Verhandlungen mit Al-Ahli: Salzburg stellt Trainer Jaissle frei
Paukenschlag in der ADMIRAL Bundesliga am Tag des Saisonauftakts: Meister Salzburg hat Trainer Matthias Jaissle von seinen Aufgaben entbunden. Grund dafür ist der vom 35-jährigen Deutschen vorgebrachte Wunsch nach einem Wechsel zu Al-Ahli nur etwa 48 Stunden vor dem Bundesliga-Auftakt, teilte der Klub Freitagmittag mit.
Die Verhandlungen zwischen Österreichs Serienmeister und dem saudischen Klub, der derzeit in Österreich auf Trainingslager ist, befänden sich in der „finalen Phase“. Jaissle wird bei Al-Ahli nach Sky-Informationen einen Vertrag bis 2026 unterschreiben. Bei Al-Ahli stehen Ex-Chelsea-Keeper Edouard Mendy sowie Ex-Liverpool Angreifer Roberto Firmino unter Vertrag. Zudem unterschrieb heute ManCity-Star Riyad Mahrez.
Struber Top-Kandidat auf Nachfolge
Als Top-Kandidat als Nachfolger für Jaissle wird der Salzburger Gerhard Struber, zuletzt Trainer bei Red Bull New York, gehandelt. Mit Oliver Glasner und Ralph Hasenhüttl sind zudem zwei weitere Trainer mit Salzburg-Vergangenheit aktuell vereinslos. Auch Ex-Trainer Jesse Marsch befindet sich momentan auf Klubsuche. Der US-Amerikaner soll aber kurz vor einem Engagement bei Ferencvaros Budapest stehen. Eine interne Lösung gilt als ausgeschlossen.
Jaissle-Nachfolge in Salzburg: Ein Top-Kandidat und andere interessante Namen
An Jaissles Stelle werden interimistisch die Co-Trainer Florens Koch und Alexander Hauser am Samstag beim Meisterschaftsstart in Altach auf der Bank sitzen. Jaissle hatte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz ein Bekenntnis zum Club vermieden. Der Deutsche ist der erste prominente Akteur aus der österreichischen Liga, der nach Saudi-Arabien wechselt.
Salzburg fordert Ablöse
Der Vollzug des Deals hängt noch an den Verhandlungen um die Ablösesumme. Jaissle besitzt in seinem bis 2025 datierten Vertrag keine Ausstiegsklausel. Laut „Salzburger Nachrichten“ fordert der Klub für Jaissle sogar eine Ablöse in zweistelliger Millionenhöhe. Jaissle hat sich mit dem neuen Klub nach Sky-Informationen bereits auf ein Arbeitspapier bis 2026 geeinigt.
Mit Jaissles Absprung würde ein vom Klub eigentlich fest eingeplantes Novum ausfallen: Der Deutsche wäre der erste Salzburg-Trainer in der Bullen-Ära (seit 2005), der den Ligakrösus in drei Bundesliga-Saisonen betreut. Beruhigen wird die Salzburg-Führung, dass der Club neuerlich fix für die erst im September beginnende Champions League qualifiziert ist.
Jaissle führte Salzburg ins CL-Achtelfinale
Jaissle stieg im Juni 2021 als Nachfolger des US-Amerikaners Jesse Marsch vom Liefering- zum Salzburg-Coach auf.
In der Champions League machte Salzburg unter Jaissle auf sich aufmerksam (Gruppendritter, Achtelfinalteilnahme). In der Meisterschaft kassierte Salzburg unter dem Coach nur drei Niederlagen (2x Sturm, Klagenfurt). In 92 Pflichtspielen unter Jaissle holten die Salzburger im Schnitt 2,28 Punkte.
Trainer Jaissle „sollte beim Auftakt nicht dabei sein“
„Wir sind der Ansicht, dass ein Trainer, der sich nur zwei Tage vor dem Start einer wichtigen Saison derart intensiv mit einem möglichen Klubwechsel beschäftigt, bei diesem Auftakt auch nicht dabei sein sollte“, betonte Salzburgs Geschäftsführer Stephan Reiter. „Wir wollen mit voller Energie und Überzeugung in die neue Saison starten. Dafür benötigen wir 100 Prozent Fokus von allen Beteiligten.“
Nach dem Abgang von Sportdirektor Christoph Freund zum FC Bayern verlieren die Salzburger nun innerhalb von 10 Tagen auch noch ihren Trainer.
Bild: GEPA
