Michael Schrittwieser: “Beide Teams sind an ihre Grenzen gegangen”

via Sky Sport Austria
  • Sebastian Käferle: “Kapfenberg hat verdient gewonnen”
  • Matthias Zollner: “Bei Kapfenberg war kein Plan für eine schwierige Phase zu erkennen”
  • Zoran Kostic: “Die Einladung von Traiskirchen konnte ich nicht ablehnen”

Die Oberwart Gunners verlieren mit 56:66 gegen die Kapfenberg Bulls. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria HD.

…über das Spiel: „Wir sind sehr schlecht ins Spiel gestartet, obwohl wir mit sehr viel Wille gestartet sind. Aber wir haben uns nicht auf die Defensive konzentriert, wir wollten das Spiel über die Offensive gewinnen, aber das ist nicht unser Spiel. Natürlich haben wir mehr Druck und wir haben sehr junge Spieler. Dann sind wir wieder zurückgekommen, aber in den letzten Minuten haben wir nicht mehr gepunktet, auch weil wir zu gehetzt gespielt haben. Das ist ein Problem der Erfahrung, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf meine Spieler.“
…über seinen Disput mit Michael Schrittwieser: „In der Halbzeit habe ich versucht mit den Schiedsrichtern zu reden. Die Schiedsrichter arbeiten für den Verband, der gegnerische Coach arbeitet auch für den Verband, und dann kann der gegnerische Coach nicht dazukommen, wenn ich mit den Schiedsrichtern rede. Das habe ich noch nie erlebt in meiner Karriere, er muss mich meinen Job machen lassen. Wenn er ein Problem hat, dann muss er zum Verband gehen, für den er arbeitet, und sich beschweren. Aber es war ein klarer Sieg, wir haben einfach nicht gut gespielt.“
…über das Spiel: „Wir haben es heute nicht geschafft von Beginn an unsere Intensität in der Defense aufs Feld zu bringen und das sieht man dann gleich. Wir waren von Anfang an in Rückstand und haben es nicht mehr geschafft richtig aufzuholen. Wir haben in den wichtigen Phasen die offenen Würfe nicht getroffen, nicht richtig exekutiert und Kapfenberg hat verdient gewonnen, sie haben heute viel besser gespielt als in Spiel 1.“
…über seine Rolle im Vergleich zu Spiel 1: „Verändert hat sich nichts. Ich soll die Mannschaft pushen, das habe ich versucht, aber ich habe leider ein paar frühe Fouls bekommen und so bin ich natürlich wieder auf der Bank gesessen. Das muss ich in Spiel 3 besser machen und dann schaut es wieder besser aus.“
…über das Spiel: „Kompliment an Oberwart, sie haben sich grandios in das Spiel zurückgekämpft, das wir eigentlich schon gut kontrolliert haben. Wir müssen einfach auf der Hut sein. Wir haben eine gute kämpferische Leistung geboten, von der Exekution war es ab der Mitte des dritten Viertels nicht mehr so gut, daran müssen wir arbeiten.“
…über die vielen Turnover seiner Mannschaft: „Beide Teams sind an ihre Grenzen gegangen, es war ein hochintensives Finalspiel. Wir haben dann einige einfache Turnover gemacht, das hat mit dem Kopf zu tun, aber wir waren in dieser heißen Halle auch mit den Kräften am Ende. Und schlussendlich ist es auch eine Sache der Erfahrung, dann kommt es zu solchen Problemen. Aber für uns ist es wichtig, dass die Defensive steht, dann haben wir vielleicht auch im nächsten Spiel eine Chance.“
…über die weitere Serie: „Ich hoffe, dass es uns gelingt mit mehr Kopf zu spielen. Ich möchte, dass es ein Basketballspiel ist und nicht Emotionen hochgeschaukelt werden, es soll fair sein für beide Teams. Heute hat die bessere Mannschaft gewonnen, wie im ersten Spiel auch.“
…über die Kritik von Chris Chougaz: „Das kann ich überhaupt nicht verstehen, das ist im Regulativ so vorgesehen. Ich habe nicht versucht einzugreifen, sondern ich möchte gerne hören, um was es geht. Das ist mein Recht als Coach und auch international so üblich. Ich möchte diese Art nicht kommentieren.“
…über das Spiel: „Der Unterschied war heute, dass wir von Beginn an mit der Oberwarter Intensität mitgegangen sind und auch nicht aufgehört haben so intensiv zu spielen. Bei ihrer Aufholjagd im vierten Viertel müssen wir einfach einen kühlen Kopf bewahren, das ist genau ihr Spiel, dass sie noch einmal herankommen. Wir müssen uns da besser präsentieren, wir hatten ein paar Turnover, aber im Endeffekt haben wir es über die Zeit gebracht.“
…über den Ausgleich in der Serie: „Natürlich haben wir jetzt den Heimvorteil, aber dem messe ich gar nicht so viel zu. Jetzt müssen wir erst unsere beiden Heimspiele gewinnen, dann haben wir die Chance in Spiel 6 alles zuhause zu beenden.“
…über das Spiel: „Wir waren von Anfang an bereit, wir wollten auch anders als in die erste Partie gehen. Da hatten wir nicht den richtigen Rhythmus, heute haben wir uns zu Herzen genommen, dass wir Gas geben und kämpfen müssen. In dieser Halle ist es nicht einfach, Oberwart ist eine sehr athletische Mannschaft und wenn es so heiß ist wie heute, dann ist der Ball rutschig. Wir haben versucht das Spiel zu verwalten, aber das geht nicht gegen Oberwart, da muss man immer 100% geben.“
…über seinen Wechsel von Klosterneuburg nach Traiskirchen: „Es war nicht mein Plan Klosterneuburg zu verlassen, aber dann kam die Einladung von Traiskirchen und diese Chance konnte ich nicht ablehnen. Wir versuchen jetzt einen gesunden Verein zu formieren und die Nachwuchsarbeit zu verbessern, damit wir am Ende meines Vierjahresvertrags wieder zu den Topmannschaften gehören. Ich weiß noch nicht, wie der Kontakt mit dem italienischen Sponsor weitergeht, aber früher konnten wir auch junge Spieler finden.“
…über die etablierten Spieler im Kader der Lions: „Sie können mitspielen, aber sie sollen auch ein Teil der Philosophie sein, dass wir die Arbeit mit den jungen Spielern verbessern.“
(Sky Experte):
…über Zoran Kostic: „Er ist ein exzellenter Trainer der alten Schule, der Wert darauf legt Spieler auszubilden. Das geht leider im heutigen Geschäft nicht immer mit direktem Erfolg einher. Deswegen ist es wichtig, dass man als Trainer in die richtige Situation kommt, wo man die Zeit und auch die Spieler bekommt.“
…über die gescheiterte Aufholjagd der Gunners: „Oberwart hat gefühlt in den letzten vier Minuten keinen einzigen Korb mehr zustande gebracht. Sie hatten davor eine Phase, in der sie sehr gut gespielt haben, aber dann waren sie plötzlich leer. Ein oder zwei Würfe sind danebengegangen und dann war der Ofen aus, sie konnten dann nicht mehr.“
…über Kapfenberg im letzten Viertel: „Im Anschluss an eine Auszeit in drei aufeinanderfolgenden Angriffen den Ball einfach wegzuschmeißen zeugt nicht gerade von Ruhe. Da hat es rumort in der Mannschaft, es war nicht zu erkennen, was der Plan für eine schwierige Phase ist und das hat man ja auch in Spiel 1 gesehen. Das ist die Chance, die Oberwart hat und ich habe auch das Gefühl bekommen, dass Oberwart sich denkt, dass der Lauf schon kommen wird, das wird auch von Chris Chougaz an die Mannschaft herangetragen. Dann kommt dieser Lauf und auf einmal haben sie das Selbstvertrauen, dass sie das Spiel noch drehen können.“
…über die Kritik von Chougaz an Schrittwieser: „Dass der Michi in dieser Liga eine besondere Stellung genießt, ist allen bekannt. Dass sich andere Trainer, mich zur damaligen Zeit miteingeschlossen, das eine oder andere Mal benachteiligt fühlen, kann ich durchaus nachvollziehen. Auf der anderen Seite ist er auch einer der wenigen österreichischen Trainer in der Liga und wer schon mal in einem südosteuropäischen Land gecoacht hat, der weiß, dass die Heimtrainer dort so ziemlich alles dürfen. Aber ich glaube nicht, dass die Schiedsrichter heute der ausschlaggebende Faktor waren.“
…über das Niveau der Serie: „Wir haben einen kämpferischen Basketball gesehen, nicht unbedingt spielerische Qualität. Für die Zuschauer ist es natürlich durchaus schön mal ein Spiel zu sehen, dass 85:90 ausgeht. Aber die Frage wird sein, ob es einer Mannschaft so spät in der Saison gelingen wird einen guten offensiven Rhythmus und eine Methode zu finden, um wirklich dauerhaft hochqualitativ punkten zu können.“
…über Player of the Game Vujosevic: „Er ist der Kopf der Kapfenberger Mannschaft. Wenn er Würfe für seine Mitspieler und sich selbst kreieren kann, dann läuft das Kapfenberger Spiel rund und dann sind sie auch in der Verteidigung sehr stark.“