Nach dritter Liga-Pleite: LASK vor Bukarest-Trip unter Druck

Früh in der Saison ist der LASK mit Gegenwind konfrontiert. „Als uns die Sonne auf den Bauch geschienen hat, hatten wir alle leicht lachen. Jetzt müssen wir schauen, wie wir miteinander umgehen, wenn der Wind ein wenig rauer wird“, sagte Trainer Thomas Darazs nach dem 1:2 bei Austria Wien. Ausgerechnet vor dem wichtigen Play-off-Rückspiel zur Europa League in Bukarest greift bei den Linzern Verunsicherung um sich. Die jüngsten drei Ligapartien gingen verloren.

In der gegenwärtigen Phase sieht Darazs, der den LASK im Frühjahr noch als Interimscoach auf Platz drei geführt hatte, auch einen Charaktertest. „Da zeigt sich ein guter Spieler, ein guter Teamplayer und ein guter Trainer.“ Der LASK ist nach vier Runden nur Zehnter und könnte sogar noch vom spielfreien TSV Hartberg überholt werden. Schon jetzt steht fest, dass der kleine Lokalrivale Blau-Weiß in drei Wochen als Nummer eins von Linz ins Derby gehen wird. Dabei spielen die Athletiker nach dem Europacup-Trip sogar noch zuhause gegen den WAC.

Darazs: „Das macht mich traurig“

Am Donnerstag weist sich, ob der LASK erneut in der Europa League oder doch in der Conference League spielt. „Positiv stimmt mich die erste Leistung gegen Bukarest (1:1, Anm.), wo wir absolut überlegen waren. Positiv stimmt mich, wie wir (gegen die Austria) gerannt sind. Und positiv stimmt mich, dass ich eine charakterstarke Mannschaft habe, die genau weiß, worum es geht“, sagte Darazs. Einen Einsatz von Robert Zulj nach Nasenbeinbruch bezeichnete er als unmöglich, bei Stammkeeper Tobias Lawal riskiere man ebenfalls nichts. „Jörg Siebenhandl ist ebenso ein hervorragender Tormann. Smolcic kommt vielleicht zurück.“

Am Sonntag gratulierte Darazs neidlos seinem Ex-Club zu einem verdienten Erfolg. „Die Austria hat sich mit einem Fast-Lastminute-Treffer ein bisserl freigeschwommen – das war eigentlich unser Ziel.“ Die ersten zwei Siege zu Saisonbeginn, als Darazs seinen LASK „druckvoll, dominant und vor allem: kontrolliert“ sah, rücken in den Hintergrund. Gegen eine überraschend spielstarke Austria meinte er zwar „Herz, Leidenschaft und wahrscheinlich eine extreme Laufleistung“ zu erkennen. Doch das reichte nicht, um Zählbares aus Wien mitzunehmen.

Ziereis: „Befinden uns in einer schlechten Phase“

„Wir haben es der Austria zu leicht gemacht“, meinte Siebenhandl, der Lawal erneut anständig vertrat. Er sah die Grundtugenden nicht zufriedenstellend verfolgt. „Es gehört dazu, dass man Fehler macht. Wenn man dann nachrennt, kann man den Ball wieder erkämpfen. Das haben wir viel zu selten geschafft.“ Wiederholt überbrückte die Austria nach Ballgewinnen relativ mühelos das Mittelfeld, fehlende Effizienz war an diesem Tag der violette Schönheitsfehler.

So dauerte es in einer unterhaltsamen Partie bis zur 87. Minute, ehe der „odrahte Hund“ (Darazs) Manfred Fischer sein Team mit einem sehenswerten Abschluss erlöste und die Austria auf Platz vier schoss. „Wir waren über 90 Minuten gesehen das bessere Team“, stand für Dominik Fitz fest. Den Austria-Spielgestalter bekam die Linzer Defensive schwer zu greifen, in Sachen Abstimmung mit seinen neuen Vorderleuten Nik Prelec und Maurice Malone war die Partie als klarer Fortschritt zu werten. „Wir können den Gegner schon in der ersten Halbzeit klar besiegen. Wir müssen daran arbeiten, dass wir den Sack früher zumachen“, meinte Malone, der das 0:1 durch Marin Ljubicic nach einem Austria-Geschenk (19.) postwendend mit seinem Kopfballtor wettmachte (20.).

Helm: „Auf der Leistung kann man aufbauen“

Austria-Coach Stephan Helm konnte die beste Leistung unter seiner noch jungen Ägide analysieren. „Über 90 Minuten gesehen war das die Leistung, wo man in den meisten Phasen gesehen hat, was wir vorhaben“, sagte Helm. Allgemein gebe es eine große Diskrepanz zwischen Innen- und Außensicht, im sportlichen Bereich würden alle mitziehen. „Es ist echt super, mit der Mannschaft zu arbeiten. Sie zeigt diesen Charakter eh fast wöchentlich. Wir marschieren in die richtige Richtung.“ Mit Fingerschnippen gehe aber gar nichts. „Wir sind als Verein nach wie vor in einer Phase, in der wir uns Dinge hart erarbeiten müssen.“

Werbung

(APA) / Artikelbild: GEPA