Nachgetreten – schwaches Ried

via Sky Sport Austria

Nach der dritten Bundesliga-Runde machen wir einen Blick auf die Mannschaft mit der wohl schlechtesten Leistung des vergangenen Wochenendes – die SV Ried. Das 1:4 beim Aufsteiger Mattersburg ist das Eine, ein total verkorkster Saisonstart das Andere: Nur ein Punkt und ein Torerfolg in 3 Spielen, die schlechteste (für Ried ungewohnt) Zweikampfquote, die zweitmeisten gegnerischen Torschüsse zugelassen und dadurch auch die meisten Gegentore erhalten (7), wobei diese alle von innerhalb des Strafraumes erzielt wurden! Hinzu kommt eine merkbare spielerische Schwäche, die sich durch die wenigsten Pässe (886), die wenigsten Flanken (15), einer sehr schlechten Passquote (67.2%) und extrem wenig Ballbesitz (durchschnittlich nur 35% !) zeigt.

Gegen Mattersburg zeigte sich jetzt auch noch eine eklatante Abwehrschwäche, die sich gegen die stark spielenden Burgenländer vor allem an den Flanken offenbarte:

Szene 1: Nach Ballverlust ist hier, wie so oft in diesem Spiel, kein Gegenpressing und keine Rückwärtsbewegung erkennbar und die Staffelung zur Absicherung ist denkbar schlecht. Mit einfachen Pässen durch die Linien nehmen die Mattersburger alle Rieder-Offensivakteure aus dem Spiel. Die Abstimmung der Abwehrreihen und innerhalb der Viererkette fehlt (Siehe Bergmann: Er rückt unmotiviert weit aus der Viererkette heraus.) und die Raumaufteilung der Rieder Defensivspieler ist ganz schlecht organisiert. Folglich kommen die Rieder vom Ballverlust im Angriffsdrittel bis hin zum Torabschluss in keinen einzigen Zweikampf. Auch im Strafraum, wo Gleichzahl herrscht, wird sowohl Onisiwo als auch Grgic schlecht gedeckt.

Szene 2: Ein Spiegelbild des 0:1 ist das 1:2 aus Rieder Sicht: Ried lässt auch hier jegliche Kompaktheit vermissen, obwohl diese Aktion keine Umschaltsituation im engeren Sinne ist. Wieder kombinieren die Mattersburger mit flottem Kombinationsspiel durch die Rieder Reihen. Außenverteidiger Bergmann rückt wieder heraus, ohne in den Zweikampf zu kommen, und Innenverteidiger Janeczek verliert an der Seitenlinie das 1 gegen 1. Dieses Mal sind die Rieder im Strafraum sogar in Überzahl, aber trotzdem sind 3 Mattersburger ungedeckt.

Fazit: In Ried weiß man, mit Negativläufen um zu gehen, und werden selten voreilige Entscheidungen zuungunsten des Trainers getroffen. Dennoch kennt Kolvidsson die Mechanismen des Fußballs. Vermutlich wird er daher zunächst mehr Entschlossenheit im Zweikampfverhalten einfordern und dann die Defensivarbeit verbessern. Schon alleine dadurch könnte der eine oder andere Punkt erobert werden und in der Folge auch die spielerische Komponente profitieren. Klar ist aber, dass sich gegenüber den ersten 3 Spielen bis hin zum Ende des ersten Saisonviertels eine deutliche Entwicklung zeigen muss, ansonsten wird wohl auch im Innkreis die Trainingsarbeit deutlich unentspannter.