ADELBODEN,SWITZERLAND,08.JAN.22 - ALPINE SKIING - FIS World Cup, giant slalom, men. Image shows the rejoicing of Manuel Feller (AUT), Marco Odermatt (SUI) and Alexis Pinturault (FRA). Photo: GEPA pictures/ Patrick Steiner

Nach Adelboden: Olympia-Aufgebot weiter unklar

via Sky Sport Austria

Viele Erkenntnisse hinsichtlich seiner Olympia-Mannschaft hat Andreas Puelacher durch den Riesentorlauf im Ski-Alpin-Weltcup in Adelboden nicht gewonnen. „Bei fünf Riesentorläufen waren wir vier Mal am Podium. Wir gehören also zu den Mitfavoriten um Medaillen, das ist einmal sehr gut“, sagte der Cheftrainer nach dem zweiten Platz von Manuel Feller, der sein Ticket aber schon davor fix hatte. Marco Schwarz war Neunter, Patrick Feurstein 15., Stefan Brennsteiner schied aus.

Bis zum Olympia-Rennen am 13. Februar in Yanqing müssen sich die reinen Riesentorlauf-Spezialisten nun mit Training und eventuell Europacup-Rennen in Schuss halten. Im Weltcup ist bis zum 12./13. März, wenn in Kranjska Gora gefahren wird, der Rollbalken unten. „Wenn ich in Peking nicht fahre“, scherzte Feurstein, „kann ich noch nach Bali in den Urlaub fliegen, weil ich sonst nichts zu tun habe.“

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Der Vorarlberger war in Alta Badia einmal Vierter, in Val d’Isere kam er als 18. in die Wertung. In Sölden und am zweiten Tag in Alta Badia verpasste er die Final-Qualifikation. Ein starkes Gefühl, ob es für ihn Richtung Osten gehen könnte, habe er noch nicht. „Wenn ich dabei bin, freut es mich extrem. Dann würde ein extremer Kindheitstraum in Erfüllung gehen. Man arbeitet ein Leben lang auf das hin. Aber das habe ich nicht mehr in der Hand“, sagte Feurstein.

Das Gleiche gilt für Brennsteiner, der in diesem Winter bei nun zwei Ausfällen Siebenter, Zehnter und 15. war. „Heute habe ich mich natürlich nicht aufgedrängt. Aber ich habe letztes Jahr eigentlich zu den besten Riesentorläufern gehört und hoffe schon, dass ich mitfahre“, meinte der Salzburger in Adelboden. „Wenn ja, freue ich mich – wenn nicht, wäre es ein gescheiter Rückschlag. Aber nichtsdestotrotz werde ich spätestens in Kranjska Gora wieder angreifen.“

Wenn man den Sölden-Zweiten Roland Leitinger ob seiner Knieverletzung notgedrungen ausklammert, wären Feurstein und Brennsteiner nach der Papierform die nächstbesten rot-weiß-roten Riesentorläufer in dieser Saison abseits von Feller. Doch sind beide eben Spezialisten, die keine andere olympische Einzeldisziplin bestreiten. Aufgrund der starren Quotenzuteilung – maximal elf Alpin-Männer wird Österreich nominieren dürfen – müssen die Trainer zwangsläufig den Allrounder-Gedanken forcieren.

„Die Quote ist auch noch ein großes Thema. Mit einer Disziplin ist es nicht ganz einfach. Aber wir haben jetzt sicher noch Zeit genug, dass wir uns die Ergebnisse anschauen, dann wird entschieden“, bekräftige Puelacher. Schwarz, der auch in Slalom und Kombination zu den Medaillenanwärtern zählt, spielt das in die Karten. Aber auch Matthias Mayer und Vincent Kriechmayr, die Abfahrt, Super-G, Kombination und sogar Riesentorlauf im Programm hätten, sowie Raphael Haaser, der neben dem Super-G auch im Riesentorlauf oder in der Kombination starten könnte.

Und dann wäre da noch der Fall Dominik Raschner, dessen 16. Rang in Adelboden allein nicht für ein RTL-Ticket reichen wird. Der Tiroler kann sich aber bei den Slalom-Klassikern im Jänner aufdrängen und war Mitte November beim Parallelevent in Lech/Zürs Zweiter hinter Christian Hirschbühl. Der Anspruch des ÖSV, auch den olympischen Teambewerb, der im Parallel-Modus ausgetragen wird, mit der bestmöglichen Mannschaft zu beschicken, wäre vielleicht eine Hintertüre.

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Dafür kommen aber zumindest theoretisch haufenweise Läufer infrage – neben Hirschbühl und Raschner auch Brennsteiner oder Feurstein. „Wenn ich drüben wäre und man würde mich fragen, ob ich es fahren will, täte ich sicher Ja sagen. Mir taugt der Bewerb schon“, verriet Feurstein. Wie unschwer zu erahnen ist, wird sich Puelachers Puzzle jedenfalls nicht von alleine lösen. Früher oder später werden fallweise auch harte Entscheidungen zu treffen sein.

(APA) / Bild: GEPA