Nach Mitterdorfer: Auch BFV-Chef Pangl zurückgetreten
Fast zeitgleich mit dem Rücktritt von Klaus Mitterdorfer als Präsident des Österreichischen Fußball-Bundes (ÖFB) hat Georg Pangl als Chef von Burgenlands Landesverband (BFV) den Hut genommen und scheidet damit auch aus dem ÖFB-Präsidium aus. Der frühere Bundesliga-Vorstand gab „persönliche Gründe“ für seine Entscheidung an, hieß es in einer BFV-Aussendung am Donnerstagabend.
Wenig später nahm Pangl via Social Media zu seinem Rückzug Stellung. „Ich habe einen Fehler gemacht, der für mich in meinem Fußballerherzen keiner war, weil ich dem BFV sparen helfen wollte. Nach Darlegung aus Compliance-Sicht von Kollegen im BFV-Präsidium habe ich erkannt, dass es keine gute Entscheidung war“, schrieb der 59-Jährige.
Außerdem war zu lesen: „Ich habe meinen Teil der Schuld auf mich genommen und angeboten, den Fehler rückabzuwickeln. Konkret geht es um die Verwendung eines Leihautos, mit dem ich unterm Strich auf Geld verzichtet hätte, um dem BFV einen wirtschaftlichen Vorteil zu ermöglichen. Nur deshalb hab ich das gemacht. Ich kann von mir behaupten, dass ich der Letzte bin, der die Tätigkeit für den BFV, die ich mit großer Freude ausgefüllt habe, auf seinen eigenen Vorteil bezogen hätte.“ Er habe allerdings nicht den nötigen Rückhalt im Präsidium gespürt, der Rücktritt sei ihm nahegelegt worden, daher habe er die Konsequenzen gezogen, so Pangl.
Pangl wurde erst im März 2024 mit einer knappen Mehrheit ins Amt des Landesverband-Chefs gewählt (85 zu 78 Stimmen pro Pangl). Der 58-Jährige hätte das Amt mindestens fünf Jahre bekleiden sollen, nun folgte der Rücktritt.
Die ganze Aussendung im Wortlaut:
Liebe Freunde in- und außerhalb des burgenländischen Fußballs!
Nach der kurzen Presseaussendung mit der Information, dass ich heute aus privaten Gründen als BFV-Präsident zurückgetreten bin, erhalte ich unzählige Nachrichten mit der Frage nach dem Warum? Die Antwort will ich Euch wie folgt geben:
Eines vorweg – es geht mir und meiner Familie sehr gut.
Seit meiner Wahl zum BFV-Präsidenten am 9. März d.J. war ich insgesamt mehr als 12.000 km und im Durchschnitt ca. 100 Stunden pro Monat ehrenamtlich und unentgeltlich für den BFV und seine Vereine unterwegs, mit großer Freude und Leidenschaft. Kein Verein war mir zu „klein“ oder zu weit weg und es hat mich außerordentlich gefreut, so viele wunderbare Menschen und Funktionär:innen zu treffen, neue Partner zu gewinnen und sich auch um die Reserven und um unsere Mädchen und Frauen im Burgenland bestmöglich zu kümmern.
Da in einem Medium berichtet wird, dass ich über ein Compliance-Thema gestolpert sei, ist mir auch wichtig, das aufzuklären:
Ich habe einen Fehler gemacht, der für mich in meinem Fußballerherzen keiner war, weil ich dem BFV sparen helfen wollte. Nach Darlegung aus Compliance-Sicht von Kollegen im BFV-Präsidium, habe ich erkannt, dass es keine gute Entscheidung war. Ich habe meinen Teil der Schuld auf mich genommen und angeboten, den Fehler rück-abzuwickeln.
Ich kann von mir behaupten, dass ich der Letzte bin, der die Tätigkeit für den BFV, die ich mit großer Freude ausgefüllt habe, auf seinen eigenen Vorteil bezogen hätte. Wenn man als Präsident im Präsidium nicht den nötigen Rückhalt spürt und einem der Rücktritt sinngemäß nahegelegt wird, ist es notwendig die Konsequenzen zu ziehen.
Es war mir eine Ehre, leider kürzer als geplant, dem BFV und seinen Vereinen zu dienen.
In Liebe und Dankbarkeit,
Euer Georg
(Red./Presseaussendung BFV)/Bild: GEPA