Michael Schrittwieser: “Es ist ungerecht, wenn man so einen Scheiß spielt und ein Finalspiel gewinnt”

via Sky Sport Austria
  • Der Coach of the Year über die Finalserie: “Wir sind den Tick besser”
  • Lucas Hajda: “Die Moral stimmt bei Oberwart”
  • Karl Schweitzer: “Wir wollen mehr gute Österreicher in der Liga haben”

Die Kapfenberg Bulls gewinnen mit 73:72 gegen die Oberwart Gunners. Alle Stimmen zur Partie bei Sky Sport Austria HD.

…über seine Auszeichnung als Coach of the Year: „Das freut mich natürlich. Das ist eine super Geschichte und beweist, dass unser Trainerteam sehr gut gearbeitet hat, aber die Mannschaft muss das dann auch umsetzen. Es freut mich, es ehrt mich, die Kollegen haben das gewählt und es hat ja harte Konkurrenz gegeben.“
…über das Spiel: „Es ist unverständlich, dass wir es immer so spannend machen. Es ist eigentlich ungerecht, wenn man so einen Scheiß spielt und dann ein Finalspiel gewinnt. Das ist inakzeptabel und verwunderlich, so kann man eine Saison nicht wegwerfen. Man weiß um die Oberwarter Stärken, sie kämpfen super und haben ein tolles Team, aber man kann nicht vor eigener Kulisse in einem Finalspiel bei +14 die Kugel wegschmeißen. Das ist sinnlos und dumm. Natürlich ist das Resultat wichtig und wir nehmen lieber einen grauslichen Sieg als eine schöne Niederlage. Aber es ist trotzdem fahrlässig, wir haben die Strategie und die Spieler dazu, da ist es sehr schade, wenn es so knapp wird.“
…über die 3:1 Führung in der Serie: „Über die gesamte Serie ist es bis jetzt verdient, wir sind den Tick besser. Diese Spieler haben gewaltig etwas geleistet in dieser Saison, aber wir kennen diese Situation und jetzt haben wir ein Spiel, auf das fokussieren wir uns jetzt. Ich bin zwar alt, aber ich kann mich drei Jahre zurückerinnern und es ist ein Unterschied, ob man sagt, dass man zwei Matchbälle hat oder dass man das nächste Spiel unbedingt gewinnen muss. Aber der Druck ist jetzt nicht bei uns.“
…über seine Leistung: „Ich hatte keine gute Partie mit meinen Foulproblemen. Aber ich habe gewusst, dass mein Moment irgendwann kommen wird und als der Dreier da war habe ich diesen Moment auch genützt.“
…über Spiel 5: „Wir brauchen noch einen Sieg und wir müssen 15 oder 20% mehr geben, Oberwart ist so eine gute Mannschaft, da darf man nicht zurückschalten.“
…über das Spiel: „Es war natürlich ein unglaubliches Spiel, vielleicht spielen wir auch ein bisschen für die Fans. Aber wir machen uns das Leben selber schwer, nicht nur dem Team, sondern auch dem Coach. Er pusht uns immer wieder, nach dem Spiel war er richtig enttäuscht, aber er ist nicht umsonst Coach of the Year.“
…über das Spiel: „Ich bin sehr stolz auf mein Team und auf die Fans, auf den gesamten Verein. Man muss immer wieder beachten, wie jung und unerfahren diese Mannschaft ist. Es ist natürlich eine mentale Sache, dass wir vom Freiwurf so schlecht treffen. Aber ich pushe die Mannschaft immer wieder und das hat die Mannschaft so weit gebracht.“
…über seinen vergebenen Wurf in letzter Sekunde: „Das ist natürlich kein gutes Gefühl, aber ich hatte einen guten Wurf, er ist nur nicht reingegangen. Das passiert leider im Basketball, jetzt kann ich nur nach vorne schauen.“
…über Spiel 5: „Wir werden einfach alles geben und versuchen den Sieg zu holen.“
…über seine Saison: „Ich habe deutlich mehr Druck bekommen von den Coaches, aber das ist halt so. Die Saison ist trotzdem gut verlaufen, auch wenn wir jetzt gerne noch spielen würden.“
…über die kommende Saison: „Natürlich ist es das Ziel von einem jungen Spieler irgendwann einmal fix in der Starting Five zu sein, aber für mich ist es wichtiger jedes Jahr besser zu werden.“
(Präsident ABL):
…über die Beschränkungen für Legionärsplätze in der kommenden Saison: „Wir haben ja das Problem gehabt, dass sich Vereine überschuldet haben und wir sogar einen Verein während der Meisterschaft ausschließen mussten, weil die finanziellen Probleme zu groß geworden sind. Das wollen wir in Zukunft nicht mehr erleben. Dazu braucht man auch Trainer, eine entsprechende Infrastruktur, um in der Bundesliga zu spielen, man muss auch eine ordentliche Nachwuchsarbeit machen. Wenn wir alle diese Dinge erledigen wollen, dann braucht es ein bestimmtes Budget und von der Höhe des Budgets ist es abhängig, wie viele Legionäre spielen können.“
…über mögliche Nachbesserungen der betroffenen Teams: „Ich habe von einigen Klubs die Rückmeldung, dass sie noch mit Sponsoren verhandeln. Sobald diese Verträge unterzeichnet und uns vorgelegt sind, besteht jede Möglichkeit um nachzubessern.“
…über die Konsequenzen der Beschränkungen: „Es wird höchste Zeit, dass sich all jene, die permanent neue Legionäre holen, darauf besinnen, dass Nachwuchsösterreicher in die Mannschaften hineinfinden. Das ist der richtige Weg, sich vermehrt dem Nachwuchs widmen, damit man starke Österreicher hat. Mit wem identifizieren sich die Fans im Endeffekt? Mit den Österreichern, und darum geht es uns. Wir wollen ja auch ein starkes Nationalteam haben und das werden wir kriegen, wenn viele Österreicher die entsprechende Spielzeit in der Liga bekommen. Es ist eine wesentliche Aufgabe für uns unseren Beitrag zu einer starken Nationalmannschaft zu leisten. Der Fußball ist in Österreich nach wie vor präsent, weil wir ein gutes Nationalteam haben, mit dem Hundskick allein würde niemand zum Platz kommen.“
…über die Vorteile der Beschränkungen: „Das ist kein Nachteil, ganz im Gegenteil. Ich sehe die Möglichkeit, dass die jungen Spieler, die jetzt meistens auf der Bank gesessen sind, ordentlich Spielzeit bekommen. Darum geht’s, wir wollen mehr gute Österreicher in der Liga haben. Ich kann nicht mehr damit leben, dass es nicht genügend gute Österreicher gibt, dann muss man eben mehr in die Nachwuchsarbeit investieren. Es ist viel sinnvoller, wenn man langfristig arbeitet und versucht von unten junge Österreicher nachzuziehen, als dass man jedes Mal eine neue Starting Five sieht mit irgendwelchen Amerikanern. Irgendwann muss man damit anfangen und jetzt fangen wir an.“
(Sky Experte):
…über Coach of the Year Schrittwieser: „Er ist sicher eine Trainerlegende. Mit der Leistung von Kapfenberg heuer, mit der Entwicklung von einem eher krisenhaften Start über das Cupfinale jetzt in die Finalserie hinein, hat er es verdient.“
…über die Gefahr einer Zweiklassen-Gesellschaft in der Liga: „Wenn es so bleibt, dass manche Teams mit fünf Ausländern spielen können und manche nur mit zwei, dann ist es vom Sportlichen her schwierig. Natürlich ist es wichtig, dass man finanziell ordentlich aufgestellt ist, aber wenn der sportliche Unterschied so große Ausmaße annimmt, dann kann das für die Liga auch nicht gut sein. Darum ist zu hoffen, dass die Vereine nachbessern können, damit es auch von der sportlichen Seite ausgeglichener ausschaut.“
…über die Einflussnahme der Liga auf die Förderung von Talenten: „Man versucht es zu steuern. Die Frage ist, wie viele gute Österreicher am Markt sind. Die gutbezahlenden Klubs werden auch die guten Österreicher haben, die wollen Meister werden und international spielen. Es wird nicht Graz oder solche Mannschaften die besten Österreicher verpflichten können und insofern werden trotzdem die Spieler, die bei den unteren Klubs Spielminuten bekommen, nicht die ganz guten sein. Gute Nachwuchsarbeit hat ja eine Laufzeit, das fängt ganz unten an und das dauert einige Jahre. Momentan ist der Pool im Alter von 16 bis 20 Jahren nicht so groß, das wird sicher nicht einfach sein. Grundsätzlich ist der Weg zu unterstützen, aber die Frage ist, ob es über den Zwang der Lizenzvergabe geht oder ob man es anders probiert.“
…über das Spiel: „Es war ein dramatisches Spiel und eines Finales würdig, es hat nichts gefehlt. Der Wurf in letzter Sekunde hat für Oberwart nicht mehr geklappt, die Kapfenberger werden heilfroh sein.“
…über den Wurf von Cumberbatch in letzter Sekunde: „Er hätte noch Zeit gehabt und es war nur -1, er hätte nicht relativ weit hinter der Dreierlinie werfen müssen, sondern hätte noch einen Schritt nach vorne machen können. Wenn er trifft, dann ist er der Mann des Abends. Aber das gibt ihnen sicher auch viel Selbstvertrauen, weil sie gesehen haben, dass sie auch hier bestehen können und bis zur allerletzten Sekunde im Spiel sind. Sie sind durch eigenen Kampfgeist und Mut wieder herangekommen. Die Enttäuschung ist jetzt zwar riesig, aber die Moral stimmt in dieser jungen Truppe und zuhause in Oberwart wollen sie auf jeden Fall noch einmal zeigen, dass sie gewinnen können.“
…über Player of the Game Jamar: „Er ist wie ausgewechselt im Vergleich zu den beiden ersten Spielen und bringt irrsinnig starke Leistungen. Er trifft wichtige Würfe, ist körperlich präsent und hat einfach eine wirklich gute Leistung heute gebracht.“
…über Spiel 5: „Kapfenberg hat sicher Chancen die Serie zu beenden, aber ich traue Oberwart zu, dass sie die Kräfte bündeln und vor allem zuhause nicht den Titel an Kapfenberg übergeben wollen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Oberwart zurückschlagen wird.“