Das 343. Wiener Derby wurde von schweren Ausschreitungen der Rapid- und Austria-Fans überschattet

Nach Derby-Ausschreitungen: Polizei gibt Update

Das 343. Wiener Derby zwischen Rapid und der Wiener Austria wurde von schweren Ausschreitungen beider Fanlager überschattet. Nun hat die Wiener Polizei neue Informationen zu den Krawallen veröffentlicht.

Nach dem 2:1-Sieg am Sonntag stürmten Fans beider Lager den Platz, es flogen pyrotechnische und andere Gegenstände, zudem kam es zu Handgreiflichkeiten, wobei der Polizei bisher eine verletzte Person aus dieser Auseinandersetzung bekannt ist. Insgesamt wurden an dem Abend neun Personen verletzt, davon sechs Polizisten.

Die Wiener Polizei teilte mit, dass nun Videos gesichert und gesichtet werden, um Täter auszuforschen. Bisher seien neben zahlreichen verwaltungsrechtlichen Anzeigen – zum größten Teil aufgrund von Verstößen gegen das Pyrotechnikgesetz – auch vier strafrechtliche Anzeigen gelegt worden. Abseits der Ausschreitungen auf dem Rasen kam es laut Polizei bereits während des Fußballspiels zu einer Auseinandersetzung unter Austria-Anhängern. Im Zuge des Abstroms der Zuschauer aus dem Stadion dürfte es zu einer weiteren gewaltsamen Auseinandersetzung unter Fans – dieses Mal von Rapid – gekommen sein.

Polizei Wien gibt Update am Montag zu Mittag

Die Meldung im Wortlaut: „Es ist in erster Linie Aufgabe des Veranstalters, mithilfe eines in ausreichender Anzahl vorhandenen Ordnerdienstes für einen geregelten Ablauf des Spiels zu sorgen dazu gehört auch, dass Fans ihren zugewiesenen Sektor nicht verlassen, das Spielfeld nicht betreten oder Einlasskontrollen zu Spielbeginn durchzuführen. Die Polizei hat im rechtlichen Rahmen nur sehr begrenzte Möglichkeiten, gegen im Vorfeld ins Stadion eingebrachte Pyrotechnik vorzugehen. Die Hauptaufgabe der Exekutive besteht in der Gewährleistung eines geordneten Zu- und Abstromes zum Stadion. Da die Vorfälle erst nach dem Schlusspfiff begannen, befand sich ein großer Teil des Kräftekontingentes bereits vor der Veranstaltungsstätte. Trotzdem konnte der um 19:04 Uhr beginnende Platzsturm bereits um 19:09 Uhr (5 Minuten) beendet werden. Im Zuge des Einsatzes wurden 152 Strafrechts- und 425 Verwaltungsrechtliche Delikte zur Anzeige gebracht. Zehn Polizist*innen wurden im Zuge des Einsatzes verletzt. Einsatzmittel aus Plastik schmolzen teilweise aufgrund der Hitze durch Bewurf mit Pyrotechnik. Derzeit sind wir mit der Auswertung des zahlreich vorhandenen Videomaterials und weiteren Ermittlungen beschäftigt – zahlreiche Tatverdächtige konnten bereits ausgeforscht werden. Von polizeilicher Seite erfolgt zudem ein Appell an die Vereine, das nur ihnen zur Verfügung stehende Mittel des Ausspruchs eines Stadionverbotes für wiederholt auffällige Besucher*innen konsequent anzuwenden.

Ausschreitungen überschatten 343. Wiener Derby

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Derby-Ausschreitungen: Rapid droht Punkteabzug

Den Ausgang nahmen die Geschehnisse, als Austria-Anhänger Böller in Richtung der benachbarten Rapid-Osttribüne warfen. Danach eskalierte die Situation relativ schnell, Fans beider Vereine waren auf den Rasen gestürmt. Die Ordner hatten die Lage nicht unter Kontrolle. Später wurde ein Fan mit blutüberströmten Gesicht auf einer Trage abtransportiert. Erste Meldungen, dass es sich dabei um einen Polizist gehandelt habe, verneinten ein Vertreter der Bundesliga sowie Rapid.

Nun drohen beiden Vereine schwere Strafen. Rapid könnte es hier besonders hart treffen: Den Hütteldorfern droht aufgrund einer bedingten Strafe nach den Vorfällen vom bisher letzten Derby im vergangenen Februar ein Punkteabzug. Aber auch die finanziell angeschlagene Austria muss wohl mit einer harten Strafe rechnen.

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(APA/Red.) / Bild: Imago