Misolic in Kitzbühel: „Sehr glücklich, in Top 100 zu sein“
Während der erste Tag bei den Generali Open in Kitzbühel vorerst vom Regen dominiert war, bereitete sich ein österreichisches Trio für den ersten Einsatz am Dienstag vor. Allen voran der neue rot-weiß-rote Top-100-Mann Filip Misolic, der in der Gamsstadt vor drei Jahren schon einmal im Endspiel gestanden ist. Er trifft auf Tomas Martin Etcheverry aus Argentinien. Sebastian Ofner und Lukas Neumayer bekommen es mit den Deutschen Jan-Lennard Struff bzw. Yannick Hanfmann zu tun.
Misolic musste bei einem Medientermin noch einmal über seinen Lauf ins Båstad-Viertelfinale berichten. Dort hat er sein Ziel, endlich die Top 100 zu erreichen, verwirklicht. Möglich war das auch, weil er im Achtelfinale gegen den Portugiesen Nuno Borges drei Matchbälle abgewehrt hat. „Es war nicht einfach, einfach in der zweiten Runde das Match zu drehen, aber in dem Moment denkt man nicht viel nach“, blickte der Steirer zurück. „Natürlich bin ich sehr glücklich, zum ersten Mal in den Top 100 zu sein.“
Als 97. noch nicht tief in den Top 100
Misolic scheint seit Montag als 97. im ATP-Ranking auf, wozu ihm auch Ofner („Das ist natürlich mega“) und Neumayer („Bin extrem happy für den Filip“) gratulierten. Misolic nahm dies lächelnd zur Kenntnis. „Ich habe heuer viele gute Matches gegen gute Spieler gespielt. Es freut mich einfach, dass ich die Chance habe, die Erfahrung zu sammeln, aber ich freue mich auch auf die Zukunft.“
Den Grund für seinen Aufschwung weiß der 23-Jährige mit kroatischen Wurzeln selbst nicht so genau. „Ich mache nicht viel anders. Ich habe Anfang des Jahres den Trainer gewechselt, bin zum alten Trainer zurückgegangen, seitdem läuft es gut“, sprach er das Comeback von Ante Andric an. „Vielleicht nur, dass ich ein bisserl mehr trainiere“, sagte Misolic grinsend. Denn im vergangenen Jahr habe er Motivationsprobleme gehabt. „Jetzt fühle ich mich gut und habe Spaß am Tennis.“
Einen genauen adaptierten Turnierplan hat er noch nicht verraten. „So tief in den Top 100 bin ich noch nicht, so gut vorausplanen kann ich noch nicht“, erklärte Misolic das. Der Kitz-Finalist von 2022 war im Vorjahr nicht in Tirol am Start, kann also gute Punkte machen. Gegen Etcheverry hat er bisher noch nie gespielt. „Das ist kein leichtes Los“, sagte Misolic über den als Nummer 5 gesetzten „Gaucho“.
Ofner fühlt sich für Kitz „top vorbereitet“
Schon zum achten Mal ist Ofner in Kitz dabei. Doch seit dem überraschenden Halbfinaleinzug vor acht Jahren hat er es bei sechs weiteren Auftritten nicht über das Achtelfinale hinaus geschafft. Schlimm in Erinnerung ist ihm die Achtelfinal-Niederlage vor zwei Jahren gegen Alex Molcan geblieben, als er eine 6:4,5:0-Führung sowie zwei Matchbälle ausgelassen und in drei Sets verloren hatte. „Das war die bitterste Niederlage meiner Karriere, das war nicht so fein.“
In Wimbledon in Runde drei, zuletzt ein Auftakt-Aus in Båstad. Die Umstellung auf Sand ist daran eher nicht schuld. „Körperlich ist alles top, ich bin jetzt seit Freitag da. Ich habe jeden Tag trainiert und bin top vorbereitet“, versicherte Ofner. Gegen Struff hat er eine 2:0-Bilanz stehen. „Wir haben in Paris gespielt, das war echt ein gutes Match.“
Neumayer mit Gerald Melzer als Touringcoach
Auch Lukas Neumayer, der eine 1:2-Bilanz auf ATP-Tour-Level (alle drei Matches in Kitzbühel) stehen hat, hat mit Hanfmann einen deutschen Gegner. „Die Aufgabe ist natürlich nicht einfach, aber ich freue mich extrem auf das Match, spiele extrem gern in Kitzbühel.“ Auch wenn Hanfmann die Höhenlage entgegenkomme, gibt sich der 22-jährige Salzburger „trotzdem gute Chancen“.
Neumayer, der 2021 in Kitz sein ATP-Tour-Debüt gefeiert hatte, hat seit drei Monaten Gerald Melzer, den Bruder von Jürgen Melzer, als Touringcoach. Daheim trainiert er weiterhin unter den Fittichen von Günter Bresnik in der Südstadt. Er holte sich Ansporn vom Aufstieg von Misolic. Neumayer: „Man freut sich schon für einen Kollegen und sieht auch, was noch drinnen ist. Ich sehe das auch für mich positiv.“
(APA)
Beitragsbild: GEPA
