Nach „Farce“ gegen Israel: Für Irland rückt nun Österreich in den Fokus
Das Spiel gewonnen, die ersten drei Punkte geholt – doch Irlands Freude darüber war nach dem politisch aufgeladenen Nations-League-Duell mit Israel am Sonntag stark gebremst. „Irland besiegt Israel in einer trostlosen Farce, die bei allen ein Gefühl der Bitterkeit und des Verrats hinterlässt“, schrieb die Irish Times in einem Kommentar. Beim kommenden Spiel gegen Österreich am Donnerstag (20.45 Uhr MESZ) in Dublin soll wieder der Sport im Mittelpunkt stehen.
Beim 3:0-Sieg in Debrecen in Ungarn waren die Iren mit schwarzen Armbinden aufgelaufen, „um all derer zu gedenken, die in diesem Konflikt ihr Leben verloren haben“, wie es vor dem Anpfiff mit Blick auf den Gaza-Krieg hieß. Bei der israelischen Hymne hielten die Iren ihre Köpfe gesenkt, zudem gab es keinerlei Abklatschen vor oder nach dem Spiel. Jack Moylan, Torschütze zum 3:0, zog nach seinem Treffer die Armbinde ab und küsste sie.
Irlands Teamchef Heimir Hallgrimsson lobte seine Kicker vor allem dafür, unter den komplizierten Umständen Leistung gebracht zu haben. Seine Spieler hätten zudem „ihre Unterstützung für den Protest gezeigt“ und „das Bewusstsein für das Thema geschärft“, sagte der Isländer. Die Mannschaft hatte in den Tagen vor dem Spiel sogar einen Boykott erwogen, sich bis auf Ersatztorwart Gavin Bazunu letztlich aber dagegen ausgesprochen.
„Offensichtlich hassen sie uns“
Israels Torhüter Daniel Peretz meinte dagegen nach dem Spiel: „Das alles beruht auf Unwissenheit.“ Israels Kapitän Manor Solomon musste sich emotional gar zügeln. „Wenn ich sage, was ich von ihnen halte, würde ich wahrscheinlich für einige Spiele gesperrt werden“, äußerte er. „Offensichtlich hassen sie uns. Wir mögen sie nicht.“ Israels Außenminister Gideon Saar warf Irland angesichts des Verhaltens der Spieler vor, „auf der falschen Seite der Geschichte“ zu stehen.
Hintergrund der Spannungen ist die Rolle Israels im Gaza-Konflikt. In Irland hatte es seit der Auslosung Proteste gegen die Duelle mit Israel gegeben. „In Irland gibt es eine enorme Unterstützung für Palästina – wahrscheinlich die größte in ganz Europa“, sagte Hallgrimsson. Nach dem Match gegen Österreich dürften die Diskussionen daher wieder aufflackern. Denn am kommenden Sonntag findet in Serbien, wieder auf neutralem Boden, das Rückspiel gegen Israel statt.