Nach 0:4: GAK geniert sich – Hartberg-Coach schimpft

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Hohe Niederlagen ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison des GAK. 0:3 gegen den LASK, 0:8 gegen Rapid, 1:6 gegen Sturm, 0:4 gegen Altach und am Freitag? Ein 0:4 gegen Hartberg in Graz. „Wir brechen sofort zusammen nach dem Gegentor“, monierte Tormann Cican Stankovic nach der nächsten schweren Schlappe der „Rotjacken“. „Es ist im Moment absolut peinlich, was wir in der Bundesliga abziehen.“ Hartberg feierte den höchsten Saisonsieg schaumgebremst.

Ein Beinbruch, den sich Paul Komposch wohl bereits nach wenigen Spielsekunden zuzog, veranlasste Coach Markus Schopp zu einer Schiedsrichter-Schelte via TV und Pressekonferenz. Alexander Hofleitner war beim aggressiven Pressing gegen den Verteidiger zu spät gekommen. Komposch, der sich nach einem Kreuzbandriss zurückgearbeitet hatte, werde erneut „Wochen, Monate“ fehlen, bedauerte Schopp.

Schopp brennheiß auf Schiedsrichter-Entscheidung: „Das ist mir alles Scheißegal“

„Das ist das Resultat eines Zweikampfs, den ich so nicht akzeptieren kann. Ich habe vor 14 Tagen das haargenau gleiche Foul gesehen“, spielte der Hartberg-Betreuer auf den Beinbruch von Sturm-Goalie Daniil Chudjakow im Derby gegen den GAK an. „Ich unterstelle keiner Mannschaft Absicht. Aber ich verlange von den Schiedsrichtern, dass sie sich vorbereiten. Ich muss wissen, was es heißt, gegen diese Mannschaft zu pfeifen.“

Man könne schweren Verletzungen vorbeugen, wenn man derartige Einstiege unmittelbar sanktioniere. „So gibst du einer Mannschaft, die versucht, über Intensität das Spiel zu dominieren, das Gefühl, sie können. Das kann ich nicht akzeptieren.“ Referee Isa Simsek habe ihm gegenüber bereits in der Halbzeit einen Fehler eingeräumt. „Das ist für mich unerheblich. Dafür haben wir den VAR. Und wenn sich der VAR nicht meldet, dann kenn‘ ich mich nicht mehr aus. Ich erwarte mir einfach einen anderen Umgang damit.“

Die Leistung seiner Mannschaft brachte Schopp ins Schwärmen. „Die Jungs sind in ihrer Entwicklung so hungrig und wollen ständig besser werden. Wir reden teilweise von Spielern, die erstmals in der Bundesliga aufpoppen“, sagte der Trainer des Tabellen-Fünften. „Wir setzen uns nach oben keine Limits.“

Löchriges GAK-Netz

Im Lager der Verlierer ist die Fantasie für Höhenflüge aktuell begrenzt. So mancher Spieler schien nach dem erneuten Nackenschlag ratlos. Nicht aber Trainer Gerald Scheiblehner, der rasch eine Analyse parat hatte: „Wir können mit dem Raum nicht gut umgehen, den wir hergeben. Weil wir die Duelle nicht so bestreiten und teilweise Tempoprobleme auf die zweiten Bälle haben.“ Der vom Nachfolger von Ferdinand Feldhofer forcierte Spielstil – hohes Pressing, Mann-gegen-Mann-Verteidigen und Fokus auf zweite Bälle – gipfelte nun binnen zwei Wochen in drei hohen Niederlagen gegen Sturm, Altach und Hartberg.

„Wir müssen unsere Zweikämpfe gewinnen, da reden wir gar nicht von Fußball“, monierte Mittelfeldspieler Peter Michorl. „Es ist das Einmaleins im Fußball, dass du deinen Mann stehst, das haben wir nicht getan und dann kommt so ein Ergebnis zustande.“ Dass das Erlebnis um Chudjakow den GAK hemme, wie von Kaderplaner Andreas Lienhart ins Treffen geführt, ließ Michorl nicht gelten. „Wir als Mannschaft dürfen uns von einer Verletzung nicht von unserer Spielweise abbringen lassen.“

Zu Modifikationen wird es laut Scheiblehner gezwungenermaßen – auch wegen Verletzungen in seinem Team – kommen: „Wir müssen schauen, dass wir als Mannschaft wieder ein viel dichteres Netz spannen und über Umschaltmomente zum Erfolg kommen.“

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