA.