„Mit dem Rücken zur Wand“: Leipzig bei Inter unter Druck

Marco Rose schlenderte als einer der letzten auf den hell erleuchteten Rasen im legendären San Siro, die Hände tief in den Taschen seiner beigefarbenen Jacke. Der Trainer plauderte entspannt mit seinen Spielern, hier und da war ein Lachen im noch leeren Stadion zu hören – doch der Druck ist immens, das frühe Champions-League-Aus droht: Der jüngste Rückschlag in der Fußball-Bundesliga kurz vor dem vorentscheidenden Duell in der Königsklasse bei Inter Mailand hat die ambitionierten Sachsen in Alarmstimmung versetzt, ein Sieg beim italienischen Meister ist Pflicht.

Während Rose sich bereits vor der Reise in die italienische Metropole auf „stürmische Zeiten“ einstellte, machte Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer deutlich, wie ernst die Lage in der Königsklasse ist. „Wir stehen in Mailand mit dem Rücken zur Wand“, sagte der 40-Jährige unmissverständlich: „Reden nutzt nichts mehr“, RB müsse die Antworten auf dem Platz geben – am besten schon am Dienstag (21.00 Uhr/live & exklusiv auf Sky Sport Austria 4 – streame mit dem Sky X-Traumpass) im Stadio Giuseppe Meazza.

Rose: „Wir müssen an uns glauben“

In diesem „sehr beeindruckenden Stadion“ erwartet Rose „eine heiße Atmosphäre“. Seine Mannschaft brauche eine „Top-Leistung“, betonte der Coach: „Wir müssen an uns glauben.“ Einfach dürfte das derzeit nicht sein: Vier Niederlagen aus vier Spielen stehen bislang zu Buche und am vergangenen Samstag verpatzte RB auch noch die Generalprobe bei der TSG Hoffenheim (3:4). „Wir haben ein Ergebnis- und ein Leistungsproblem“, gab Rose ohne Umschweife zu. Der Coach vermisste „Feuer und Schärfe“ und nahm sich selbst aus der scharfen Kritik nicht aus: „Den Schuh muss ich mir anziehen.“

Der Auftritt bei der TSG Hoffenheim machte alles andere als Mut für die schwierige Aufgabe in der Königsklasse. Vor allem, weil sich Inter am Wochenende mit 5:0 bei Hellas Verona für das Duell mit den Leipzigern warmschoss und in der Champions League bislang noch kein Gegentor kassiert hat.

Baumgartner: „Es wird jetzt sehr schwer für uns“

Leipzig darf sich derweil keinen Ausrutscher mehr leisten. „Es wird jetzt sehr schwer für uns, weiterzukommen“, sagte Christoph Baumgartner: „Wir haben jetzt drei Mal geführt und trotzdem jedes Mal verloren. Man kann nicht solche Fehler machen, die wir uns in der Champions League erlaubt haben und damit davonkommen.“

Natürlich wisse die Mannschaft um die Ausgangslage, betonte Kapitän Willi Orban: „Ergebnisse müssen her.“ Denn die fehlen bislang gänzlich. Bei Atletico Madrid (1:2) und gegen Juventus Turin (2:3) verspielte RB einen Sieg in der Schlussphase, auch gegen den FC Liverpool (0:1) war Roses Team glücklos, zuletzt schockte Celtic Glasgow die Leipziger (1:3) und auch in der Bundesliga stottert der RB-Motor.

Eine kleine Chance sieht Orban jedoch in der brenzligen Situation. Die Mannschaft könne auch „ein Stück weit“ frei aufspielen, „denn im Grunde haben wir nichts zu verlieren“. Und auch Schäfer gab sich kämpferisch. Es sei „eine Herausforderung“, sagte der Sport-Chef: „Aber man sollte uns niemals abschreiben“.

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(SID) Foto: Imago