Nach WSG-Rundumschlag: Wattener Gemeinde bezieht Stellung

Der Aus- und Umbau des Gernot Langes Stadions in Wattens erhitzt die Gemüter.

Nach einem Rundumschlag der WSG-Tirol-Verantwortlichen via Pressekonferenz am Freitag reagierte die Marktgemeinde mit einer ausführlichen Stellungnahme. „Positive Emotionen gehören auf den Fußballplatz, hier wurden jedoch Grenzen überschritten. Wir werden das Thema in einem persönlichen Gespräch klären“, teilte Bürgermeister Lukas Schmied mit.

WSG-Manager-Sport Stefan Köck hatte sich schwer enttäuscht gezeigt, dass eine Haftungsübernahme vom Gemeinderat am Dienstag abgelehnt wurde. Der Fußball-Bundesligist modernisiert derzeit das Wattener Stadion, um die Bundesligatauglichkeit herzustellen. Die Kosten sollen mehr als sechs Millionen Euro betragen. Seit Jahren weicht die WSG ins Innsbrucker Tivoli-Stadion aus. Der Zuschauerzuspruch ist mit 1.975 im Schnitt (2025/26) der mit Abstand schwächste der Liga.

Die Aussendung des Gemeinderats im Wortlaut

WSG-Manager-Sport Stefan Köck und Cheftrainer Philipp Semlic nutzten die Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Salzburg, um emotional ihren Unmut über die Ablehnung der Haftungsübernahme durch den Gemeinderat auszudrücken. Die Marktgemeinde Wattens reagiert mit Fakten und einer Gesprächsaufforderung.

Die Marktgemeinde Wattens hätte als einziger Partner eine Haftung für die bereits begonnene bundesligataugliche Adaptierung des Gernot-Langes-Stadions übernehmen sollen. Dem Gemeinderat waren die Haftungssumme von einer Million Euro und das Risiko zu groß. Auch weitere wesentliche Entscheidungsgrundlagen hatte die WSG Tirol nicht geliefert. Daher wurde der Antrag in einer eigens einberufenen Gemeinderatssitzung am 12. August 2026 mit elf zu acht Stimmen abgelehnt.

Am 26. März 2026 hatte der Gemeinderat einstimmig einem neuen Pachtvertrag mit der WSG Tirol und damit der bundesligatauglichen Stadionadaptierung durch die WSG Tirol zugestimmt. Unmissverständliche Voraussetzung für den Beschluss damals: eine gesicherte Finanzierung und die Kenntnisnahme, dass sich die Gemeinde in keiner Weise an der Stadionadaptierung beteiligt. Beides hatte die WSG Tirol der Gemeinde im Frühjahr bestätigt.

Ende Juli teilte die WSG Tirol der Gemeinde überraschend mit, dass die Finanzierung des Gesamtprojekts entgegen bisherigen Aussagen nicht fixiert sei. Als Grund wurden veränderte Anforderungen der Kreditinstitute angegeben. Die Arbeiten für die bundesligataugliche Adaptierung des Stadions hatte die WSG Tirol bereits Ende Juni begonnen. Der Gemeinde war mitgeteilt worden, dass die Arbeiten in einem Zug durchgeführt werden sollten und aufgrund der für das Rasenwachstum nötigen Zeit mit dem Einbau der Rasenheizung begonnen werden sollte. Von zwei Bauphasen war zu diesem Zeitpunkt keine Rede. Es liegt der Gemeinde als Baubehörde nur eine Einreichung für das Gesamtprojekt vor.

Gemeinde überweist WSG Tirol jährlich 400.000 Euro

Aktuell unterstützt die Gemeinde die WSG Tirol mit 400.000 Euro jährlich. 2029 läuft der Zuschuss für die Sanierung des Trainingsareals in Höhe von 200.000 Euro jährlich nach zehn Jahren aus. Im neuen Pachtvertrag verpflichtet sich die Gemeinde langfristig 200.000 Euro jährlich an die WSG Tirol für den Betrieb der Sportanlage zu überweisen.

Die bundesligataugliche Adaptierung des Gernot-Langes-Stadions bleibt für die Marktgemeinde Wattens auf Basis des Pachtvertrages weiterhin möglich. Voraussetzung ist u.a. eine gesicherte Finanzierung. Der Beschluss zum Pachtvertrag und die grundsätzliche Zustimmung der Gemeinde zur bundesligatauglichen Adaptierung bleiben aufrecht.

Die emotionale Reaktion der WSG Tirol auf die Ablehnung der Haftungsübernahme durch den Gemeinderat überschritt die Grenzen eines respektvollen Miteinanders und entspricht nicht dem Grundverständnis von „fair play“. Daher hat Bürgermeister Lukas Schmied die Verantwortlichen der WSG Tirol zu einem Gespräch im Rathaus aufgefordert.

Zitat Bürgermeister 

Bürgermeister Lukas Schmied: „Mit seinen Aussagen schadet Manager Stefan Köck der Marktgemeinde Wattens, der WSG Tirol und dem Sport. Positive Emotionen gehören auf den Fußballplatz, hier wurden jedoch Grenzen überschritten. Wir werden das Thema in einem persönlichen Gespräch klären.“

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