Modus, Teilnehmer, Änderungen: Fragen & Antworten zur CL-Reform

Mehr Spiele, mehr Termine, mehr Teams: Die umstrittene Champions-League-Reform ist am Dienstag von der UEFA abgesegnet worden – allerdings in einer abgeschwächten Form. Sky Sport Austria fasst die wichtigsten Fragen und Antworten zusammen.

Ab wann wird die Reform umgesetzt?

Das Exekutivkomitee der UEFA hat die Reform der europäischen Klubwettbewerbe wie der Champions League zur Saison 2024/25 beschlossen.

Wann finden die Spiele statt?

Die Partien der europäischen Wettbewerbe werden weiterhin wie gewohnt unter der Woche ausgetragen, so dass der nationale Ligabetrieb am Wochenende garantiert werden kann. Die Champions League wird weiterhin am Dienstag und Mittwoch stattfinden.

Was passiert mit den Teams, die auf den Plätzen 25 bis 36 landen?

Teams ab Platz 25 werden nicht in die Europa League absteigen, für sie ist die Europa-Pokal-Saison nach acht Spielen beendet (grob vergleichbar mit den Tabellen-Vierten aus der aktuellen Gruppenphase).

Wie sieht der Modus ab dem Achtelfinale aus?

Ganz einfach: unverändert. Die Teams treffen bis zum Finale in Hin- und Rückspielen aufeinander. Das Endspiel wird an einem neutralen Ort ausgetragen, der von der UEFA ausgewählt wird.

Wird es zusätzliche Spiele geben?

Ja, die Champions League wird deutlich größer. Während die aktuelle CL-Saison aus 125 Partien besteht, soll es ab 2024 insgesamt 189 Spiele geben. Ursprünglich waren sogar 225 angedacht.

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Wer erhält die vier zusätzlichen Plätze?

Zwei Zusatzplätze werden an die Länder gehen, deren Teams in der vorherigen Europapokal-Saison am besten abgeschnitten haben. Zieht man die jetzige Saison heran, würden England und die Niederlande einen weiteren Champions-League-Startplatz erhalten. Die weiteren beiden Zusatzplätze gehen an den Drittplatzierten aus der Liga, die den fünften Platz im UEFA-Ranking belegt (aktuell die französische Ligue 1) sowie an einen nationalen Meister über den sogenannten Quali-Modus „Meisterweg“. Dort wird die Anzahl von vier auf fünf Startplätzen erhöht.

Wie werden die Gegner ermittelt?

Die Begegnungen werden vor dem jeweiligen Start aus vier Setztöpfen ausgelost.

Gibt es Auswirkungen auf Europa League und Conference League?

Ja! Beide Wettbewerbe erhalten ähnliche Formatänderungen. Während die Europa League in der Ligaphase aus ebenfalls acht Spieltagen besteht, sind es in der Conference League nur sechs. Beide Wettbewerbe inkludieren ebenfalls 36 Teams.

Wer profitiert von der Neuerung?

Die großen Nationen sind die Gewinner des neuen Formats. Frankreich würde zum Beispiel als Fünfter in der UEFA-Fünfjahreswertung einen dritten Fixplatz in der Königsklasse erhalten. Zudem ist es wahrscheinlich, dass die Top-Nationen aufgrund der neuen Regelungen (insgesamt zwei weitere Startplätze für die zwei besten Verbände der Vorsaison) je einen zusätzlichen Startplatz erhalten.

Bayern-Boss Oliver Kahn verspricht sich mit dem neuen Modus einen spannenderen Wettbewerb, das hätte die Simulation der UEFA ergeben. Die Gruppen sind aktuell sehr einseitig, der letzte Spieltag ist häufig ohne große sportliche Relevanz. Außerdem kann sich ein weiterer nationaler Meister freuen: Statt vier qualifizieren sich nun fünf Teams über den sogenannten „Meisterweg“ (bestreiten alle Meister, die in der Fünfjahresvertrag ab Rang elf gelistet sind). Und natürlich generieren zusätzliche Spiele sowohl der UEFA als auch den Klubs weitere Einnahmen.

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Was erhofft sich die UEFA?

„Wir sind überzeugt, mit dem gewählten Format die richtige Balance gefunden zu haben, mit der die sportliche Ausgeglichenheit verbessert und solide Einnahmen erzielt werden, die an Vereine, Ligen und den Breitenfußball auf dem gesamten Kontinent ausgeschüttet werden können. Gleichzeitig dürfte die Attraktivität und Popularität unserer Wettbewerbe steigen,“ betonte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin.

Wie waren die ersten Reaktionen der Top-Klubs?

Das Meinungsbild ist sehr gespalten. Viele Verantwortliche großer Klubs haben sich schon im Vorjahr klar für die angedachte Reform ausgesprochen. Kahn unterstützt das „Schweizer Modell“ ebenso wie Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. In England sieht man dagegen einige Punkte kritisch, auch viele kleinere Ligen und Vereine sowie das Bündnis European Leagues sind skeptisch. Liverpool-Teammanager Jürgen Klopp hat sich nach dem Aus für die Super League auch gegen die Reform der Champions League ausgesprochen. „Die neue Champions League ist nicht das, bei dem die Teams sagen: ‚Wow, lass uns das so machen“, sagte der deutsche Erfolgstrainer.

Welche Kritikpunkte gibt es?

Mehr Spiele bedeuten eine höhere Belastung. „Es wird mehr Verletzungen geben“, prophezeite Pep Guardiola von Manchester City: „Die UEFA weiß es, kümmert es sie? Absolut nicht.“ Spieler und Trainer würden „nicht gefragt, wir müssen nur liefern“, sagte Klopp, der schon damals den Zerfall einer möglichen Super League befürwortet hat. Für City-Star Ilkay Gündogan ist die Königsklassen-Reform lediglich „das geringere der beiden Übel“. Die Fanseite begegnet der UEFA bei den Reformplänen mit großer Ablehnung, nicht nur Anhänger des BVB und der Bayern sprachen sich strikt gegen eine „weitere Aufblähung“ aus.

Welche Ideen sind verworfen worden?

Die Ursprungsidee, wonach ab 2024 zwei der vier zusätzlichen Startplätze über eine Fünf-Jahres-Rangliste der Klubs vergeben werden sollte, wurde nach heftiger Kritik verworfen. Die Bevorzugung der mächtigen und finanzstärksten Klubs durch die UEFA, um einen erneuten Ausbruch der Großkopferten in eine Super League zu verhindern, war der Fanbasis ein Dorn im Auge. Es sei schlicht „unfair und wettbewerbswidrig“, betonte Football Supporters Europe. Der Widerstand zeigte Wirkung, die „Wildcards“ für gescheiterte Top-Klubs wird es nicht geben. Außerdem wächst die Anzahl der Gruppenspiele pro Team nur von sechs auf acht Partien – ein Kompromiss. Zuvor waren zehn geplant. Ein Final Four Finalturnier wird es ebenfalls nicht geben.

(skysport.de)

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Beitragsbild: Imago